Finanzierung einer Weltreise
Ist eine Weltreise bezahlbar? – Eindeutig „JA!“
Obwohl die meisten Menschen denken, dass man Unsummen an Geld benötigt, um eine Weltreise zu machen, ist eine solche Unternehmung mit dem nötigen Vorlauf finanzierbar. Denn auf einer langen Reise geht man ganz anders mit Geld um, als wenn man zwei Wochen Urlaub macht. Normalerweise kann man sagen, je länger man unterwegs ist, desto billiger wird die Reise im Vergleich mit einer Urlaubsreise, denn die Lebenshaltungskosten sind in den meisten Regionen der Welt geringer als in Deutschland.
Doch auf die Frage, was denn nun eine solche Reise wirklich kostet, können wir leider auch keine eindeutige Antwort geben, denn die Gesamtkosten hängen von sehr vielen Faktoren ab. Neben der Reisedauer, sind das Zielland, die allgemeinen Reisebedingungen und der Lebensstil ausschlaggebend. Wer westlichen Luxus inklusive toller Hotels und westlichen Essens in Asien braucht wird sicherlich wesentlich mehr Geld brauchen als jemand, der in einfachen Unterkünften lebt und sich an die örtlichen Gegebenheiten anpasst.
Richtwerte
Doch es gibt Richtwerte, die sich an gewissen Faktoren orientieren.
Wer alleine reist, in einfache Hotels geht, auf gute Ernährung aber nicht verzichten will, kann inklusive Ticket und Sonderaktivitäten (Touren etc.) mit etwa 20.000 € rechnen für ein Jahr.
Bei einem Paar, das sechs Monate unterwegs ist, einfach lebt und dennoch Geld für Sonderaktivitäten ausgibt, kann man mit etwa 6.000€ pro Person rechnen. Wer nur nach Asien reist und dort einfach lebt, schafft es inklusive Ticket bestimmt mit der Hälfte auch.
Doch selbst wenn man nun die Nettokosten der Reise zusammengespart hat, muss man sich bewusst sein, dass eine solche Reise schon in der Vorbereitung Geld kostet, das einem nicht cash unterwegs zur Verfügung steht. Neben den Visa, dem neuen Reisepass und dem internationalen Führerschein, müssen Ausrüstung (Jacke, Schuhe, Rucksack, Kamera etc.) angeschafft werden und die Impfungen bezahlt werden. Da kann man schon mal locker einige hundert Euro ausgeben, die man vielleicht für das Leben in Thailand eingeplant hatte. Daher: Vorher kalkulieren und rechnen! Wenn nötig, lieber den Abreisezeitpunkt nach hinten verschieben, als zu knapp kalkuliert losfahren.
Tipps zur Finanzierung
Hier einige Tipps, wie man es (auch als Student) schafft, eine Reise zu finanzieren:
Um überhaupt zu sparen, braucht man ein eigenes Konto nur für die Reise, denn was einmal auf dem Girokonto drauf ist, ist auch ganz schnell wieder weg. Daher jeden Monat einen gewissen Betrag (entweder gleich bleibend oder nach Möglichkeit) auf ein gesondertes Konto überweisen und nichts abheben!!!
Dazu eignen sich kostenlose Tagesgeldkonten, bei denen man schon in der Sparphase ein bisschen was an Zinsen bekommt. Die besten kostenlosen Tagesgeldkonten bei denen man ab dem ersten Euro kräftig Zinsen gibt es von der 1822direkt (3,6 % Zinsen), die eine Tochter der Frankfurter Sparkasse ist, oder bei der ING-DiBa (3,25 % Zinsen).
Wer sein Hauptkonto ebenfalls ummelden will, da er bei diesem während der Reise ohne regelmäßigen Gehaltseingang Gebühren zahlen muss und aus dem Raum München kommt hat noch eine weitere Möglichkeit. Die Sparda Bank München bietet ein kostenloses Girokonto und ein kostenloses Tagesgeldkonto. Hier gibts auch noch eine kostenlose MasterCard obendrauf, mit der man in ganz Euroland für einen Euro abheben kann. Als Hauptkonto ist dies auch wenn man gerade nciht auf Reisen ist eine gute Alternative.
Um auf der Reise auch flüssig zu sein, empfiehlt es sich zudem noch ein Girokonto bei der DKB zu eröffnen: www.dkb.de
Man bekommt eine VISA-Karte, und eine Maestro-Karte und auf Wunsch das Gleiche auch noch mal für einen Reisepartner. Unterwegs kann man nun von seinem Tagesgeldkonto immer wieder Guthaben auf des Kredtikarten-Konto (auch hier gibt’s saftig Zinsen 3,8 %) laden und jetzt kommt der Clou: weltweit kostenfrei abheben!
Sollte bei diesem zweistufigen Modell die Kreditkarte abhanden kommen, so sind lediglich die auf dem Kredtikarten-Konto liegenden Beträge gefährdet und nicht gleich die ganzen Ersparnisse.
Auch die ING-DiBa bietet ein kostenloses Girokonto inklusive VISA-Karte und Maestro-Karte an. Mit der VISA-Karte kann man ebenfalls weltweit gebührenfrei Bargeld abheben. Bei der ING-DiBa kostet dieses Konto allerdings 4 Euro monatliche Gebühren. Wir haben uns natürlich für die DKB entschieden, nutzen die Visa-Karten als Hauptkarten und befüllen das Kreditkartenkonto regelmäßig per Online-Überweisung vom anderen Girokonto/Tagesgeldkonto. Damit besteht ein geringeres Sicherheitsrisiko und wir profitieren dennoch von den guten Konditionen.
Damit sich ein solches Tagesgeldkonto auch lohnt, sollte man natürlich was darauf überweisen. Normalerweise spart man dabei allerdings nicht (einzig) dadurch, dass man mehr verdient, sondern dass man weniger ausgibt. Das ist schwer und oft ein wenig nervig, sollte aber dennoch mit einem (großen) zeitlichen Vorsprung angegangen werden. Bei uns hat sich herauskristallisiert, dass man nicht auf alles verzichten muss, sondern es sinnvoller ist, sich Prioritäten zu setzen und dabei auch konsequent zu bleiben. Denn Ansprüche müssen auf jeden Fall zurückgeschraubt werden und Gewohnheiten geändert werden, um auf die Dauer echt zu sparen.
Tabu waren bei uns etwa Shopping (o.k. außer manchmal ein klitzekleines Paar Schuhe oder ein wenig Sport-Equipment), Essengehen, teures Weggehen, ständiges Kaffeetrinken oder andere Dinge, auf die man bei genauerem Betrachten verzichten kann. Dafür haben wir aufgehört zu rauchen, kochen oft daheim und trinken auch mal ein Bierchen weniger, wenn wir abends unterwegs sind. (Dank eines Mitgliedes der WG ist dies nicht der größte Kostenfaktor für uns…).
Zudem haben wir Zeitschriften-Abos aufgelöst, sind in eine 4-er WG zusammen gezogen und haben unser unnötiges Zeug auf den diversen Flohmärkten und bei Ebay verschachert. Anschaffungen wie ein neues Fahrrad oder Laptop haben wir auf nach der Reise verschoben.
Aber auch die Einnahmen konnten wir ein wenig steigern, indem wir nachts an der Bar stehen oder bei Agenturen als Promoter etc zusätzlich arbeiten. Nach Auflösung aller Sparkonten, Fonds und sonstigen „Polstern“, die uns einst ans Herz gelegt wurden, um „damit etwas Anständiges zum machen“ (ist es ja wohl, oder?) und den diversen Geburtstagen und Weihnachtsfesten, die uns als Geschenkoption für Equipment blieben, sind wir wirklich so weit, dass wir uns los trauen.
Auch das Finanzamt ist dabei ein Freund und Helfer. Nachdem wir in der Mitte des Jahres losfahren, ist das restliche halbe Jahr nicht versteuert und es lassen sich einige Rückzahlungen erwarten…
Aber auch während der Reise kann man seinen Teil zu einer gelungenen Finanzierung tun. Sinnvoll ist es, sich einen Tages- oder Wochensatz auszurechnen, der sich an die Lebensverhältnisse der bereisten Länder anpasst (z.B. in Thailand weniger als in USA) und immer wieder kontrolliert, ob man damit hinkommt. Wichtig ist zudem, dass die Ausgaben zu Hause minimiert werden oder sogar ganz wegfallen. Die Wohnung entweder aufgeben oder untervermieten, das Auto verkaufen oder abmelden, Handy etc. abmelden.
Es besteht eigentlich immer die Möglichkeit, während der Reise zu arbeiten. Auf unserer Route ist das allerdings nur in Australien wirklich sinnvoll, denn in den anderen Ländern darf man als Europäer nur gegen Kost und Logis arbeiten. Mit einem Work and Travel-Visum darf man in Australien bis zu 12 Monate gegen Geld die unterschiedlichsten Jobs annehmen. Meistens im Bereich Fruit-Picking oder in der Gastronomie.
Wer ein paar Regeln beachtet und wirklich sparen will, der wird mit einigen einfachen Tricks schon bald ein kleines Sümmchen ersparen können und damit der Reise ein wenig näher kommen.

