Fehler vermeiden
Die beliebtesten Fehltritte
Ja, auch wir sind zum Teil darauf hereingefallen, obwohl man in Reiseliteratur und online zu Genüge darauf aufmerksam gemacht wird und es werden bestimmt nicht die einzigen Fehler bleiben…
Der erste und schlimmste Fehler war es, sich zu denken, dass wir ja immerhin zehn Monate Zeit haben und daher ALLES sehen können! Doch bei näherer Betrachtung haben auch wir festgestellt, dass man in eine Reise nicht zu viel hineinpacken soll. Deshalb wurde unsere Vorstellung um die Hälfte reduziert und ist dennoch ein knackiges Programm geblieben. Ob wir das Tempo durchhalten, ist also abzuwarten.
Das Problem bei einem voll gepackten Programm ist, dass man zwar überall war, aber nirgends bleiben konnte. Jedes Land wird damit zum Transitland und es bleiben nur die Sehenswürdigkeiten im Kopf. Aber das, was man gemeinhin als das wirklich beeindruckende beschreibt, die Lebensweise und Kultur eines Landes, kann in einer Hetzreise nicht aufgenommen werden. Zudem wollen wir die Surfspots erkunden und uns Zeit zum Wellenreiten nehmen. Daher sind bei uns viele Orte ohne Wellen weggefallen und damit das Projekt verschlankt worden.
Ein weiterer Fehler, der oft gemacht wird, ist es, beim Ticket so sehr zu sparen, dass man später keine Möglichkeit mehr hat, sich anders zu entscheiden. Die Wünsche und Ziele werden sich vielleicht noch während der Reise ändern. Vielleicht hat man keine Lust, in einem bestimmten Land die geplanten zwei Monate zu verbringen und entschließt sich kurzfristig, schon nach einer Woche weiterzureisen. Wir haben uns daher für ein flexibles RTW-Ticket entschieden, bei dem die Route zwar erstmal feststeht, aber jederzeit von unterwegs umbuchbar ist. Die Daten sogar ohne Aufschlag!
Doch der beliebteste Fehler bei Menschen, die zum ersten Mal mit dem Rucksack unterwegs sind, ist es, mit zu schwerem Gepäck zu reisen. Wer seinen Rucksack beim Einchecken am Flughafen nur gerade so auf das Band hieven kann, der wird nur fluchen und jammern. Denn auf einer Reise muss der Rucksack durchaus mal über längere Zeit getragen oder auf ein Busdach gehievt werden. Wer schon einmal mit einem vollgepackten 65-Liter Rucksack unterwegs war, der lächelt jetzt aufgrund seiner anfänglichen Sorglosigkeit und ist sich sicher, dass auch 45 Liter ausreichend sein können. Gerade als Mädchen sollte der Rucksack wirklich klein, leicht und kompakt sein, damit man nicht auf männliche Hilfe angewiesen ist. Zudem passt ein kleinerer Rucksack in ein Gepäckfach und kann im Bus unter den Sitz geschoben werden, was aus dem Aspekt Sicherheit heraus betrachtet ein erheblicher Vorteil ist.
Auch das Mitnehmen von zu vielen und zu wertvollen Wertsachen ist nicht zu empfehlen. Wer mehr hat, dem kann man auch mehr wegnehmen! Man sollte sich dieser Möglichkeit immer bewusst sein und nur das mitnehmen, dessen Verlust man ertragen kann. Also keine Erbstücke oder unersetzliche Dinge.
Je mehr Du über ein Land weißt, desto weniger Zeit „verplämperst“ Du mit Planung vor Ort. Gute Information über alltägliche Dinge und Sehenswürdigkeiten sind sehr wertvoll. Die Investition in gute Reiseliteratur und Führer lohnt sich also. Auch eine Auswahl der Dinge, die man dann machen und sehen will, ist damit leichter.
Wer in ein Land fährt und große Erwartungen mitbringt, ohne sich auf die Dinge vor Ort einzulassen, dem werden viele Dinge entgehen. Wichtig ist es, offen und neugierig auf Menschen und Sitten zu reagieren, ohne die eigene Kultur ständig als das A und O zu betrachten. Nur wer sich auf fremde Dinge einlässt, wird auch neue Erfahrungen machen. Hilfreich ist es, ein paar Worte der Sprache zu sprechen oder sich schon zuvor mit religiösen Sitten und Bräuchen vertraut zu machen und diese zu achten. Wenn man als Fremder in einem Land ist, sollte man den Einheimischen und anderen Fremden immer mit Respekt begegnen, um ihre Sympathie und ihr Vertrauen zu bekommen. Nichts ist schlimmer als Touris, die denken, sie müssten jetzt ihr landestypisches Essen und Gebahren einführen. Wer zu wenig Angst hat, kommt vielleicht manchmal in gefährliche Situationen, wer zu viel Angst hat, dem werden einige Abenteuer nicht begegnen. Die Balance aus Vorsicht und Wagnis ist schwierig und oft anstrengend, ermöglicht einem aber oft ungeahnte Möglichkeiten.
Weiter sollte sowohl der Reisepartner, als auch Bekannte, die man unterwegs trifft, gut ausgewählt sein und zum eigenen Reiseprofil passen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass man durch Treffen am Ende der Welt den eigenen Plan nicht mehr verfolgen kann und sich mehr nach den zu treffenden Urlaubern richtet, als nach den eigenen Plänen. Es spricht absolut nichts dagegen, Freunde, die in der selben Region sind wie man selbst, für ein paar Tage zu treffen oder sogar eine Zeit lang zusammen zu reisen, doch sollte man vorher klären, wo man hin will, wie lange und was man macht.
Obwohl man auch mit wenig Budget eine Reise machen kann, ist es dennoch schlecht, zu knapp zu kalkulieren. Wer sich die interessantesten Dinge wie geführte Touren oder Kurse nicht leisten kann, sieht definitiv weniger von einem Land als andere. Es wäre schade, so weit von daheim weg zu sein und nichts zu sehen. Daher dann lieber kürzer reisen, aber die wichtigen Dinge sehen können, weil man es sich dann leisten kann.
