Ausrüstung
Mit dem Anschaffen der Ausrüstung sollte man relativ früh beginnen, da etwa Schuhe noch eingelaufen werden können und man sich einzelnen Teile auf Geburtstage oder Weihnachten aufteilen kann und am Ende keine hunderte von Euro auf einmal ausgibt, die eigentlich im Reise-Budget sein sollten.
Bei allem gilt immer: Weniger ist mehr!!! Wer sich vorstellen kann, einen voll bepackten 70 Liter Rucksack über mehrere Kilometer zu tragen, diesen auf ein Busdach hinaufzuhieven oder von dort zu fangen, der kann beruhigt alles mitnehmen, was er möchte. Jeder andere kann jetzt weiterlesen:
Klein und leicht sollte er sein und trotzdem alles an nötigem Equipment fassen können. Für Damen gibt es beispielsweise von Deuter extra Frauen-Rucksäcke. Die haben ein spezielles Tragesystem, das der weiblichen Figur angepasst und in kleineren Größen auch als Trekking-Version zu bekommen ist. Wichtig ist ein guter Sitz des Bauchgurtes und wasserdichtes Material. Ich habe mich für eine kleine 35-Liter Variante entschieden, da ich mir nicht vorstellen kann, mehr als den voll gepackt zu schleppen. Sicherlich werde ich das eine oder andere Luxus-Gadget hier lassen müssen, aber es wird Situationen geben, in denen ich mich zu dieser Entscheidung beglückwünsche…
Sinnvoll ist es, eine passende Regenhülle für den Rucksack dabeizuhaben. Sie schützt vor Monsum-Regen und Staub. Innerhalb des Rucksacks empfiehlt es sich, Kleidung, Schuhe, Badsachen etc. in unterschiedliche Tüten, Taschen, Dosen oder Gefrierbeutel zu packen. Damit hast Du so etwas wie eine Ordnung innerhalb des Chaos und die stinkenden Sachen haben keinen direkten Kontakt zu den sauberen Stücken. Zudem ist die Chance, dass die Sachen bei einem ordentlichen Regenguss trocken bleiben sehr viel höher.
Auch ist es praktisch, wenn man eine Einheit für Ausflüge oder Touren schon fertig gepackt separat im Rucksack mitführt. Darin solltest Du die Kopie des Passes, ein paar Pflaster, Sonnblocker, Taschenmesser, Taschenlampe und andere Kleinigkeiten verwahren. Dieses Päckchen kannst Du dann ganz einfach in den Daypack umladen, ohne die Hälfte zu vergessen.
Daypack
Zusätzlich zum Trekking-Rucksack empfiehlt sich ein kleiner Rucksack, den man auf Tagesausflüge, zum Strand oder zum Einkaufen mitnehmen kann. Der passt im Bus oder Zug bequem auf den Schoss und man hat einen Pulli, seine Wertsachen oder Proviant immer dabei. Ich habe schon von Leuten gehört, die nur mit einem Daypack über mehrere Monate unterwegs waren und denen nichts abgegangen ist. Wer also die super-light Variante wählen möchte, der beschafft sich einen ganz normalen kleinen Rucksack, macht den voll und das wars dann. Nichts für mich, aber bewundernswert.
Geldkatze
In der Geldkatze, die man dicht am Körper tragen kann, sollte wirklich nur das Allernotwendigste aufbewahrt werden, da sie sonst zu sehr aufträgt und unangenehm zu tragen ist. Am besten Pass, Ticket etc. in Plastikfolien oder –hüllen stecken, damit sie durch Schweiß nicht nass werden. Auch die Kreditkarte ist in einer Hülle besser vor Kratzern geschützt. Beim Bargeld macht die Feuchtigkeit normalerweise nichts aus. Hier keine Kamera oder MP3-Player! Sonst sieht jeder aus mehreren Metern Entfernung, wo Du was zu verbergen hast.
Schuhe
Für mich persönlich das schwierigste Thema an Ausrüstung, da man auch hier Abschnitte machen muss. Da wichtigste sind Wander-, Trekking- oder Turnschuhe. Je nachdem, in welche Region man reist oder was für Vorhaben man hat. Nur Flip Flops sind etwas für Strand-Menschen, die kaum reisen und keine Touren manchen wollen. Wer viel in Städten unterwegs ist, sollte sich bequeme Sneakers oder Halbschuhe mitnehmen. Wer Touren plant oder Trekken gehen will, sollte auf jeden Fall feste Schuhe mitnehmen, die gegen Tierbisse schützen und guten Halt geben. Solche Schuhe kann man auch in der Stadt oder zum Reisen per Bus etc. gut gebrauchen. Ansonsten hab ich noch nie von jemandem gehört, der Pumps mitnimmt…
Die Jacke
In vielen Regionen der Erde regnet es anders als in Deutschland oder dem Rest von Europa. Wenn es einmal anfängt, dauert es oft nur kurz, aber das Wasser fällt wie eine Wand vor einem vom Himmel. Eine gute Jacke ist das A und O, um nicht nass und damit kalt zu werden. Die perfekte Jacke schützt gegen Wind und Wasser, ist atmungsaktiv, damit man nicht zu sehr schwitzt und wärmt, wenn man in höhere Lagen kommt. Super geeignet sind alle leichten Allwetter-Jacken, Trekking-Jacken oder spezielle Sport-Jacken. Viele Ausrüster empfehlen Jacken in auffallenden Farben, die dem eigenen Schutz dienen, da man mit ihnen gut gesehen wird. Meist reicht ein einfacher Fliess, den man unter die Jacke zieht wenn es mal kalt wird. Doch auch hier gilt wieder, leicht sollte sie sein! Und klein. Denn in vielen Gebieten der Erde braucht man sie nur selten und hat sie daher die meiste Zeit im Rucksack dabei.
Auch der Rest der Kleidung sollte praktisch, multi-funktional und leicht sein. Sie macht meistens den größten Teil des Gepäcks aus und kann aber auch am ehesten gekürzt werden. Nicht vergessen: eine Garnitur wärmerer Kleidung, auch in warmen Ländern für Flughäfen, Flugzeug, Bus und andere Klimaanlagen-Zonen!
Achtung!!: Die Kleidungsstücke (z.B. Jacke oder Hose), die aus speziell beschichteten Materialien bestehen, wind- und wasserabweisend sind und atmungsaktiv, sollten auf keinen Fall mit normalem Waschmittel gewaschen werden. Also kein R… in der Tube etc. und auch nicht im Hotel oder Waschsalon abgeben! Keine Weichspüler und keine Imprägnierungen! Es gibt (zumindest in Deutschland) ein spezielles Waschmittel für Active-Wear, das die Beschichtung der Materialien nicht beschädigt. Dann also besser nicht waschen oder etwas von dem speziellen Waschmittel mitnehmen.
Eine Reiseapotheke ist unverzichtbar, auch wenn sie meistens nur nervt im Rucksack. Aber das ist ja wie mit dem Regenschirm: hat man ihn nicht dabei, regnet’s bestimmt! Also beim Arzt beraten lassen und ansonsten ein paar grundlegende Dinge wie Aspirin, Salben und Lutschbonbons gegen Halsschmerzen. Für spezielle Wehwehchen kann man auch unterwegs einkaufen.
Relativ günstig geht das zum Beispiel in einer Online-Apotheke, z.B. DocMorris
Ob man einen Schlafsack braucht oder nicht, hängt von den Vorhaben ab. Meist allerdings braucht man keinen mitzunehmen, da in allen Hostels oder anderen Herbergen Decken vorhanden sind. Bei größeren Trekking-Touren kann man den Schlafsack vor Ort ausleihen.
Technisches Equipment
Natürlich wird jeder eine Digitalkamera oder einen MP3-Player mitnehmen. Aber auch hier aufpassen: man muss alles tragen. Wer anfängt, sein gesamtes technisches Equipment mitzunehmen, der wird schwer tragen – und ist ein beliebtes Opfer von Überfällen.
Reiseführer sind meist das schwerste am Gepäck. Dennoch sind sie unverzichtbar, denn anhand dieser Schinken wird die Reise meist geplant, umgeplant oder gelenkt. Wer etwa Asien ohne den Lonely Planet bereist, der wird weit weniger über Land und Leute wissen und von ihnen sehen als andere. Natürlich kann man die auch teilweise vor Ort kaufen, ist aber nicht immer ganz einfach. Wir haben uns für die bekanntesten Reiseführer entschieden, die Footprint, bzw. LonelyPlanet-Ausgaben für Mexiko/Mittelamerika, Südamerika, Australien und Südostasien. Die sind sehr umfangreich, aktuell und gut recherchiert.
Ansonsten nimmt man natürlich Mückenschutz, Sonnencreme, Hut, Taschenmesser, Taschenlampe, Stifte und andere nützliche kleine Dinge mit auf eine Reise. Eine ausführliche Packliste ist am Seitenende angehängt.
Tipp: Wer viel in Bussen, Zügen oder Schlafsälen übernachtet, sollte unbedingt Oropax und ggf. eine Schlafbrille mitnehmen. Damit werden die Nächte einfach viel ruhiger! Außerdem: Obwohl Luxus, aber ein kleines Fläschen Parfum hat noch Platz: Wer viel reist wird nicht immer ganz rein und duftend sein. Wenn man dennoch mal abends ein wenig schicker ausgeht oder eingeladen wird, fühlt man sich damit gleich ein bisschen weniger „schimmelig“.
Thema Sicherheit
Natürlich muss man immer selber auf sein Gepäck aufpassen. Mit einigen kleinen Tricks ist man aber relativ sicher vor Taschendieben geschützt: Wenn es geht, den Rucksack nicht aus der Hand geben. Notfalls mit auf den Sitz im Bus oder Zug nehmen, dort mit einem Schulterträger irgendwo festmachen, damit ihn Dir niemand wegziehen kann, auch wenn Du schläfst. Muss er aufs Dach oder in den Busbauch, merke Dir die Seite, an der er eingeladen wurde und setze Dich im Bus auch auf diese Seite. Wenn jemand ihn auslädt, kannst Du so reagieren. Oft werden kleine Nummern-Zettel für jedes Gepäckstück verteilt, doch nach meiner Erfahrung werden die nur sehr wenig kontrolliert.
Auch ein einfaches Fahrradschloss kann helfen. Damit den Rucksack einfach fixieren, so kann niemand den ganzen Rucksack mitnehmen. Bis er ausgeräumt ist, wirst Du es merken…
Wertsachen, Pass, Ticket, Impfpass, Kreditkarte und Zimmerschlüssel immer (!) am Körper tragen oder im Safe deponieren (falls es so etwas gibt und der einigermaßen vertrauensvoll aussieht). In vielen Hostels gibt es Schließfächer. Das Schloss sollte man selber mitbringen.
Wertsachen am besten in eine Bauchtasche, die eng anliegt und sich unter den Hosenbund schieben lässt. Es gibt auch wilde Konstruktionen um den Oberschenkel etc., scheint mir aber ein wenig unpraktisch, wenn man doch mal an das Ticket ran muss. Auch ein guter Tipp: Einen Fake-Geldbeutel auf dem Zimmer deponieren, wenn der echte dort auch irgendwo sein muss. Einfach einen alten Geldbeutel mit einer abgelaufenen Kreditkarte und ein paar Dollars bestücken und so im Rucksack verstauen, dass er leicht gefunden wird. Oft geben sich Diebe, die in Eile sind, mit dem Bargeld ab und lassen die wirklich teuren Sachen in Ruhe. Auch gegen klauende Zimmer-Mitbewohner im Mehrbettzimmer ganz gut geeignet. Wer ein Zwei-Bett-Zimmer in einer windigen Unterkunft hat, kann auch nachts das Fahrradschloss wieder rausholen und die Türe von innen verschließen. So kommen ungebetene Besucher erst gar nicht ins Zimmer. Allgemein gilt, nicht zeigen, was man hat und immer ein Auge darauf haben.
Einen Vorschlag für eine Packliste findet ihr auf der Seite Weltreise-Info (ist nur ein Vorschlag, je nach Gebiet und Vorhaben müssen Dinge hinzugefügt oder weggelassen werden)

