Nino’s Blog
The Top End
Donnerstag, Juli 10th, 2008Nachdem wir dann noch einen Tag damit verbracht haben unsere Wäsche zu waschen, ein großes Packet nach Deutschland zu verschicken und den Van herzurichten, war es an der Zeit Abschied von Coco zu nehmen. Nathan und Anja haben uns noch zu Flughafen gebracht und dann ging es für uns ab nach Darwin. Leider hatten wir mal wieder den Fehler begangen am Vorabend noch ein wenig Abschied zu feiern und so saßen wir beide mit einem leichten Kater im Flugzeug.
In Darwin angekommen hat uns dann endlich wieder die tropische Hitze begrüßt. Nachdem wir in einem Hostel eingecheckt hatten, haben wir uns über die Möglichkeiten Informiert, die nahegelegenen National Parks, Kakadu National Park und Litchfield National Park zu besuchen. Leider ist selbst die günstigste Möglichkeit zu teuer für uns und so hängen wir drei Tage in Darwin fest. Wir gehen mal wieder ins Kino, besuchen den Sunsetmarket und vertilgen das bayrische Care Paket. Danke Jungs – guat wars!
Wir merken, dass wir auch wenn der Verkauf sich etwas schwierig gestaltet, mit unserem Van sehr gut gefahren sind. Ich kann diese Art Australien zu bereisen wirklich jedem empfehlen, da alles andere richtig teuer ist und man wenig zu Gesicht bekommen wird, außer man gibt nochmal ein Vermögen für Touren aus.
Auch wenn mit Australien sehr gut gefallen hat, muss ich sagen, dass ich nicht verstehen kann, wie dieses Land im Ruf steht ein gutes Backpacker Land zu sein. Es ist alles so teuer und den jungen Reisenden wird hier regelrecht das Geld aus der Tasche gezogen. Die Hostels sind schäbig und ein Bett in einem Schlafsaal mit zehn Betten kosten an die 30 Dollar. Bustickets kosten so viel, dass es sich zu zweit schon lohnt mit dem Auto zu fahren und die Touren sind eigentlich unbezahlbar. Wir haben von einigen Einheimischen erfahren, dass dies vor einigen Jahren wohl noch anders gewesen sein muss. Hier zu Reisen ist wirklich schön, wenn man ein großes Budget hat. Wir haben ziemlich basic gelebt und haben dennoch in drei Monaten doppelt so viel ausgegeben, wie in sechs Monaten Mittel- und Südamerika und mussten vieles auslassen, weil wir einfach nicht genug Geld hatten. Viele der Backpacker die wir treffen müssen ihren Aufenthalt verkürzen. Andere arbeiten für fast kein Geld auf irgendwelchen Farmen oder dergleichen und können oftmals nicht mehr als ein paar hundert Dollar sparen, womit man hier nicht weit kommt.
Dennoch hatten wir in Australien eine superschöne Zeit. Die Menschen sind wirklich unglaublich nett und gastfreundlich, die Landschaften, Nationalparks und Strände unglaublich schön und man kann viele der einheimischen Tiere in freier Wildbahn treffen. Aber ich freu mich jetzt auch wieder in günstigen Ländern zu reisen, wo man nicht jeden Dollar dreimal umdrehen muss. In drei Tagen fliegen wir nach Bali und werden dort hoffentlich wieder gute Wellen haben und wieder ein wenig luxuriöser leben. Also wie immer, macht es gut und danke für den Fisch!

Ab in den Outback
Donnerstag, Juli 10th, 2008Da wir nach drei Tage in Cape Tribulation so ziemlich alles gesehen hatten, haben wir dann beschlossen noch in die Tablelands bei Cairns zu fahren. Die Tablelands sind auf eine Höhe von etwas 1.000 Metern und die Verbindung zwischen Outback und Regenwald an der Küste.
Per Zufall finden wir einen superschönen Campingplatz in der Nähe von Mareeba bei der Granites Gorge. Mitten im Busch schlängelt sich ein kleiner Fluss durch eine Schlucht voll Granitfelsen. Überall springen Kängurus und kleine Rock Wallabies durch die Gegend und wir haben noch mal richtiges Outback-Feeling. Außer uns ist nur noch ein weiteres deutsches Pärchen hier.
Da wir am Abend ein Feuer machen wollen und dabei unseren Hot Pot (einen großen Topf aus Gusseisen, den man direkt ins Feuer stellt) ausprobieren wollen, müssen wir uns erst mal um ein wenig Brennholz kümmern. Leider sind die Stämme die auf dem Gelände des Campingplatzes liegen so groß, dass wir sie noch nicht mal tragen können. Also machen Nathan und ich uns auf die Suche nach einer Säge, vorzugsweise einer Kettensäge. Die Schuppen auf dem Campingplatz sind alle nicht abgesperrt und wir finden allerhand Werkzeug, aber leider keine Kettensäge. Das einzige, was wir auftreiben können ist eine Astkettensäge, die man auf einen Rasentrimmer aufsetzen kann. Besser als nicht denken wir uns und schrauben das die an. Leider ist das Sägeblatt total stumpf und die Säge hat auch nicht so richtig Power und so müssen wir uns mit ein paar kleineren Stücken begnügen. Für unser Feuer reicht es und es hat ordentlich Spaß gemacht. Unser Gemüseeintopf aus dem Hot Pot ist ein voller Erfolg und mal so richtig lecker. Wir sitzen dann noch bis spät in die Nacht und machen Feuerbilder, während die Wallabies um uns herum hüpfen.
Am nächsten Tag müssen wir dann zurück nach Cairns. Auf dem Weg schauen wir noch bei einer Schnapsbrennerei vorbei die Marschmellow-Likör brennen. Na ja! Die wollen dann mal wieder schlappe 40 Dollar für einen halben Liter und so machen wir uns wieder auf den Weg und schauen uns noch den Lake Tinaroo und einige Wasserfälle an. Über eine Straße mit ca. 40.000 Kurven fahren wir dann zurück nach Cairns.
Cape Tribulation – where the rainforest meets the reef
Donnerstag, Juli 10th, 2008Da Cairns nicht gerade der schönste Fleck in Australien ist und wir noch eine Woche Zeit haben bis zu unserem Flug, machen wir uns mit Anja und Nathan noch auf nach Cape Tribulation. Cape Tribulation ist ein Nationalpark mit jeder Menge Regenwald, der direkt am Meer gelegen ist. Mit einer Kabelfähre geht es über einen Fluss und schon ist man mitten drin. Der Regenwald ist wirklich schön hier. Leider kann man wegen Crocs und Quallen wieder mal nicht im Meer Baden und so suchen wir und ein Wasserloch in einem Fluss (ohne Crocs).
Bei Noahs Beach kann man für 4,50 Dollar/pro Person campen und es gibt einige schöne Wanderungen durch den Dschungel. Bei einer unser Wanderungen bekommen wir dann tatsächlich auch noch ein wildes Krokodil zu Gesicht. Unsere weiteren Angelversuche hier oben enden leider nicht so erfolgreich. Das einzige, was wir an Land ziehen ist ein kleiner Schaufelnasenrochen (so eine Mischung aus Rochen und Hai) und so müssen wir doch wieder unser Essen im Supermarkt holen. Cape Tribulation ist wirklich einen Ausflug wert. Am besten natürlich wenn man ein eigenes Auto oder noch besser einen Van hat.
Abschied von Coco unserem goldenen rollenden Palast
Donnerstag, Juli 10th, 2008In Cairns stellen wir unseren Van in den Innenhof eines Hostels und schlafen noch darin. Das kommt uns günstiger, aber wir sind dennoch mitten in der Stadt und haben so eine bessere Ausgangsposition für den Autoverkauf. Nathan und Anja mieten sich auch im Rosies Backpackers ein. Leider gibt es in Carins keinen Backpacker Carmarket wie in Sydney und so müssen wir die Stadt mit unseren Flyern pflastern. Bei unseren Runden durch die Stadt merken wir bald, dass die Zeit zum Autoverkauf gerade nicht besonders günstig ist. Zudem gibt es ein paar Arschlöcher, die immer unsere Flyer abreisen, damit jemand nicht unser sondern ihren Van kauft. Als wir dann sehen, dass Leute ähnliche Vans wie unseren für 1.000 Dollar verschleudern, machen wir uns Gedanken über unsere Alternativen. Ich habe einfach keine Lust ein Auto mit einem Marktwert von 5.000 Dollar irgendeinem Penner für einen Spottpreis zu überlassen. Dafür ist unser Van einfach zu gut und uns zu sehr ans Herz gewachsen. Die erste Idee wäre das Ding nach Deutschland zu verschiffen. Da das doch ein wenig umständlich ist, entschließen wir uns für eine andere Lösung. Da Anja und Nathan darüber nachdenken für einen Monat ihres Aufenthalt einen Camper zu mieten, schlagen wir den beiden vor, dass sie unseren Van für die nächsten drei Monate kostenlos fahren dürfen, wenn sie ihn dann für uns in Perth Ende August verkaufen. Ende August fängt die Saison wieder an, da es dann in den Sommer geht und wir werden sicher einen besseren Preis erzielen. Damit sonst nicht schiefgehen kann versichern wir den Wagen noch gegen alle Eventualitäten, was erstaunlich günstig ist. Für 20 Dollar/Monat bekommen wir Vollkasko-, Haftplicht-, Diebstahl- etc. Versicherung mit nur 200 Dollar Selbstbeteiligung.
Camping-Abenteuer auf dem Weg nach Cairns
Donnerstag, Juli 10th, 2008Zu viert sind wir dann zunächst zu einem kleinen Ort namens Alva Beach gefahren und haben dort direkt am Strand gecampt. Leider kann man hier oben aufgrund der Quallen und Krokodile nicht mehr so ohne Bedenken ins Meer gehen und so haben wir uns das einfach gespart.
Von dort aus ging es dann weiter nach Townsville und mit der Autofähre rüber nach Magnetic Island. Dort haben wir dann unser Angelglück wieder einmal herausgefordert. Diesmal hatten wir allerdings schon ein paar Erkundigungen über den Speiseplan der australischen Fische eingeholt. Am Strand haben wir dann noch Bekanntschaft mit einem total skurrilen, alten Typen gemacht, der in der Ebbe gerade Golf gespielt hat. Er hatte ein weites Hemd und einen Wickelrock an und eine riesige Sonnenbrille und einen selbstgebastelten Hut mit allerlei Gimmicks auf. Er hat uns noch ein paar Tipps gegeben und schon nach ein paar Minuten hatte ich was echt Großes an der Angel. Leider entpuppte sich mein Fang als ein kleiner Stachelrochen. Nach diesen Anlaufschwierigkeiten klappte es dann ganz gut und am Schluss hatten wir für jeden einen kleinen Fisch. Anja und Nathan hat auch so richtig das Angelfieber gepackt und so haben wir beschlossen am nächsten Tag auf größere Beute zu gehen. Die Nächte hier sind nun schon richtig kühl und wir müssen uns immer richtig einpacken, um noch draußen sitzen zu können. Auf unserem Campingplatz wimmelt es nachts von Opossums und kleinen Kängurus (Rock Wallabies).
Am nächsten Tag haben wir es dann erst mal auf ein paar Kokosnüsse abgesehen. Da die braunen, die schon am Boden liegen meist nur noch wenig Wasser und ein recht trockenes Fleisch haben, wollen wir an die frischen grünen ran. Da so eine Kokospalme meist recht hoch ist, ist das nicht ganz einfach. Wir haben uns dann mit einer Stange und einem Taschenmesser eine Säge gebaut und nach einer längeren Aktion dann auch eine ganze Staude runtergeholt. Nach dem öffnen der Nüsse wussten wir, dass sich die Mühe gelohnt hat. Nach einem faulen Strandtag, sind wir dann am Abend wieder zum Angeln gegangen. Wir haben uns zunächst ein paar kleinere Köderfische gefangen und sind dann auf größere Beute. Als es dann schon dunkel war hatten wir dann endlich Erfolg und Friedl hat einen ganz beachtlichen Burschen an Land gezogen, der für ein Abendessen für vier ausreichte. Während wir beim Angeln waren ging dann der Mond über den Inseln auf und hing groß und orange/violett am Himmel. Mit unserem Fisch und unseren Kokosnüssen haben wir uns dann ein super Abendessen gezaubert. Der Fisch wurde in Alufolie auf den Grill gelegt und dazu gab es ein mit Kokosnussmilch gekochtes Curryrisotto mit frischer gerappelter Kokosnuss und Salat.
Am nächsten Tag ging es dann ein Stück weiter die Küste hinauf nach Mission Beach. Leider war uns das Wetter mal wieder nicht so gut gesonnen und so hat es uns bei unserer Ankunft so richtig eingeregnet. Zum Glück haben wir einen öffentlichen Campingplatz mitten im Ort gefunden der sehr günstig war und haben uns mit einigen Planen aus dem Van ein Vorzelt gebaut. Nach einer relativ trockenen Nacht hat es dann am zweiten Tag so richtig zu gießen begonnen und Nathan musste sein Talent als Kanalbauer unter Beweis stellen, damit das Zelt der beiden nicht untergeht. Gegen Abend hat es dann etwas nachgelassen und wir konnten am Strand unser drittes Fisch-Abendessen fangen.
Am nächsten Tag müssen wir dann nach Cairns. So langsam geht unsere Zeit hier in Australien nun dem Ende zu und wir müssen unseren geliebten Van zu verkaufen. Auf dem Weg dorthin machen wir noch einen Stopp bei einer Krokodilfarm und kommen gerade noch rechtzeitig zur Fütterung. Die haben da echt ein paar ordentliche Burschen. Das größte ist über fünf Meter lang! So einem möchte ich nicht außerhalb der Farm begegnen. Später dürfen wir dann auch noch ein Babykrokodil und eine Python in die Hand nehmen.
Whitsunday Island – Segeln am Great Barrier Reef
Donnerstag, Juli 10th, 2008Wir haben einen drei Tagestrip auf der Apollo einer ehemaligen Maxi Racing Yacht gebucht. Das Schiff ist eine richtige Rennziege und macht bei gutem Wind gerne mal 20 Knoten. Leider sollte uns dieses Vergnügen verwehrt bleiben, da wir drei Tage Flaute hatten. Unsere Besatzung bestand aus einem Skipper und seinem Assi, einem Divemaster und einem Koch. Der Koch hat wirklich ganze Arbeit geleitet und die knapp 30 Mann an Board immer bestens verköstigt. Unter unseren ca. 20 Mitseglern waren unter anderem einige Deutsche, ein paar der obligatorischen englischen, verfressenen und bescheuerten Kids und ein paar Skandinavier und Holländer.
Am ersten Tag konnten wir sogar noch ein bisschen Flautensegeln und sind dann an einem Riff zum Tauchen gegangen. Die Korallen- und Fischvielfalt war wirklich sehr schön. Leider war die Sicht mal wieder nicht besonders und man hat auch gesehen, dass das Riff an einigen Stellen schon ganz schöne Schäden davongetragen hat.
Am zweiten Tag ging es dann an den berühmten Whithaven Beach, dem angeblich drittschönsten Strand der Welt. Durch den Schneeweißen Sand schimmert das Wasser in verschiedenen blautönen und man sieht viele Rochen und kleine Haie im flachen Wasser schwimmen. Ich denke hier lasse ich mal wieder am besten die Fotos sprechen.
Am Nachmittag habe ich mich dann noch zu einem weiteren Tauchgang überreden lassen, der sich wegen der noch schlechteren Sicht leider nicht wirklich gelohnt hat. Anschließend sind wir dann wieder in eine Bucht zum Übernachten gefahren.
Der Unterhaltungsknüller des Abends war mal wieder eine der Engländerinnen. Geringfügig angetrunken meinte sie zum Gitarrenspiel das Divemasters aus voller Brust mitsingen zu müssen. Leider traf sie dabei die richtige Tonlage nur äußerst selten, was doch beträchtlich zur allgemeinen Erheiterung beigetragen hat.
Am letzten Tag haben wir dann noch mal versucht zu segeln, aber der Wind hat leider nicht mitgespielt. Auf dem Trön haben wir dann auch Anja und Nathan aus der Nähe von Ravensburg kenngelernt und Ihnen angeboten die restliche Strecke bis Cairns mit uns im Van mitzukommen, was die beiden dann auch gemacht haben.
Last surf in Australia – Agnes Waters
Donnerstag, Juli 10th, 2008Agnes Waters oder besser bekannt als Town of 1770 ist der letzte Ort mit surfbaren Wellen an der Ostküste. Auf dem Parkplatz direkt am Strand stehen schon jede Menge Vans und das Campen wir dort toleriert. Es gibt BBQs, Toiletten und Duschen – alles was man braucht. Die Wellen sind ziemlich klein, aber Friedl und ich haben dennoch Spaß. Abends versuchen wir uns dann mit Angeln, aber haben nicht die richtigen Köder und fangen nix. Eigentlich wollten wir hier nur eine Nacht bleiben, aber da es so nett ist, beschließen wir von hier direkt nach Airlie Beach zu fahren und keinen weiteren Stopp mehr zu machen. Abends sitzen wir immer noch mit den Leuten aus den anderen Vans zusammen.
Babysitting auf Fraser Island
Donnerstag, Juli 10th, 2008Unsere Gruppe auf Fraser besteht aus acht 19jährigen Engländer/innen (fünf Mädels und drei Jungs) und uns. Wir freuen uns, da das heißt, dass wir die einzigen sind, die den Jeep fahren dürfen. Am Abend vor der Abreise bekommen wir ein ausführliches Briefing für den Trip und Anweisungen, wie man sich „Dingo save” verhält. Am nächsten Morgen wir unser ganzes Campingequipment in den Toyota Land Cruiser geladen und es geht auf die Fähre nach Fraser. Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt und zu 100 % National Park. Die Wälder sehen noch so richtig urzeitlich aus und es gibt keine befestigten Straßen. Um sich schnell fortzubewegen fährt man hier am Strand auf und ab, der als Highway klassifiziert ist. Über die Offroad-Tracks im Landesinneren kommt man nur sehr langsam voran.
Am ersten Tag fahren wir zunächst zum Lake McKenzie. Der Süßwassersee mit seinem kristallklaren Wasser und den weißen Sandstränden sieht eher aus wie ein Stück karibisches Meer und ist echt etwas, was man sonst noch nie gesehen hat. Danach fahren wir zu unserem ersten Camping-Platz. Beim Aufbau der Zelte und beim Herrichten des Abendessens, bestätigt sich dann unser Verdacht, dass sechs der Kids nicht so ganz selbstständig sind. Sie lassen sich von vorne bis hinten bedienen und man muss um jeden Handgriff betteln. Ich hatte eigentlich keine Babysitting-Tour gebucht.
Am zweiten Tag fahren wir dann ganz in den Norden der Insel. Bei Indian Heads, dürfen wir dann mal die Off-Road-Künste unseres Jeeps so richtig ausprobieren. Ein vierhundert Meter langes Stück mit tiefem, lockerem Sand. Leider müssen wir nach einigen Anläufen feststellen, dass der Allradantrieb bei unserem Jeep nur im Rückwärtsgang funktioniert. Sehr ärgerlich! Wir müssen also das letzte Stück zu Fuß laufen. Von oben soll man bei Indian Heads viele Tigerhaie sehen. Leider sind die Tiere anscheinen gerade nicht gewillt sich uns zu zeigen.
Am Abend Campen wir dann wild direkt hinter den Dünen am Strand. Da wie gesagt unser Allradantrieb nur rückwärts funktioniert, müssen wir rückwärts „einparken”. Eigentlich perfekt für einen abenteuerlich romantischen Abend. Unsere Babys halten sich beim Kochen natürlich wieder vornehm zurück, und gieren sobald es fertig ist. Zwei der Kids reisen nicht mit den anderen sechs und sind von deren Verhalten auch langsam so richtig angepisst. Dennoch sitzen wir noch ein bisschen zusammen und trinken ein Bier. Wir dachten eigentlich, dass die Kids dann mal ordentlich feiern und wir uns irgendwann zurückziehen. Um neun Uhr jedoch saßen Friedl und ich dann allein mit unserem Bier da und haben uns verwundert angeschaut. Die Jungs saßen im Zelt und haben sich auf ihrem iPod einen Film angeschaut und die Mädels haben sich drüber unterhalten wie man mit dem Glätteisen die Haare am besten glatt kriegt. Ich fass es nicht!
Am letzten Tag machen wir noch eine kleine Buschwanderung zum Lake Wobby und sehen eine fette Python, die sich über unserem Weg schlängelt. Auf dem Rückweg verfahren wir uns ein wenig und bekommen noch mal eine richtige Offroad-Strecke geboten. Alles in allem muss ich sagen, dass mir Fraser schon gut gefallen hat, aber mich nicht vom Hocker gehauen hat. Ich denke jedoch, dass mit einer coolen Gruppe das ein wenig anders ausgesehen hätte.
On the road again
Donnerstag, Juli 10th, 2008Von Byron fahren wir dann die Küste wieder nach Norden. Unser erster Stopp ist wieder Coolangatta, da wir dem Surf dort noch eine zweite Chance geben wollen. Leider ist wieder kein Swell und so hauen wir uns einfach nur an den Strand. Am Abend werde ich dann ein bisschen krank und gehe früh ins Bett. Wir stehen mit einigen anderen Vans auf einem der vielen Parkplätze am Meer. Um zwei Uhr Nachts klopft dann die Polizei an unsere Tür und sagt, dass wir hier nicht im Auto schlafen dürfen und dass wir eine Strafe zahlen müssen, wenn sie uns noch mal erwischen. So müssen wir mitten in der Nacht uns einen neuen Schlafplatz suchen und verkriechen uns an einen See im Hinterland.Von dort fahren wir dann wieder nach Noosa und die umliegenden Strände. Auf dem Weg dorthin schauen wir uns noch die Glas House Mountains an und Friedl überfährt beinahe ein Känguru, das uns vors Auto hoppelt. Die Glas House Mountains sind steile Felsberge, aus der erstarrten Lava alter Vulkanschlote. Über die Zeit ist das weiche Material außenherum erodiert und so ragen diese Felsen nun mitten aus dem Dschungel.
Da der Swell auch in Noosa nicht so besonders ist, bin ich nicht ganz so traurig, dass ich krank bin und nicht ins Wasser kann. Nach einem kurzen Stopp in Rainbow Beach fahren wir dann nach Hervey Bay, von wo aus wir unsere Tour nach Fraser Island starten.
Good Bye Byron
Donnerstag, Juli 10th, 2008Als wir uns dann gerade so richtig eingelebt haben, wird es Zeit zu gehen. Wir haben Jo und die kleine Ella ins Herz geschlossen. Oft sitzen wir mit Jo und ihrem Freund Diego abends auf unserem Balkon und machen BBQ. Ella stolziert mit ihren Stiefeln durchs Haus. Die Kleine ist wirklich ein totales Fashion Victim und ist oftmals besser gekleidet als manche zwanzigjährige. Das liegt wohl daran, das Jo einen Laden für Kinderbekleidung hatte.
Auch mit den Leuten von der Tauchschule verbringen wir den ein oder anderen Abend und setzten uns mit einigen Bieren bewaffnet an den Strand oder ziehen durch die Clubs in Byron.
An unserem vorletzten Tag in Byron beginnt noch das Unterwasserfestival. Unterwasserfotografie Wettbewerb, Tauch-Equipment-Messe, Nachttauchgänge etc. Ich bekomme noch die Chance einen der Fotografen/Videografen durch unser Tauchgebiet zu führen. Die Kameras die die haben sind der Wahnsinn. Mit Gehäuse wiegen die bis zu 25 Kilo und sehen eher aus wie kleine Raumschiffe. Hier könnt ihr euch ein kleines Video anschauen, das der Typ gemacht hat, mit dem ich unterwegs war.
Da wir uns das mit dem Arbeiten aus dem Kopf geschlagen haben, müssen wir schauen, dass unser restlicher Trip hier in Australien so günstig wie möglich wird. Da wir gerne noch ein Ausflug auf Fraser Island und einen Segeltörn durch die Whitsunday Islands machen möchten, verteilen wir die letzte Woche Flyer für ein Reisebüro. Dafür bekommen wir Vergünstigungen auf die Trips. Nach einer Woche haben wir 400 Dollar angespart und wollen unsere Touren buchen. Als wir an unserem Abreisetag an das Office kommen ist dieses geschlossen und wir müssen feststellen, dass es Pleite gemacht hat und alle Filialen in Australien geschlossen wurden. Zu unserem Glück im Unglück haben wir unsere Touren noch nicht gebucht und so nicht auch noch das Geld, was wir dafür bezahlt hätten verloren. Da wir die Touren dennoch machen wollen, buchen wir bei einer anderen Agentur. Müssen wir halt den Gürtel sonst etwas enger schnallen.
Back in Byron
Donnerstag, Juli 10th, 2008Als wir in Byron ankommen, regnet es uns erst so richtig ein und wir beschließen schnellstmöglich ein Zimmer für die Zeit die wir hier sind zu mieten. Nachdem wir einige Zimmer angeschaut haben entschließen wir uns für das günstigste und erste, dass wir gesehen haben. Wir wohnen zusammen mit Jo und ihrer fünfjährigen Tochter in einem netten Holzhaus. Von der Terrasse kann man über die Bucht schauen und es sind fünf Minuten zu Fuß zum Strand und zur Ortsmitte.
Ich fange am nächsten Tag direkt im Tauchcenter an, bei dem ich bei unserem ersten Aufenthalt schon wegen einem Job angefragt hatte. Ich arbeite dort als Volontär und kann dafür umsonst Tauchen gehen und vielleicht noch den ein oder anderen Tauchschein machen. Ich muss dort Kunden mit Equipment ausstatten, Flaschen füllen etc. Außer mir arbeiten dort noch ca. 15 andere junge Traveller und so überarbeitet man sich dort nicht. Die Tauchplätze hier sind ziemlich interessant, da man viele bunte tropische Fischarten und Korallen sieht, aber auch viele Großfische wie Haie, Rochen und Delphine. Leider ist durch den ganzen Regen die Sicht unter Wasser nicht so besonders. Jetzt brauch ich nur noch einen Job, um die Reisekasse wieder aufzubessern, denn Australien ist wie gesagt ziemlich teuer.
Und so fliegen die ersten Tage dahin und der Regen wird immer schlimmer. Man kann eigentlich fast nicht mehr aus dem Haus gehen und die Tauchgänge werden auch abgesagt. Swell und Wind bescheren uns zudem schlechte Wellen und das schlägt sich auf unsere Laune nieder. Nach einer Woche haben wir die Schnauze voll und fangen an zu überlegen, wie es weitergehen soll. Da es die ganze Ostküste entlang (zumindest dort wo man surfen kann) pisst und Besserung nicht in Sicht ist, spielen wir mit dem Gedanken, dass mit dem Arbeiten hier sein zu lassen und früher nach Bali abzuhauen. Da Asien wesentlich günstiger ist, würden wir so auch ohne arbeiten durchkommen. Wir können dann zwar leider nicht mehr an die Westküste Australiens, aber man kann eben nicht alles machen. Das haben wir auf diesem Trip nun schon gelernt. Gesagt getan. Wir buchen unsere Flüge von Ende Juni auf Anfang Juni um. Wir werden noch zwei Wochen in Byron bleiben, da unser „Mietvertrag” so lange läuft und dann noch einen Monat lang die Ostküste bis Cairns hochfahren.
Nachdem wir eine weitere Woche kaum aus dem Haus kommen wegen dem starken Regen, wird das Wetter endlich wieder besser. Leider haben die Flüsse so viel Sediment ins Meer gespült, dass die Sichtweite unter Wasser quasi gleich Null ist und so gibt es seit eineinhalb Wochen keine Tauchgänge mehr. Dafür werden die Wellen wieder etwas besser und wir kommen wieder ein wenig zum surfen. So, und da geh ich jetzt auch wieder hin. Macht‘s gut und bis bald.
Byron Bay – the place to be?
Donnerstag, Juli 10th, 2008Byron Bay gefällt uns so gut, dass wir fast zwei Wochen bleiben. Das kleine Örtchen mit nicht mal 10.000 Einwohnern hat einfach jede Menge Charme, Flair und gute Wellen. Die meisten Tage verbringen wir mit ausgedehnten Surf- und Beachsessions am Tallow und am Clarkes Beach. Wir besichtigen das Cape Byron und den Leuchtturm (der östlichste Punkt Australiens) und verbringen einige nette Abende auf dem BBQ-Deck unseres Campingplatzes. Es gibt meist ein paar Leute die Musik machen. Unter anderem spielt jemand auf einem echt interessanten Instrument, das sehr asiatisch klingt und das ich noch nie gesehen habe. Er erklärt mit, dass das Instrument eine „Hang” ist und aus der Schweiz kommt!?!
Kurzum es gefällt uns so gut, dass wir uns überlegen, ob wir uns hier für 4-6 Wochen einen Job suchen sollen und hier bleiben. Doch wir wollen uns erst noch die nächsten 300 Kilometer Küste bis Noosa Heads anschauen und dann entscheiden. Und so packen wir unsere sieben Sachen wieder in unser rollendes Zuhause, werden von unseren Nachbarn am Campingplatz noch zu ihnen nach Hause in Caloundra eingeladen und machen uns auf den Weg nach Nimbin.
Nimbin ist berühmt geworden durch das Aquarius Festival, das hier in den 70ern stattgefunden hat. Bis heute ist der kleine Ort zu einem Mekka für Hippies geworden. Meiner Ansicht nach hat der Ort keine besonders angenehme Atmosphäre und ist eher etwas abgefuckt. Wir machen nur einen kleinen Spaziergang, trinken einen Cafe und fahren dann weiter zu den Minyon Falls. Inmitten des Regenwalds gelegen gibt es dort einen kleinen Campingplatz. Da dort gerade eine Jugendfreizeitgruppe campiert, ist an dem sonst beschaulichen Ort ganz schön was los.
Am nächsten Tag geht es dann nach Tweed Heads und Coolangata (Heimatstadt von Mick Fannig, dem amtierenden Surfweltmeister). Leider ist ziemlich starker Wind und der einzige Spot (Rainbow Beach), der nicht verblasen ist, ist entsprechend überlaufen. Der Surf ist dennoch gut. Gerne hätte ich Kirra in Action erlebt, aber der Spot ist leider flacher als jeder See.
Am nächsten Morgen fahren wir dann die Goldcoast in Richtung Surfers Paradise. In Burleigh Heads machen wir Frühstücksstop und als ich gerade dabei bin in unserem Bus Kaffee zu kochen, klopf ein Typ an und frägt wie es so läuft. Wir quatschen ein wenig und er frägt mich ob wir surfen und auch Boogieboarden würden. Ich meine, dass wir meist surfen, da wir keine Boogieboards haben und da holt der Typ zwei fast neue Boards aus seinem Auto und schenkt sie mir. Ich war echt völlig baff. So was passiert einem wirklich nur in Australien.
Als wir in Surfers ankommen fängt es total an zu schiffen (und es sollte die nächsten zwei bis drei Wochen auch nicht mehr aufhören). Surfers Paradise ist nicht gerade ein Paradies. Viele Hochhäuser und das ganze ist eher eine Pauschaltouristadt und bei Regen ist das dann noch Trister. Leider sind zudem die Wellen entlang der ganzen Küste als wir dort sind nicht surfbar. Abends machen wir dann noch einen Spaziergang und stolpern mitten in eine Bikini-Miss-Wahl. Ziemlich viel Silikon!
Am nächsten Tag geht es dann gleich weiter an die Sunshine Coast. Wir schauen uns Caloundra an und fahren dann gleich weiter bis Noosa Heads. Noosa ist echt schön, aber ziemlich schickimicki und dementsprechend teuer. Auch hier regnet es und nach einer Nacht beschließen wir nach Byron zurück zu fahren, um uns dort für ein bis zwei Monate niederzulassen und zu arbeiten.
Pics von Peru bis Australien
Montag, April 14th, 2008So und für alle, die noch nicht genug haben, gibts hier nochmal jede Menge Fotos ab Neujahr. Viel Spaß!
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| Von Punta Sal bis zum Titicacase |
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| Bolivien & Chile |
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| Australien bis Byron Bay |
Stu trifft Nino
Sonntag, März 30th, 2008Bluesfest 2008 in Byron Bay
Sonntag, März 30th, 2008In Byron Bay haben wir einen Campingplatz direkt im Zentrum reserviert. Von dort aus können wir in 20 min bis zum Festival laufen. Dort treffen wir auch Stu und Mette wieder. Als wir ankommen platzt Byron Bay fast aus den Nähten. Noch kurz ins Meer und dann machen wir uns auf zum Bluesfest. Das Areal ist gigantisch. Man kann sich dass Bluesfest ungefähr so vorstellen wie das Münchner Tollwood, mit weniger Ständen zum shoppen und die Zelte sind alle offen. Auf fünf Bühnen spielen von 12 Uhr mittags bis 12 Nachts insgesamt über 60 Gruppen an fünf Tagen. Die meisten davon sind uns unbekannt.
Am ersten Abend hören Sinead O’Conner und noch ein paar andere Bands. Die nächsten beiden Tage frühstücken wir immer ausgiebig, springen kurz ins Meer und dann geht’s wieder ab aufs Festival. Meine Favoriten, die wir gesehen haben waren Rodriguez & Gabriela, Beau Young und Cat Empire. Auch wenn es eigentlich cool soviel Auswahl zu haben, waren es manchmal ganz schön stressig von einem zum anderen zu rennen, da man sonst immer das Gefühl hatte was zu verpassen. Am letzten Abend haben wir dann überraschenderweise Coot nochmal getroffen, der eigentlich schon hätte heimfliegen sollen, aber spontan seinen Flug auf einen Tag später verlegt hat. Zusammen mit den andern legen wir dann noch im Cheeky Monkey eine flotte Sohle auf Parkett. Am nächsten Tag ist dann großer Abschied angesagt. Wir sind so viel mit Stu und Mette gereist, dass wir uns schon richtig an sie gewöhnt haben. Da die beiden Anfang April wieder zurück nach Europa fliegen, sehen wir uns wohl so schnell nicht wieder.
Ach ja und Ostern war ja auch noch. Wie wir das halt so gewöhnt sind haben wir ein paar Schoko-Eier und Hasen besorgt und haben am Ostersonntag in der früh alles auf unserem kleinen Campingplatz versteckt. Und dann durften die anderen alle suchen. Die fanden das total cool, da man das hier in Australien anscheinend nur als Kinder macht und dann später nicht mehr. In diesem Sinne wünsche ich euch allen noch nachträglich “Frohe Ostern!”.
Friedl und ich sind ziemlich KO von den letzten Tagen und beschließen noch eine Woche in Byron Bay zu bleiben. Surfen, sonnen und mal wieder ein wenig Geschwindigkeit aus unserer Reise nehmen. Ja und so sitze ich nun hier am Clarkes Beach und nach so viel Sonne regnet es gerade ein wenig. Gestern hatten wir einen super Surf am Tallows Beach und ich hoffe, dass das die Woche so bleibt. So far, so good! Lasst es euch gut gehen (das machen wir auch – hier noch ein paar Bilder dazu) und bis bald.
Road Trip nach Byron Bay
Sonntag, März 30th, 2008Als erstes führt uns unser Weg zurück nach Melbourne. Auf dem Weg dorthin wird bei Aldi (gibt es dort tatsächlich auch) erst mal der Kühlschrank und die Vorratskammer ordentlich gefüllt. Wir übernachten verbotenerweise auf einem Parkplatz am Brighton Beach und kochen unser erstes Camping Mahl (Lachs mit Wokgemüse). Am nächsten Morgen, werden wir von den Parkplatzwächtern geweckt und freundlich darauf hingewiesen, dass man hier eigentlich nicht Campen darf. Eigentlich sind sie aber viel mehr daran interessiert, woher wir kommen und wie unsere Reise so aussieht. Als wir kurz danach ins Zentrum fahren wollen, fragen wir eine Frau, ob sie uns eine Tiefgarage empfehlen könnte. Sie meint, es wäre besser den Wagen hier in der Nähe auf einem Park&Ride Parkplatz stehen zu lassen und mit der Bahn reinzufahren. Da sie gerade nix besseres vor hat, geleitet sie uns gleich noch dort hin und geht auch ganz sicher, dass alles klappt. Es ist einfach unglaublich, wie Gastfreundlich die Leute hier sind. Die Tageskarte für das public transport Netz kostet hier nur 6.50 Dollar. Ein Schnäppchen. Zudem gibt es im Zentrum eine kostenlose Tram- bzw. Busroute für Touristen.
In Melbourne angekommen treffen wir uns mit Coota, der für den Tag unseren Guide mimt. Wir schlendern zunächst etwas durch die Innenstadt und gehen eine Kleinigkeit Essen. Melbourne ist fast noch schöner wie Sydney. Die Mischung aus alten und hochmodernen Gebäuden ist fast überall bestens gelungen. Es gibt viele Parks und die Strände sind fast mitten in der Stadt. Absolut lebenswert! Um uns einen besseren Überblick zu verschaffen fahren wir auf den Eureka-Tower. Der Ausblick ist echt umwerfend und wir bereuen es ein wenig unter Zeitdruck zu sein und nicht noch mehr Tage hier zu haben.
Danach lassen wir uns von der Tram durch die Stadt kutschieren. Das Gute an dieser kostenlosen Touri-Tram ist, das man zudem noch Erklärungen zu den Gebäuden und Sehenswürdigkeiten bekommt. Nach einem kleinen Spaziergang durch das Hafenviertel ist es dann Zeit für uns wieder zu unserem rollenden Zuhause zurückzukehren.
Am Abend fahren wir dann noch bis Philipp Island, da man dort Pinguine sehen kann, die am Abend aus dem Meer kommen. Leider kostet der Spaß 18 Dollar pro Nase und da wir in Peru ja erst Pinguine gesehen hatten, sparen wir uns das. Am nächsten Morgen machen wir uns dann auf den Weg nach Wilsons Prometory, einem Nationalpark auf einer Halbinsel ganz im Süden Australiens. The Prom, wie die Australier den Nationalpark nennen, ist der absolute Hammer. Wer im Süden Australiens ist, sollte hier auf jeden Fall vorbeischauen. Wunderschöne weiße Sandstrände und viel unberührte Natur zum Chillen am Strand oder Wandern. Campen kostet 20 Dollar inkl. Park-Fee für den Nationalpark und bis zu drei Leuten. Seinen Platz darf man sich hier selbst aussuchen und auch der Campingplatz ist wunderschön. Statt langweiliger Rasenflächen mit Caravan-Burgen darauf, sind hier lauter kleine Nischen mitten im Busch, wo man sein Zelt oder Wohnmobil aufstellen kann. Zudem hatten wir noch richtig Glück mit den Wellen. Am ersten Tag gehen wir direkt am Strand vor dem Campingplatz ins Wasser und toben uns auf unseren neuen Brettern so richtig aus. Das Line-Up ist dünn besetzt und die Wellen haben eine schöne Größe. Da es auch noch wenig Wind hat, ist das Wasser schön ruhig und die Wellen brechen schön gleichmäßig.
Während wir später am Abend als es schon dunkel ist zu Abendessen, läuft plötzlich ein Wombat fast unter unserem Tisch durch. Die gibt es Am nächsten Tag fahren wir zum nächsten Strand (Squeeky Beach – heißt so, weil der Sand quietscht, wenn man drüber läuft) und wollen dort ein wenig surfen. Die Wellen sind gigantisch und ich versuche dreimal vergeblich durch die bis zu 5 Meter hohen Brecher ins Line-Up zu kommen. Die Wellensets kommen extrem schnell hintereinander und leider gibt es an diesem Beachbreak keinen Channel so muss ich nach einer halben Stunde aufgeben. Aber auch die anderen Surfer haben Probleme und es schaffen nur einige wenige durch die Weißwasserwand. Ich denke, mir wären die Wellen eh ein wenig zu groß gewesen. Wir fahren daraufhin an den Strand vom Campingplatz zurück und gehen dort noch ein wenig surfen. Leider ist es nicht mehr so leer wie gestern, aber ich bekomme dennoch ein paar gute Wellen ab.
Wir gehen früh ins Bett, da wir am nächsten Tag 800 km weit die Küste nach Ulladulla rauffahren wollen. Das dauert dann doch so an die 12 Stunden. Unterwegs gabeln wir David aus England auf. Er ist 20 Jahre alt und seit zweieinhalb Jahren in Neuseeland und Australien unterwegs und schlägt sich mit Musikmachen und als Koch durch. Am Abend bekommen wir bei einem Glas Wein noch ein paar seiner Songs zu hören und der Junge ist wirklich gut.
Wie eigentlich überall in Australien, gibt es auch in Ulladulla einen wirklich schönen Strand und da knallen wir uns erst mal hin. Da hier momentan kein Swell ist, ist mit Surfen nix los. Dafür bietet uns das Meer ein anderes Schauspiel. Keine 100 Meter vom Ufer weg schwimmt ein ganzes Rudel Delphine durch die Bucht. Ich schnappe mit Flossen und Taucherbrille und schwimme sofort hinaus und komme gerade noch rechtzeitig bevor das Rudel wieder weiterzieht und die Delphine schwimmen um mich herum und unter mir hindurch. Die Tierwelt Australiens ist einfach immer wieder beeindruckend.
Auch am nächsten Tag bleiben die Wellen aus und so ziehen wir weiter nach Sydney an den Anfang unserer Reise nach Bondi Beach. Hier gibt’s wieder Wellen, aber leider auch jede Menge Surfer. Allgemein ist das uns hier alles zu anstrengend, da man nirgends kostenlos parken kann und auch das Campen eher schwierig ist. Da wir eh bald in Byron Bay sein wollen, geht’s am nächsten Tag gleich weiter.
Wir übernachten einmal in Pacific Palm und rauschen dann durch bis Evans Head, wo wir uns wieder mit Coot treffen. Seine Großmutter lebt hier und wir dürfen eine Nacht im Garten Campen. Dobbs und Les (Großmutter und Freund) sind der Hammer. Beide an die 80 und unglaublich jung geblieben. Die beiden haben auch einen Campervan, den sie uns gleich ganz stolz zeigen. Unseren Van nennen sie VizzzzBang, da das das Geräusch ist, wenn man die Schiebetür zumacht. Nach dem Abendessen hauen wir uns zusammen mit Coot erst mal schlappe 1 ½ Stunden ins Jacuzzi. Dobbs und Les haben das Haus vor ca. einem Jahr gekauft und haben den ganzen Garten und das Haus hergerichtet. Bald werden sie das Haus wieder verkaufen und weiterziehen und das mit 80 Jahren!! (Eine Woche später haben wir von Coot eine SMS bekommen, dass die beiden spontan geheiratet haben, ohne jemandem bescheid zu sagen – ohne Worte die beiden)
Kangaroo Country
Samstag, März 29th, 2008Deniliquin ist angeblich der flachste Punkt der Welt, das sagen zumindest die Leute von dort. Tatsächlich fährt man meilenweit durch flachste Buschlandschaft. Das Haus steht auf einem reisigen Grundstück (man kann die Grenzen nicht sehen!) und Stu’s Mum hat es aus Melbourne auf zwei Trucks hierher transportieren lassen. Wir werden herzlichst mit einem guten Abendessen empfangen. Am Haus gibt es zwei Hunde, eine Katze, ein Schwein, vier Pferde und ein paar unglaublich komische, wuschelige Hühner.
Die nächsten Tage verbringen wir gemütlich mit baden im Fluss, Barbecue mit der Verwandtschaft, Friedl macht Ausritte und wir spielen Lawn Bowling (eine Mischung aus Bowling und Bocchia – man rollt eine schwere Kugel, die auf der einen Seite mehr Gewicht hat in einem Halbkreis so, das sie möglichst nahe an einer kleinen weißen Kugel liegenbleibt). Nach drei Tagen (am 12. März) brechen wir dann auf, da wir bereits am 21. März über Ostern in Byron Bay sein wollen, da wir mit Stu, Mette und Coota zusammen aufs Blues & Roots Festival gehen.
Am Tag unserer Abreise dürfen wir mit Stus Mum noch zu einem Bekannten fahren, der angefahrene und anderweitig verletzte Kangurus wieder aufpäppelt. Sicher 50 Stück davon hoppeln durch sein riesiges Grundstück. Die Kangurus sind da nicht gefangen, aber da es ihnen dort gutgeht, kommen sie immer wieder. Wir lernen Gunna, das riesige rote Kanguru (Alter, hat der Mukkis) und den kleinen Joe kennen, der erst wenige Monate alt ist.
Australien way of life an der Great Ocean Road
Samstag, März 29th, 2008Am nächsten Tag machen wir dann die Marathonfahrt bis ins Haus in Kenneth River (zwischen Lorne und Apollo Bay) an der Great Ocean Road. Als wir dann gegen zehn Uhr Nachts ankommen, ist die Party schon in vollem Gange. Fürs Wochenende sind 18 Leute im Haus und da kommt Stimmung auf. Wir lernen jede Menge verschiedene neue Leute und australische Biere kennen. No worries, mate! Da alle Betten in dieser Nacht besetzt sind, schlafen wir noch eine Nacht im Van.
Das Haus ist echt der Wahnsinn. Platz für 16 Leute, eine riesige Wohnküche, eine Terrasse mit Blick aufs Meer, Tischtennis und Kicker und und und. Direkt vor dem Haus turnen Koala-Bären, die man sonst eher selten sieht, durch die Eukalyptusbäume und die Kookaburras (ein australischer Vogel, der lacht wie ein Mensch) und Papageien kommen direkt auf unsere Terrasse geflogen. Der Wildlife in Australien ist einfach umwerfend und ich als Tierliebhaber, komme voll auf meine Kosten. Der Strand vor der Tür ist weiß und die Wellen an manchen Tagen surfbar. Alles in allem, ein Traum!
Nachdem wir den ersten Tag nur am Strand rumgelümmelt und unseren Van von oben bis unten durch geputzt haben, fahren Friedl und ich am nächsten Tag nach Torquay (in der Nähe des berühmten Bells Beach) und kaufen uns neue Surfboards. Ich erstehe einen 6 Fuß langen Fish (ein Brett, das etwas breiter ist als die normalen Shortboards und wegen seines typischen Schwalbenschwanzes so genannt wird). Auch Friedl kauft sich ein ähnliches Brett und so sind wir wieder voll ausgerüstet. Die nächsten Tage sind die Wellen leider nicht so gut und wir bekommen nur wenig Gelegenheit unsere neuen Spielzeuge auszuprobieren.
Mit Mette machen wir einen Ausflug zu den 12 Aposteln, einiger Felsen im Meer kürz vor der Küste, die durch Erosion vom Festland getrennt wurden. Auch bei diesem Naturschauspiel, lasse ich besser die Bilder sprechen. Am nächsten Tag begleiten wir dann Coota (heißt eigentlich Anthony) und Stu zum Skydiven und mich juckt es in den Fingern auch mit zuspringen, aber einen Van und ein Surfboard sind nun wirklich genug Ausgaben für die erste Woche. Und aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Coota ist wirklich ein absolut witziger Zeitgenosse und wir werden ihn im Laufe unserer Zeit hier noch öfter Treffen.
Am vorletzten Tag ist es dann endlich soweit und wir bekommen richtig guten Swell. Am Abend haben Stu und ich eine richtig gute Session. Auch im Wasser ist die Fauna hier intakt und so bekommen wir während des Surfs einen kleinen Ammenhai und einen kapitalen Stachelrochen zu Gesicht. Leider trifft der erste gute Surftag auf einen Samstag und so sind nach kurzer Zeit richtig viele Leute im Wasser. Aber wir haben dennoch unseren Spaß und ich bin absolut zufrieden mit meinem neuen Brett. Wie immer wenn es am schönsten ist, war das schon unser letzter Tag hier im Haus und am nächsten Tag machen wir uns mit Stu und Mette zusammen auf landeinwärts nach Deniliquin, wo Stu’s Mutter wohnt. Auf der Fahrt bekommen wir von Stu noch eine Nachhilfe-Stunde in sachen australische Ausdrücke. Wir erfahren, dass mit „tea” hier meistens das Abendessen gemeint ist und eine Tasse Tee „cuppa” heißt. Ein Pick-Up heißt Yut und die Cowboys sind Kakatoos.
G’day mate!
Samstag, März 29th, 2008Auf dem Flug nach Australien fliegen wir in meinen Geburtstag hinein. Da wir nicht so genau wissen, wann der 26. Anfängt, fragen wir die Stewardess, aber die kann uns auch nix sagen. Wir sitzen also vor unseren kleinen Monitoren und warten, bis das Flugzeug dort die Datumsgrenze überfliegt. Leider haben wir keinen Prosecco bekommen, aber Weißwein geht ja auch.
Am morgen meines Geburtstags kommen wir dann in Sydney an und leisten uns ein relativ teures Hotel am Kings Cross. Nachmittag machen wir eine Stadttour und versuchen Karten für die Oper zu bekommen. Leider ist unter 250 Doller nix mehr zu bekommen und die nächste Woche ist schon ausgebucht. Vielleicht kommen wir später noch mal vorbei. Abends gehen wir lecker Sushi essen und genießen dann unser schönes Zimmer.
Am nächsten Morgen wollen wir uns mal den Carmarket am Kings Cross anschauen. Als wir dort ankommen gibt es sechs Camper-Vans im Angebot und uns beiden gefällt einer auf Anhieb. So schnell, hatten wir nicht gedacht, dass das geht. Der Verkäufer ist ein netter Franzose (Alex), der zwei Jahre lang mit dem Wagen durch Oz gereits ist und sich nun mit seiner australischen Freundin in der Nähe von Byron Bay niedergelassen hat. Wir machen eine Probefahrt und bringen den Van dann noch zu einem vom Carmarket empfohlenen Mechaniker, um einen Check machen zu lassen. Das kostet uns zwar schlappe 150 Dollar, aber wir wissen danach, was dem Wagen fehlt. Nun müssen wir nur noch so schnell das Geld auftreiben. Mit allen unseren Karten, die wir haben, heben wir das Maximum ab und es klappt. Für 5.200 Aussi Dollar (ca. 3.150 Euro) sind wir stolze Besitzer eines goldenen Nissan Urvans, Baujahr 1985 mit Pop-Top (austellbarem Dach), Kühlschrank, Gasherd mit Grill, Spülbecken, vielen Staufächern und einem großen Bett. Genau was wir uns vorgestellt hatten! Das Zuckerl obendrauf ist noch, dass der Van in Western Australia registriert ist und wir die Verlängerung der Registrierung so übers Internet vornehmen können und nicht wie in den anderen Bundesländern vorbeifahren müssen.
Da wir noch eine Nacht im Bondi Beach House reserviert hatten, behält Alex den Wagen noch über Nacht und wir fahren zusammen zum Bondi Beach. Dort erklärt und Alex noch alle Einzelheiten das Wagens und als wir Nacht noch am Van zusammensitzen, hält auf einmal ein dicker Land Rover neben uns und wir denken schon, jetzt kommt gleich ein „hier ist Campen verboten und überhaupt…”. Doch der Typ ist total nett und fragt, was wir so machen und unterhält ich eine Weile mit uns. Dann verschwindet er kurz in seinem Haus und kommt mit zwei Bier und einer Falsche Wein wieder. “Hier Jungs, macht euch noch einen schönen Abend.” Das ist eben Australien!
Am nächsten Morgen schiffts dann wie blöd und wir beschließen so schnell wie möglich an die Great Ocean Road zu brechen, wo Stu und Mette mit ein paar Freunden ein Ferienhaus gemietet und uns eingeladen haben. Aber vorher müssen wir den Van noch ein wenig wohnlicher machen und fahren erst mal zu Ikea. Ja die westliche Welt hat uns wieder! Und wie das natürlich so ist bei Ikea brauchen wir natürlich ewig und es ist schon recht spät am Abend als wir wieder rauskommen. So beschließen wir einfach in einem Park um die Ecke zu übernachten und am nächsten Morgen uns um die Ummeldung des Wagens zu kümmern und dann loszudüsen. Das klappt alles recht gut und so sind wir bald „on the road”!
Am ersten Tag kommen wir bis zu einem kleinen Ort namens Gudagai und sind dort auf einem schönen Campingplatz. Campingplätze sind allerdings nicht so günstig, wie wir dachten. Für die Nacht zahlen wir 20 Aussi Dollar. Und das ist noch recht günstig wie wir später feststellen. In der Dämmerung kreischen hunderte von Kakadus und andere Papageien und es ziehen Scharen von Fledermäusen vorbei. Da wir noch nicht eingekauft haben, holen wir uns eine große leckere Pizza und genießen unseren ersten richtigen Camper-Abend.
Santiago de Chile
Samstag, März 29th, 2008m nächsten Tag geht es dann mit dem Flieger nach Santiago. Nach Peru und Bolivien ist Chile fast schon ein Kulturschock. Santiago könnte genauso gut in Spanien liegen und auch das Preisniveau ist ähnlich. Wir ergattern die letzten Zwei Betten im „La casa roja” (das günstigstes und schönste Hostel in Santiago), dass eigentlich immer ausgebucht ist, so dass man immer reservieren sollte. Am Abend genießen wir einige Flaschen chilenischen Wein und bewundern dann die vollkommene Mondfinsternis. Die nächsten Tage schlendern wir durch die Stadt, gehen shoppen, essen 500 Gramm Rindersteaks (das können sie wirklich gut!) und machen einen Ausflug nach Valparaiso am Meer. Als wir dann eines Tages im Hostel vor dem Rechner sitzen und unseren Blog schreiben, stürmen auf einmal Jonas und Milke, die beiden schwedischen Brüder herein. You always meet twice!
Am nächsten Tag geht dann unser Flieger nach Australien und so gut mir Südamerika gefallen hat, bin ich dennoch froh nun wieder in ein westlicheres Land zu kommen und vor allem, wenn wir unseren Camping-Van haben, nicht mehr aus dem Rucksack zu leben. So long and thanks for all the fish!
Adventure-Week in La Paz
Samstag, März 29th, 2008Nach einer weiteren, unruhigen Nacht im Bus nach La Paz nehmen wir uns ein schönes Hostel in La Paz (Hotel Fuentes) und schlafen erst mal richtig aus. Da wir noch ein paar Tage haben, bevor unser Flieger nach Santiago geht, überlegen wir uns noch in den bolivischen Dschungel nach Rurranabaque zu fliegen. Leider sind die Flüge während der Regenzeit sehr unregelmäßig und das Risiko unseren Flieger nach Santiago zu erwischen wäre zu groß gewesen. Als Ausweichprogramm haben wir uns dann für einen Tag Mountainbiken auf der Death Road und einen Zweitagestrip auf den Huayna Potosí (6.088 Meter) entschieden.
Die Death Road, oder die gefährlichste Straße der Welt, ist eine ca. 70 km lange Straße, die La Paz mit Coroico verbindet und dabei 3.000 Höhenmeter überwindet. Wir haben von unserem Tour-Veranstalter (B-side, kann ich sehr empfehlen) richtig coole Downhill Full-Suspension-Bikes bekommen und sind dann morgen auf über 4.000 Meter gestartet. Da oben war es noch so kalt, dass wir noch Handschuhe und Mützen aufziehen mussten. Das erste Stück der Strecke geht über eine asphaltierte Straße und man kriegt so richtig Speed. Da zwei aus unserer Gruppe krank geworden sind, sind wir nur sieben Leute und müssen nie lange warten mussten. Nach dem ersten Downhill Stück geht’s dann erst mal bergauf. Diese Fahrräder sind dafür echt nicht gemacht. Mit über 20 kg und der starken Federung kommen wir auf 4.000 Meter richtig zum Schwitzen. Zeit ein paar von den Schichten, die wir angezogen haben, loszuwerden. Wir sind noch nicht so viele Höhenmeter gefahren und es wird schon merklich wärmer. Auch die Vegetation nimmt ständig zu und unter uns sehen wir schon den Dschungel. Hier zweigt nun die wirkliche Death Road ab. Den Namen hat die Straße bekommen, da hier durchschnittlich jede Woche ein Fahrzeug abgestürzt ist. Da die neue asphaltiere fertig ist, hat die alte Schotterstraße für den Verkehr so gut wie ausgedient. Umso besser zum biken! Jetzt können die Fahrräder so richtig zeigen, was sie drauf haben. Mit einem Affenzahn geht es über Stock und Stein. Hier und da kleine Sprünge und das ganze immer entlang am Abgrund, wo es teilweise mehrere Hundert Meter runter geht. Unser Guide fährt immer voraus und erklärt uns vor jedem Abschnitt auf was wir achten müssen. Auch dürfen wir keine Fotos machen, während dem Fahren, da bei diesen Spärenzchen vor ein paar Wochen ein Biker abgestürzt ist.
Wir rasen immer weiter dem Tal entgegen. Das letzte Stück fahren wir dann eine alternative Route über einen kleinen Pfad und es wird so richtig spaßig. Immer wieder fahren wir durch kleine Füße und als wir unten ankommen sind wir von oben bis unten mit Schlamm eingedeckt. In einem Hotel können wir uns Duschen und ein wenig ausruhen und dann gibt’s noch ein leckeres Essen. Mit dem Bus geht’s dann zurück nach La Paz.
Unser nächstes Abenteuer führt uns auf den Huayna Potosí. Wir haben eine Zwei-Tages-Tour mit Führer gebucht. Am ersten Tag steigen wir lediglich zwei Stunden zu einer Hütte auf 5.300 Meter auf. Dort angekommen üben wir noch ein wenig Eisklettern mit Pickel und Steigeisen und gehen dann früh ins Bett, da wir bereits um ein Uhr Nachts starten wollen, um frühmorgens auf dem Gipfel zu sein, da man um diese Zeit das beste Wetter hat.
Als wir dann nachts starten ist es wolkenlos und wir haben einen wunderbaren Sternenhimmel. Der Aufstieg über den Gletscher ist ziemlich anstrengend. Zudem macht es sich natürlich bemerkbar, dass wir auf über 5.000 Meter sind. Nach einer Stunde ziehen langsam Wolken auf und es beginnt in der Ferne zu Blitzen. Wir machen unseren Guide darauf aufmerksam und fragen, ob wir weitergehen können. Er meint solange es nicht schneit und Blitz ist alles OK. Nach einer weiteren Stunde fängt es an zu schneien. Anfangs leicht und dann immer stärker. Wir kommen an die steilste Wand des Aufstiegs und unser Guide meint immer noch wir können weiter. Wir laufen noch eine Weile weiter, aber das Wetter entwickelt sich zu einem Blizzard. Nach drei Stunden müssen wir auf ca. 5.800 Meter Kehrt machen. Nur noch zwei Std. und knapp 300 Höhenmeter hätten uns vom Gipfel getrennt. Doch der Rückweg gestaltete sich nicht gerade einfach und schon nach kurzer Zeit können wir unsere Spuren nicht mehr erkennen. Es ist stockfinster und schneit und windet wie wild. Nach einer Weile muss der Guide zugeben, dass er nicht mehr genau weiß, wo wir gerade sind. Es ist ca. fünf Uhr morgens und es dauert noch eine ganze Weile bis es hell wird. Der Guide verlängert den Abstand des Seils zwischen ihm und sich und meint, wenn er in eine Gletscherspalte fällt, müssen wir uns ganz schnell hinwerfen und die Pickel ins Eis rammen. Na dann Prost Mahlzeit! So irren wir eine ganze Weile durch die Finsternis und es wird langsam doch ein wenig beängstigend und vor allem auch kalt. Nach einer Stunde bleiben wir dann stehen und warten bis es hell wird. Kurz danach weiß unser Guide wieder, wo wir sind und es geht das letzte Stück zurück zur Hütte. Dort angekommen fallen wir erschöpft auf unser Lager und schlafen erst mal ein wenig. Als wir aufwachen scheint die Sonne vom strahlend blauen Himmel und als wir vor die Hütte treten erwartet und Winter Wonder Land. Alles ist von einer frischen, halbmeterdicken Schneeschicht überzogen. Oarschgeil! Schade, dass wir jetzt nicht auf dem Gipfel stehen. Es hat wohl nicht sollen sein.
Uyuni – Salz und Sand
Freitag, März 28th, 2008Uyuni nicht gerade gemütlich. Dennoch machen wir erst mal einen Tag Pause. Am nächsten Tag wollen wir auf eine dreitägige Wüstentour durch die Salzwüste und zu den verschiedenen Lagunen in der Nähe machen. Am Abend gehen wir mal wieder eine ordentliche Pizza essen und füllen dabei Tinas Kochbuchfragebogen. Dabei werden bereits viele Koch-Ideen für die Woche im Strandhaus in Australien gesammelt.
Mit uns an Bord sind noch Jonas und Mike, zwei Brüder aus Schweden und Matt aus England. Die Gruppe ist wirklich super und die Tour wird der absolute Hammer. Wir fahren mit unserem Jeep mitten in die Salzwüste (Salar de Uyuni – eine der größten Salzwüsten der Welt). Leider ist die Salar um diese Jahreszeit mit ca. 30 cm Wasser bedeckt, so dass wir nicht durchfahren können. Wir fahren bis zu einem Salzhotel, das aus Salzblöcken gebaut ist und machen dort Mittagspause. Um uns sieht man nun nur noch eine endlose, weiße Ebene und in der Ferne ein paar Berge und Vulkane. Ohne Worte! Da man auf der weißen, ebenen Fläche Distanzen schlecht einschätzen kann, kann man hier ziemlich lustige Fotos machen. Von der Salzwüste fahren wir zu einem Ort, der „Friedhof der Züge” heißt. Hier rosten alte, ausrangierte Lokomotiven seit Jahren vor sich hin.
Am nächsten Morgen geht’s dann richtig in die Hochwüste auf über 4.000 Meter und die Landschaft wird absolut unglaublich. Bizarre Steingärten, Dünen in allen Farben, Vulkane und Lagunen mit tausenden Flamigos. Manche der Steine haben Formen wir Bäume oder Vögel. Wir kommen an einer Lagune vorbei, die knallrotes Wasser hat, eingefärbt durch ein Mineral, das sich in weißen Bergen am Ufer türmt. Absolut surreal. Von allem was wir bisher gesehen haben, ist diese Landschaft wirklich das Beeindruckendste. Wenn man hier in die Gegend kommt, sollte man sich das auf keinen Fall entgehen lassen. Bevor ich hier noch viel schwafel, schaut euch einfach die Bilder an. Wir übernachten mit vielen anderen Gruppen in einer einfachen Herberge und abends gibt’s noch ein wenig Party, um uns für die wirklich kalte Nacht aufzuwärmen.
Die Tour bringt uns am nächsten Tag bei Sonnenaufgang an einigen Geysiren vorbei. Es ist allerdings noch so kalt, dass wir nur kurz aus dem Auto aussteigen. Komplett ausgefroren kommen wir an einige Thermalquellen. Es ist die absolute Überwindung sich auszuziehen, aber sobald man im Wasser ist, ist es einfach nur wunderbar. Der letzte Stopp ist an einer Lagune deren Wasser grün ist. Danach fahren wir an die chilenische Grenze und wir müssen uns von Stu und Mette und den anderen verabschieden, da sie von hier weiter nach Chile reisen und wir zurück nach Uyuni fahren. In einer Woche werden wir uns mit Stu und Mette in Australien wiedertreffen und eine Woche in einem Strandhaus an der Great Ocean Road chillen.
Die Rückfahrt wird das absolute Fiasko. Wir haben drei absolut nervige Mitreisende. Eine hysterische Engländerin und ein brasilianisches Pärchen mit Höhenkrankheit. Der Typ will unbedingt alles, was wir in drei Tagen gesehen haben auf der Rückfahrt sehen und überredet uns und den Fahrer, den gleichen Weg zurückzufahren anstatt die angenehme, „langweilige” Straße zu nehmen. Wir willigen mit der Bedingung ein, das wir nicht ganz hinten im Jeep sitzen müssen (ziemlich unangenehm wenn es über Stock und Stein geht) und dass wir zur gleichen Zeit in Uyuni ankommen. Unser Bus nach La Paz geht von dort um 8 Uhr abends. Nach einer halben Stunde ist der Penner so Höhenkrank, das er nichts mehr mitkriegt und natürlich vorne sitzen muss. Kurz danach ist seine Freundin auch noch Reisekrank und so sitzen wir doch wieder hinten. Wir sind schon ziemlich genervt und dann haben wir auch noch mehrere kleine Pannen mit dem Jeep. Die Zeit wird immer knapper. Kurz vor Uyuni geht uns dann das Benzin aus. Zu der Zeit ist es bereits halb acht. Kurzerhand halten wir das nächste Auto an (ein LKW) und trampen den Rest der Strecke. Um acht kommen wir in Uyuni an und haben Glück, das dort gerade Stromausfall ist und der Bus deswegen ein wenig Verspätung hat.
Copacabana
Donnerstag, März 27th, 2008Copacabana ist ein nettes kleines Städtchen auf der bolivischen Seite des Titicaca-Sees. Als wir dort ankommen ist die ganze Stadt betrunken und feiert ausgelassen Karneval. Da wir noch keine Bolivianos haben, suchen wir einen Geldautomaten – gibt es nicht! Wir tauschen unsere Notreserve Dollar und machen uns einen gemütlichen Tag. Das Wetter ist fantastisch und die Aussichten auf den See atemberaubend. Nach einer Woche gemeinsamen Reisens müssen wir uns hier von Bea verabschieden und fahren am nächsten Tag weiter in die Hauptstadt La Paz. Nach unseren schlechten Erfahrungen mit den Bussen reservieren wir für den Abend zwei Tickets für den Bus nach Uyuni (eine sehr gute Idee, wie sich später herausstellt).
Bei der Fahrt nach La Paz muss man auch ein kleines Stück über den See übersetzten. Auch der Bus! Der wird auf ein kleines Floß gepackt und dann geht’s los. Nach knapp 4 Stunden kommen wir in La Paz an und erkunden ein wenig die Stadt. Viele Leute, denen wir begegnet sind, haben uns schlechte Dinge über diese Stadt erzählt, die wir eigentlich nicht bestätigen können. Uns hat die La Paz von Anfang an gut gefallen. Wir checken kurz unsere E-Mails und erfahren, dass Mette und Stu (das dänisch-australische Pärchen aus Nicaragua) im gleichen Bus wie wir sind. So treffen wir uns also schon am Busbahnhof und nicht erst in Uyuni. Die Fahrt nach Uyuni dauert 13 Stunden und geht über eine holprige Schotterpiste. Man fährt hauptsächlich durch Wüste und es wird nachts arschkalt (unbedingt Decke oder Schlafsack mit in den Bus nehmen).
Der König der Lüfte
Donnerstag, März 27th, 2008Ganz in der früh machen wir uns dann mit dem Bus auf zum Cruz del Condor, einer Aussichtsplattform am tiefsten Punkt des Colca Canyon (gemessen von Berg gegenüber 2.800 Meter). Mit der Morgensonne erwärmt sich die Luft im Canyon und man kann Condore sehen, wie sie sich die Wände empor schrauben. Nach einer halben Stunde bekommen wir den erstem zu Gesicht. Mit 12 Kilo und um die vier Meter Spannweite sind die Vögle wirklich unglaublich beeindruckend und es ist fantastisch wenn sie in wenigen Metern Entfernung an einem vorbei rauschen. Wir bleiben fast zwei Stunden sitzen und betrachten das Schauspiel, ehe wir uns zu Fuß nach Cabanaconde (der letzte Ort im Colca Canyon) aufmachen. Zusammen mit Bea wandern wir zweieinhalb Stunden das Tal entlang und bekommen dabei Nachhilfe in Switzerdeutsch. Aus Putzfrau wird so Putzdüse und die Schweizer grillen auch nicht einfach sondern es muss schon grilliert werden.
Auch in Cabanaconde ist wieder ordentlich was los und wir hätten mal wieder fast keinen Platz im Bus bekommen. Man sollte wirklich nicht reisen während Karneval. Von Cabanaconde geht’s zurück nach Chivay und dann Arequipa und dort nehmen wir dann gleich den Nachtbus nach Puno, um am nächsten Morgen weiter nach Copacabana am Titicacasee in Bolivien reisen zu können. Blöderweise fahren die Busse nicht wie angekündigt bereits ab 4 Uhr nachts nach Copacabana sondern erst ab 7 Uhr und so haben wir mal wieder einen unerwünschten Aufenthalt von 3 Stunden in einem Busterminal.
Die Schmuggler und die weiße Stadt
Donnerstag, März 27th, 2008Der Bus nach Arequipa braucht eigentlich 5 Stunden und so wären wir um 9 Uhr da gewesen. Wir haben uns jedoch den falschen Bus ausgesucht. Zunächst geht kurz nach unserer Abfahrt die Klappe unten auf und die Koffer purzeln über die Landstraße. Unsere sind Gott sei Dank drin geblieben. Kurz danach passieren wir die Zollstelle (Da die Grenze zwischen Bolivien und Peru durch den Titicaca-See verläuft und in Peru einiges teurer ist als in Bolivien, ist dies eine beliebte Strecke für Schmuggler) und es kommt zu einer heftigen Diskussion zwischen einer dicken Anden-Frau (die auch noch ihre zwei kleinen Kinder dabei hat) und den Zollbeamten. Diese beginnen einige Kartons aus dem Bus zu tragen. Man sagt uns es wären Kekse drin. Kekse?? Es gibt einen ziemlichen Tumult und auf einmal fährt der Bus wieder los und es beginnt eine wilde Verfolgungsjagd zwischen Bus und Zoll. Irgendwann scheinen die Zollbeamten die Lust verloren zu haben und der Bus fährt rechts rann und die dicke Schmugglerin will, dass wir alle mit aussteigen und uns mit Steinen bewaffnen, um die Zollbeamten zu bewerfen. Nix für uns. Wir bleiben sitzen. Die Zollbeamten kommen wieder und der Streit geht wieder los. Irgendwann einigen sie sich anscheinend auf eine Bezahlung und wir können weiter fahren. Die dicke Schmugglerin ist sauer und schreit die ganze Zeit auf den Busfahrer ein, der natürlich etwas unentspannt ist und mit einem Affentempo durch die Kurven rast. Mehrfach schwankt der Bus bedenklich. Als es schon stockfinster ist kommen wir in einen kleinen Ort und die dicke Schmugglerin, der Busfahrer und einige Helfer landen ca. 200 Kartons (Kekse??) aus unserem Bus in einen kleinen Kiosk. Dafür kommen dann einige Kanister mit an Bord. Wir fahren weiter und die dicke Schmugglerin schreit wieder rum. Kurz vor Arequipa hält uns dann der Zoll wieder an. Wie kommt es zu einer Auseinandersetzung zwischen Zoll und der Schmugglerin. Bei uns hätte man so jemand schon längst in Handschellen in einer Zelle verschwinden lassen. Aber hier läuft das halt etwas anders. Es wird anscheinend wieder ein Teil der Kanister als Schweigegeld bezahlt und dann geht es weiter. Der Busfahrer kriegt wieder einen Schreischwall ab und endlich wird es ihm zu blöd. Als wir wieder an einem Zollfahrzeug vorbeikommen, öffnet er kurzerhand die Tür und schmeißt die dicke Schmugglerin einfach raus. Draußen spielen sich dann noch einige groteske Szenen ab, bis endlich einer der Zollbeamten die Dicke in Gewahrsam nimmt. Ich kann euch das gar nicht so krass schreiben, wie es in Wirklichkeit war. Bea, Friedl und ich sind auf jeden Fall fix und fertig, als wir um 12 Uhr nachts mit drei Stunden Verspätung in Arequipa ankommen.
Wir mieten uns in ein nettes Hotel ein und schlafen erst mal aus. Wir wollen ein, zwei Tage in Arequipa bleiben, dann zum Colca Canyon fahren und evtl. noch auf den Vulkan Misti steigen. Leider sagt man uns, dass das Wetter zu dieser Jahreszeit zu schlecht ist für die Vulkantour. Nach zwei shoppinglastigen Tagen und einem nicht wirklich leckeren Meerschweinchen (Nationalgericht von Peru – Bea würde sagen Meersäuli) in der weißen Stadt (Arequipa) machen wir uns auf in Richtung Chivay, einem kleinen Ort am Anfang des Colca Canyons. Das klingt einfacher als es ist. Wegen Karnaval und weil es Wochenende ist, sind alle Busse ausgebucht und wir müssen uns ein Privattaxi leisten. Als wir am Misti vorbeikommen ist es natürlich wunderschön und wolkenlos. Drei Stunden dauert die Fahrt über die nicht ganz so gute Straße und als wir in Chivay ankommen ist dort die Hölle los. Die Indios feiern Karneval und das nicht zu knapp. Dabei laufen sie um einen Baum, den sie auf dem Hauptplatz aufgestellt haben, machen jede Menge Krach mit selbstgebastelten Musikinstrumenten und saufen sich die Hucke voll. Alle halbe Stunde hauen sie dann mit einer Axt ein mal auf den Baum ein und der ganze Spaß dauert so lange bis der Baum umfliegt – und dass dauert!
Titicaca – der höchste schiffbare See der Welt!
Dienstag, März 18th, 2008Die Zeit rennt wie wild! Jetzt sitze ich gerade in Santiago de Chile im „La casa roja”-Hostel (als ich das geschrieben habe, jetzt sind wir schon seit drei Wochen in Australien) und in wenigen Stunden geht’s bereits nach Australien. Ich war in der letzten Zeit ein wenig schreibfaul, aber ich will euch die Erlebnisse natürlich nicht vorenthalten.
Von Cusco aus sind wir also mit dem „First Class” Bus Richtung Puno aufgebrochen. Das besondere bei diesem Bus ist, dass er an den Sehenswürdigkeiten auf dem Weg anhält. Leider kann ich die Fahrt nicht wirklich empfehlen. Das ist die volle Touri-Abfahrt und alles ist minutiös durchgeplant. Zudem sind die Attraktionen bis auf die erste Kirche, an der man vorbei kommt nicht wirklich der Hammer. Also, besser Geld sparen und woanders ausgeben. Auf dem Weg lernen wir dann Bea aus Zürich kennen, die wirklich schon überall auf der Welt war. Wir verstehen uns auf Anhieb und so beschließen wir ein wenig zusammen zu reisen.
Von Puno bekommen wir nicht viel zu sehen, da wir gleich in aller früh auf eine Bootstour auf dem Titicaca-See aufbrechen. Zunächst geht es auf die Uros-Insel. Diese schwimmenden Inseln sind komplett aus Schilf gebaut und beherbergen pro Insel immer ein paar Familien. Es leben insgesamt ca. 4.000 Menschen auf diese Weise auf dem See. Ich muss sagen, dass wäre mir auf die Dauer zu nass. Da es zunächst so aussieht, als ob ein Gewitter aufziehen würde, fahren wir zu einer Insel weiter draußen, die normalerweise nicht besucht wird und die nicht auf Tourismus eingestellt sind. Die Bewohner machen wirklich alles aus Schilf. Sogar essen kann man es. Schmeckt allerdings nicht so besonders.
Wir fahren noch weiter raus und das Wetter wird gigantisch. Da wir auf knapp 4.000 Metern sind, muss man sich hier gut einschmieren. Gegen Mittag kommen wir zur Insel Amantaní, auf der wir auch übernachten. Wir sind dort bei einer Familie untergebracht, die auch für uns kochen. Das Essen ist einfach aber gut, ebenso wie die Unterkunft. Am Abend steigen wir auf den Hügel auf der Insel und genießen den wunderschönen Sonnenuntergang am Titicaca-See. Nach dem Abendessen, werden wir dann traditionell eingekleidet – man sehen wir heiß aus – und dann geht’s in die Dorfhalle zum Tanz. Da wir ziemlich früh aufgestanden sind, sind wir jedoch ziemlich KO. Auf dem nach Hause Weg können wir einen unglaublich klaren Sternenhimmel betrachten. Die klare Luft und die Dunkelheit auf der Insel zaubern unzählige Sterne an den Himmel und die Milchstraße ist ganz deutlich zu sehen. Die Nacht ist etwas ungemütlich, da es nicht gerade warm ist.
Am nächsten Morgen scheint die Sonne wieder und wir machen uns mit dem Boot auf nach Taquile, einer weiteren Insel. Nach einer kleinen Wanderung und einem Mittagessen sticht unser Boot dann wieder Richtung Puno in See. Auf dem Boot wird es so warm, dass wir uns abkühlen wollen und den Kapitän zu einem Stopp überreden. Vom oberen Deck stürzen wir uns in die Fluten und der Titicaca-See ist wirklich saukalt. Ich würde mal sagen gleiche Temperatur wie die Isar im Mai.
In Puno angekommen nehmen wir direkt den nächsten Bus nach Arequipa.
Die …, die Inkas!
Sonntag, Februar 24th, 2008So nun sind wir auf der Touristenautobahn Südamerikas angekommen. Gegen 10 Uhr morgens sind wir in Cusco angekommen und haben uns in ein nettes und unglaublich günstiges Hostel (El Arcano) eingemietet. Den Preis von ca. 13 Dollar fürs Doppelzimmer inkl. Frühstück und Internet, haben wir glaube ich nur bekommen, weil sich die Schlepper am Busbahnhof in der Nebensaison gegenseitig in Grund und Boden dumpen. Das Hostel liegt unweit des Zentrums in der Nähe der Plaza San Blas. Cusco liegt nun mit 3.500 Metern schon recht hoch und so lassen wir den ersten Tag ruhig angehen. Wir schlendern ein wenig durch die Stadt. Dies Altstadt gibt mit ihren vielen Kolonialbauten ein sehr schönes Bild ab. Es gibt unendlich viele Agenturen, die Touren verkaufen, Hostals und Restaurants. Diese Stadt ist wirklich zu 100% auf Tourismus ausgerichtet.
Am nächsten Tag verschaffen wir uns dann von einem der umgebenden Hügel aus erstmal einen Überblick. Um die Sehenswürdigkeiten in und um Cusco zu besichtigen muss man sich erstmal ein Touri-Ticket kaufen, das dann immer abgezwickt wird. Voll durchorganisiert. Wir haben da keinen Bock drauf und da die meisten Inka-Ruinen eh von etwas weiter weg am eindrucksvollsten aussehen, mieten wir uns für zwei Stunden zwei Pferde und reiten durch die Pampa. So sehen wir einige der Inka-Stätten rund um Cusco. Leider fängt es wie jeden Tag auf einmal fürterlich an zu pissen und als wir im Hostel ankommen sind wir klitschnass. Kurz danach ist der Schauer vorbei und wir machen uns auf die Kathedrale und das Inka-Museum zu besichtigen. Die Kirchen sind hier in Cusco die reine Touri-Abzocke und kosten so viel Eintritt, dass wir uns das gespart haben. Das Inka-Museum ist allerdings sehr interessant ud man bekommt einen guten Überblick über die verschiedenen Inka-Stätten, Kulturen und die verschiedenen Völker die Peru vor den Inkas bewohnt haben.
Da der Inka-Trail völlig überteuert und überlaufen ist, wollen wir in den nächsten Tagen eine Alternativ-Tour nach Machu Picchu machen. Der Salkantay-Trail dauert vier Tage und geht zunächst über den hohen Pass in der Nähe des Salkantay Nevados und dann durch den Nebelwald bis nach Santa Teresa und dann nach Aguas Calientes. Am Abend vor der Abreise kommt noch der Guide bei uns vorbei und schildert uns in allen Einzelheiten, was wir alles erleben werden, was wir mitnehmen müssen etc. Kurz danach bekommen wir einen Anruf, dass die Tour leider abgesagt wurde, da es in den letzten Tagen viel geregnet hat und die Wege zu gefährliche seien, da sie wohl teilweise abgeruscht wären. So eine Sch…! Es hat leider nicht nur Vorteile in der Nebensaison hier zu sein. Es ist zwar sehr wenig los und die Preise sind auch günstiger, aber das Wetter macht einem immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Wir sind total niedergeschlagen und müssen uns jetzt auf die Schnelle ein Alternativprogramm zusammenschustern.
Am nächsten Tag geht es dann nach Pisaq, einer Inka-Stätte im Sacred Valley. Die Stätte liegt hoch oben in den Bergen und ist unglaublich weit verstreut. Im Gegensatz zu den Maya Stätten wie Tikal und Palenque sind die bauten jedoch eher unspektakulär. Die Lage in den Bergen ist jedoch phänomenal und auch die fugenlose Bauweise, die auch in Cusco immer wieder zu bestaunen ist, ist unglaublich. Wir steigen durch die steilen Terassenanlagen wieder bis Pisaq ab und nehmen von dort den Bus nach Urubamba. Leider erwischen wir einen unglaublich langsamen Fahrer und die Fahrt dauert doppelt so lang wie normal. Von Urubamba geht es dann mit einem weiteren, bis unters Dach besetzten Minibus bis Ollantaytambo. Leider kommen wir so spät an, das die Ruinen schon kurz darauf schliessen und so könne wir nur einen kurzen Blick riskieren. Nach dem Abendessen steigen wir in den berühmten Zug nach Aguas Calientes. Als wir um 10 Uhr nachts dort ankommen, treffen wir noch kurz den Guide, der uns am nächsten Tag durch Machu Picchu führen soll und fallen dann erschöpft ins Bett.
Da wir zu Fuss nach Machu Picchu aufsteigen wollen, müssen wir uns bereits um vier Uhr morgens auf den Weg machen, da der Aufstieg laut Auskunft unseres Guides zwei Stunden dauert und wir uns um sechs Uhr zur Tour treffen. Als wir loslaufen ist es stockfinster und es ist keine Menschenseele unterwegs. Wir dachten, dass wir hier jede Menge andere Leute treffen, die auch um diese Uhrzeit aufsteigen, da die führen Morgenstunden angeblich die schönsten sein sollen. Als wir schon fast wieder umkehren wollen, um den Bus zu nehmen, treffen wir ein Pärchen aus Neuseeland. Zusammen machen wir uns dann doch auf den Weg nach oben. Der Aufstieg ist nicht ohne und besteht fast nur aus hohen Treppen. Um uns herrum ist dichter Nebelwald, was nach der wenig bewaldeten Region rund um Cusco und auch noch Ollantaytambo recht merkwürdig ist. Als es dann langsam hell wird sehen wir die Landschaft um uns herum. Steile Berge die mit dichtem Nebelwald bewachsen sind. Langsam steigt der Nebel auf. Der Anblick ist wirklich atemberaubend. Nach knapp eineinhalb Stunden haben wir es bereits geschafft. Da man in die Stätte kein Essen mitnehmen darf, müssen wir alles am Eingang abgeben.
Dann beginnt unsere Tour und nach einem kleinen Aufstieg liegt es vor uns. Auch wenn immer wieder Leute sagen Machu Picchu sei überbewertet, kann ich nur sagen: Ihr habt sie doch nicht alle! Wir haben jetzt noch nicht so viele Ruinen gesehen, aber Machu Picchu ist eindeutig die beeindruckenste. Die Lage ist einfach der Hammer und zudem sind die Ruinen bestens erhalten. Der Ort strahlt etwas magisches aus. Die nächsten zwei Stunden stiefeln wir durch die Ruinen und bekommen allerhand Infos von unserem Guide. Es lohnt schon ab und an mal eine solche Tour zu buchen, da man einfach besser danach mehr über die besuchten Orte weiss. Danach machen wir uns dann daran den Wayna Picchu (den Berg auf der anderen Seite, der auf den klassischen Photos immer im Hintergrund zu sehen sit) zu besteigen. Und wir dachten schon der Aufstieg nach Machu Picchu wäre abstregebd. Der Weg da hoch ist immens steil. Da wir jedoch schon recht gut aklimatisiert sind und auch sonst fit schaffen wir den Aufstieg in nur 40 Minuten. Von oben haben wir dann einen tollen Ausblick auf Machu Picchu und die umlegenden Berge und den sich knapp 700 Meter unter uns schlängelden Urubamba Fluss. Dennoch muss ich sagen, ist der klassische Blick auf Machu Picchu mit dem Wayna Picchu im Hintergrund der schönste.
Wieder unten gehen wir erstmal zum Ausgang und machen Brotzeit. Da ein Essen im Restaurant hier 30 Dollar und ein einfacher Sandwich 8 Dollar kostet haben wir uns Brotzeit mitgebracht. Nach einer Stunde Pause gehts dann auf unseren schon etwas müden Beinen einen kurzen Trail zu einer Inka-Brücke. Der Weg dorthin ist allerdings spektakulärer als dei Brücke selbst. Der Weg geht an einer steilen Felswand entlang und ist teilweise überhängend. Zudem finden wir auf dem Weg eine tote Schlange. Die erste, die wir auf der Reise sehen! Nach einer halben Stunde sind wir bereits wiede zurück und beschliessen noch ein Stück den den Inka-Trail in die entgegengestzte Richtung bis zu einem Bergeinschnitt mit dem Namen Inti Punku (Sonnentor) aufzusteigen. Dort angekommen geniessen wir noch den Aublick, denn alle Inka-Trail Wanderer haben, wenn sie nach drei Tagen wandern Machu Picchu zum ersten mal sehen. Nach einer kurzen Pause geht´s dann an den Abstieg. Als wir um vier Uhr unten ankommen, haben wir 12 Stunden Wanderung und insgesamt fast 2.000 Höhenmeter (hoch und runter) hinter uns.
Die Füsse sind dementsprechend dick und so gehen wir erstmal in die Thermalbäder von Aguas Calientes. Diese sind nicht gerade beeindruckend und auch nicht besonders heiss, aber nach so einem Tag tut das trotzdem gut. Nach dem Abendessen fallen wir um acht Uhr ins Bett. Am Morgen geht es bereits wieder um 5.30 Uhr mit dem Zug nach Ollantaytambo und dann nach Cusco. Morgen fahren wir mit dem Buss nach Puno an den Titicaca-See.
So ihr da draussen. Ich hoffe ihr habt Spass gehabt beim lesen, oder auch nicht. Schreibt doch mal ein paar Kommentare, wie euch meine Berichte gefallen, was ihr gerne hören würdet und so weiter.
Machts gut und bis blad. Pfiati!
Huacachina – Oase in der Wüste & Nasca
Sonntag, Februar 24th, 2008Eine Stunde Busfahrt ist es von Pisco nach Ica und von dort nochmal 5 Minuten mit dem Taxi mitten in die Wüste nach Huacachina. Huacachina ist eine kleine Oase mit ein paar Häusern rund um einen kleinen palmenumstandenen See. Ansonsten sieht man von hier aus nichts als Dünen und Sand. Wir beziehen ein einfaches aber recht schönes Zimmer im Hostal Rocha (nur 11 Dollar) und buchen für den nächsten Tag eine Tour mit einem Dune-Buggy zum Sandboarden. Am Abend nehmen wir dann noch zwei von den Sandboards, die es im Hostel kostenlos auszuleihen gibt und steigen auf die Düne hinterm Haus. Alter, ist das anstrengend auf so ne Düne zu steigen. Die Sandboards sind keine richtigen Boards sondern nur ein paar Bretter mit einem lackierten Furnier, an beiden Enden etwas aufgebogen, ca. 2 cm dick, ohne Kanten und nur mit ein paar Gurtschlaufen als Bindung. Da ich auch noch Barfuß bin geht das fast gar nicht und der Sand bremst unglaublich. Im Sitzen oder Liegen geht es dafuer richtig gut ab, aber Kurven im Stehen sind damit nicht drin. Wir leihen uns deswegen für unsere Tour von einem netten alten Mann am Ende der Lagune zwei richtige Sandboards auf Snowboardbasis mit Bindung und Boots aus. Ich bin echt mal gespannt. Das wird sicher der Knüller. Danach geht´s endlich mal wieder richtig früh ins Bett und wir schlafen am nächsten Tag auch noch bis 10 Uhr.
Um halb fünf am nächsten Abend geht´s dann los. Mit dem Dune-Buggy düsen wir in die Wüste. Leider darf man nicht mehr selber fahren, da zu viele Unfälle passiert sind und nach den ersten paar Aktion leuchtet das sogar mir ein. Unser Fahrer heizt in einem Affenzahn die nicht gerade flachen Dünen rauf und runter und macht ordentliche Drifts auf den Sanpisten. Fett! Es ist in etwa wie Achterbahnfahren, nur dass man nicht immer so genau weiss wo es als nächstes hingeht. Nach einer viertel Stunde halten wir oben an der ersten Düne und geniessen den Ausblick in die Wüste. Unglaublich. Rings herum nichts ausser Sand und Dünen. Dann schnallen uns die Boards an und ab geht´s! Echt ein komisches Gefühl nur in Shorts und T-Shirt, ohne Handschuhe und den ganzen Kram. Der erste Hang ist ein wenig kurz und wir können lediglich zwei Schünge machen. Der Sand bremst auch hier ziemlich stark ab, aber an den steilen Stücken geht es ganz gut. Man darf einfach keine allzu starken Kurven fahren und nahe der Falllinie bleiben, dann kriegt man ganz gut Fahrt. Nach einer weiteren halben Stunde Fahrt kommen wir an eine richtig grosse Düne. Und hier wird es jetzt richtig leivant (wie der Öserreicher sagen würde). Im Prinzip wie Boarden im Tiefschnee. Das Fahrtgefühl ist etwa wie auf ganz nassem Schnee mit einem Brett das seit 10 Jahren nicht mehr gewachst wurde. Eine Mords-Gaudi! Nachdem wir uns dann nochmal eine halbe Stunde im Buggy durchschütteln haben lassen, lässt uns der Fahrer gleich bei der Düne bei der Oase raus. Friedl und ich haben noch nicht genug und wollen von der ganz hohen Düne abfahren. Einkehrschwung sozusagen. Dafür müssen wir allerdings erstmal eine halbe Stunde mit den Boots hochlatschen. Alter, …! Oben angekommen pfeift der Wind dann so stark, dass wir in einer Minute von oben bis unten paniert sind. Wir schnallen schnell an und rauschen Talwärts. Der Hang ist steil und lang und so macht es richtig Spass.
Am nächsten Morgen stehen wir wieder früher auf und fahren mit dem Bus nach Nasca. Wir haben in Huacachina einen Flug über die Nasca Linien gebucht. Big mistake! Erstens sollte man Touren und der Gleichen immer vor Ort buchen, da der Preis eigentlich immer günstiger ist, zweitens wird unser Guide gleich richtig unfreundlich, als wir ihm sagen, dass wir keine Inka-Trail Tour bei ihm buchen wollen. Genervt fahren wir also zum kleinen Flughafen von Nasca. Dort steigen wir in eine Maschine für fünf Personen plus Pilot. Das Ding schaukelt ordentlich und der Pilot legt sich von einer Kurve in die Nächste damit wir möglichst viel von den Nasca Linien sehen. Die Nasca Linien sind von einer Kultur die älter sind als die Inka in den Stein/Sandboden der Wüste gefromt wurden. Man kann verschiedene Figuren wie Affen, Vögel und Spinnen sehen und viele Linien und Korridore, die Schurgerade durch die Ebene führen. Man vermutet, dass es sich um eine Art Kalender handelt(e). Das ist jedoch nicht ganz sicher. Wen es genauer interessiert, der kann es sich ja auf Wikipedia durchlesen. Die Linien sind weniger beeindrucken als ich dachte. Der Flug und die Landschaft waren dafür umso interessanter. Ich würde dennoch sagen, dass ein Flug über die Linien die einzige vernünftige Art ist, sich diese anzuschauen. Es gibt auch noch einen Aussichtspunkt, aber von dort sieht man nicht wirklich viel. Wem der Flug also zu teuer ist, der sollte es ganz lassen.
Jetzt sitzen wir gerade in einem Internetshop in Nasca und warten darauf, dass unser Overnight Bus nach Cusco losfährt. Wir haben angesichts der 14 Stunden Fahrt wieder Schlafwagen bei der Gesellschaft CIAL (mit der sind wir auch Huaraz-Lima gefahren) gebucht. So long and thanx for all the fish!
Lima, Pisco & die Islas Ballesta
Dienstag, Januar 29th, 2008Am nächsten Morgen sind wir dann ganz in der früh in Lima angekommen und haben im Lion Backpackers im Stadtteil Miraflores eingecheckt. Das Doppelzimmer kostet hier 26 Dollar, aber Großstädte sind immer etwas teurer. Dafür sind Frühstück und Internet gratis mit dabei. Am ersten Tag checken wir erst mal die Situation mit den Flügen nach Iquitos (Im Nordwesten Perus, wo der Amazonas entspringt). Leider sind die Flüge gerade exzeptionell teuer (250 Dollar Minimum – normalerweise so um die 100 Dollar), was uns keiner so wirklich erklären kann, da eigentlich Nebensaison ist. Tja das ist dann leider nicht in unserem Budget drin und so müssen wir uns einen Alternativplan zurechtlegen.
Zunächst bleiben wir aber noch in Lima und spazieren durch Miraflores zum Meer. An der Küste fallen steile Klippen ins Meer ab und schon von oben sieht man wie dreckig die Brühe da unten ist. Das scheint den Limenos allerdings nichts auszumachen. Ich hab noch nie so viele Surfer auf einem Haufen gesehen wie hier. Zudem sind die Wellen mini und wir warten sicher eine viertel Stunde bis der erste eine Welle kriegt. Und das bei locker an die hundert Surfer. Wir schlendern an der Küste entlang bis zu einem riesigen Komplex mit dem Namen Larcomar mit jeder Menge Geschäften, Bars, Restaurants und auch Nightclubs.
Zurück im Hostel lernen wir einen Kanadier, Daniel, aus dem Yukon kennen und er gibt uns jede Menge Tipps für unsere Reise, da er gerade die gleiche Route hinter sich hat. Zusammen mit Athuro dem Besitzer des Hostels, Camilla einer Dänin und Daniels Freund Kevin machen wir dann noch das Nachleben in Lima unsicher. Zunächst geht es in eine Bar/Nightclub (El Dragon) im Viertel Barranco. Die Drinks sind leider nicht so prickelnd und auch die Musik ist ein wenig eintönig. Da wir eine große Gruppe sind ist das aber nicht so schlimm und wir haben trotzdem jede Menge Spaß. Von dort aus geht’s dann in einen Club im Larcomar. Leider habe ich den Namen vergessen. Um drei Uhr streichen Friedl und ich dann die Segel, da wir ja am nächsten Tag noch ein wenig die Stadt erkunden und am Abend weiterfahren wollen.
Am nächsten Morgen beschließen wir aber richtig auszuschlafen und erst am nächsten Tag weiterzufahren. So machen wir uns erst am Mittag auf ins Zentrum von Lima. Lima ist eigentlich eine ganz interessante Stadt. Die Viertel Miraflores und San Isidro sind recht schön und auch nachts sicher. Das Zentrum dagegen ist nur teilweise renoviert und der Koloniale Stolz ist ein wenig verblasst, wenn man mal vom Hauptplatz absieht. Auf dem Weg zum Zentrum machen wir einen Stopp am Parque de la Exposición und gehen dort ins Museo de Arte. Ja, Kulturtag bei Friedl und Nino. Ausgestellt sind hier zum einen Artefakte und Kunst aus der präkolonialen Zeit, sowie Malerei von den Anfängen der Kolonialzeit bis heute. Danach schlendern wir ein wenig durch die Altstadt mit dem Nationalpalast, dem Plaza de Armas und der Kathedrale und vielen anderen Gebäuden und Kirchen.
Mit Camilla, deren peruanischer Freund aus Cusco Salsalehrer ist, gehen wir am Abend noch in einen Salsaclub gleich bei unserem Hostel. Da ich aber im Gegensatz zu Friedl keinen Mittagsschlaf gemacht habe, bin ich nach zwei Stunden so müde, dass ich nach Hause gehe. Die Mädels tanzen noch bis 2 Uhr weiter.
Unser nächstes Ziel ist Pisco. Die kleine Stadt wurde vor sechs Monaten von einem schweren Erdbeben mit 7,9 auf der Richterskala erschüttert und jedes zweite Haus ist entweder eingestürzt oder schwer in Mitleidenschaft gezogen. Es sieht echt aus wie auf den Bildern im Fernsehen von Städten aus Kriegsgebieten. Von der Kathedrale stehen nur noch die beiden Türme, das Mittelschiff und der Rest ist völlig eingestürzt.
Was uns nach Pisco zieht sind die Islas Ballestas. Einige karge Felsinseln vor der Küste, die als Klein-Galapagos bezeichnet werden. Am nächsten Morgen geht es um 7 Uhr morgens los. Mit dem Bus nach Paracas einem kleinen Küstenort. Als wir dort ankommen, denken wir uns trifft der Schlag. 100 bis 150 Pauschaltouristen tummeln sich am Pier und warten darauf auf die Boote gehen zu können. Seit wir vor vier Monaten aufgebrochen sind haben wir eine solche Ansammlung dieser unangenehmen Touristenspezies nicht erlebt. Bitte in Zweierreihen aufstellen, jeder nur ein Kreuz… . Nun ja wir müssen uns wohl damit arrangieren. Wir werden auf eines der Speedboote gepfercht. Die Inseln entschädigen uns dann aber doch. Tausende von Kormoranen, Möwen und anderen Seevögeln nisten auf der Insel, die so zugeschissen ist, dass man hier einmal im Jahr Guano abbauen kann. Und dann kommt die Hauptattraktion. In den Buchten tummeln sich riesige Kolonien von Seelöwen und Humboldt-Pinguinen. Zwei Stunden lang schippern wir zwischen den Felsformationen der Inseln umher und können das Schauspiel betrachten. Als wir dann wieder an Land sind, sind wir einigermaßen froh die Menschenmassen wieder hinter uns zu lassen. Von Pisco aus fahren wir dann mit dem Bus weiter nach Ica.
Der Berg ruft – Cordillera Blanca die höchsten Berge Perus!
Montag, Januar 28th, 2008Nachdem die Agentur mit der wir zuerst unsere Bergtour machen wollten doch keine vier Leute zusammengekriegt hat, haben wir uns nochmal durchgefragt. Wir haben dann eine Agentur (Anden Sports in Huaraz), die uns die Tour für nur uns beide zum gleichen Preis angeboten hat.
Am nächsten Morgen ging‘s dann um sieben Uhr los. Bei der Agentur haben wir unseren Führer Felix kennengelernt und sind dann mit dem Minibus nach Caraz gefahren. Von dort aus sind wir dann mit einem Taxi Colectivo hoch nach Cachapampa. Als wir dann am Startpunkt ankamen gab’s erst mal ein bisl Ärger wegen unserem Esel. Irgendwie hatte der Eselführer auf einmal keine Lust mehr. Felix unser Führer hat dann zwei Stunden lang erfolglos versucht einen anderen Esel mit Führer aufzutreiben. Dann ist mir der Kragen geplatzt und ich hab Ihnen erst mal ne Moralpredigt gehalten, dass das so nicht geht, dass man zuerst etwas ausmacht und es dann wieder revidiert und hab zwischen rein schön viel auf Deutsch geschimpft. Das hatte dann die gewünscht Wirkung und 10 Minuten später hatten wir einen Esel mit Führer und haben uns auf den Weg gemacht. Felix, unser Eselführer, Juan unser Esel und wir beide. Am ersten Tag ging‘s durch die Quebrada Santa Cruz steil nach oben. Zu Anfang war die Vegetation noch üppig mit Eukalyptusbäumen. Später wurden die Bäume dann immer kleiner und knorriger und waren über und über mit Bromelien bewachsen. Hier habe ich mich zum ersten Mal wie in den Landschaften beim Herr der Ringe gefühlt. Es ging also ca. 4 Stunden lang immer die Schlucht dem Fluss entlang bergauf. Links und recht immer wieder hohe Wasserfälle. Und dann schließlich kamen wir an unserem ersten Zeltplatz auf ca. 3.800 m an. Felix hat uns erst mal einen Tee gemacht und uns dann noch ein leckeres Abendessen gekocht. Kurz danach haben wir uns in unser Zelt verzogen und uns in die Schlafsäcke gekuschelt.
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Am nächsten Morgen sind wir dann wieder früh aus den Federn und nach einem kleinen Frühstück ging‘s weiter. Zunächst ging es an zwei kleinen Gebirgsseen vorbei mit vielen Pferden und Kühen die auf den umliegenden Wiesen grasten. Im Hintergrund zeichnen sich schon die ersten verschneiten Gipfel ab. Danach geht es dann durch eine Sumpflandschaft und wir müssen uns den Weg zwischen den kleinen Flüsschen und Tümpeln suchen. Das ganze hat echt etwas vom Herrn der Ringe. Nachdem wir die Sumpflandschaft durchquert haben setzt ein leichter Regen ein und Friedl klagt über leichte Gliederschmerzen. Als wir dann endlich am Zeltplatz ankommen scheint es so, als ob Sie ihre Erkältung der Tage davor doch noch nicht so ganz überwunden hat und ihr geht es nicht so gut und sie legt sich erst mal ab. Am Nachmittag reist der Himmel auf und wir bekommen eine hervorragende Sicht auf die umliegenden ca. 6.000 Meter hohen verschneiten Gipfel. Es wird so warm, dass ich mich in kurzer Hose und T-Shirt ein wenig sonnen kann. Ich unterhalte mich ein wenig mit unserem Eselführer und was er mir erzählt kann ich kaum glauben. Erstens läuft er den ganzen Weg in einfachen Sandalen und das auch noch in einem Affentempo. Wie er das macht, dass er dabei keine kalten Füße kriegt bleibt sein Geheimnis. Das unglaublichste ist aber, dass er wenn die Gruppen angekommen sind den ganzen Weg allein mit seinem Esel in ca. 24 Stunden ohne Pause ohne essen oder trinken zurückläuft, also auch nachts, wenn es stockfinster ist. Abends kocht Felix dann Spagetti mit Tunfischsoße auf 4.250 Metern.
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Am nächsten Morgen geht es Friedl leider nicht besser und so beschließen wir nicht weiter zu gehen sondern den gleichen Weg wieder abzusteigen, da wir sonst noch einmal gute 600 Höhenmeter steilen Aufstieg gehabt hätten und noch eine Nacht im Zelt hätten verbringen müssen. Diesmal ist uns das Wetter auf dem ganzen Weg hold und wir bekommen noch einen guten Blick auf den Alpamayo, den angeblich schönsten Berg der Welt. Nach einem ziemlich langen Abstieg von acht Stunden sind wir dann wieder ziemlich KO an unserem Ausgangspunkt in Cachapampa und mit Taxi und Bus geht es wieder nach Huaraz, wo wir wieder das gleiche Zimmer beziehen. Auch ich hab mittleiweile eine leichte Erkältung uns so bleiben wir den nächsten Tag einfach nur im Bett und schauen uns einen Film nach dem anderen an. Am nächsten Tag nehmen wir dann den Overnight-Luxus-Bus nach Lima. Hier kann man die Sitze fast in die Waagerechte kippen und hat noch ein Fußteil dazu. Also sehr feudal. Dazu gibt’s noch Snacks und Drinks von einer Stewardess. Und das Ganze für nur 13 Euro!
Ab in die Berge – Huaraz
Donnerstag, Januar 17th, 2008In Mancora müssen wir uns dann von Basti und Justus verabschieden, da wir nun in Berge aufbrechen und die Jungs noch ein wenig surfen wollen. Mit dem Bus geht es dann zum fünften Mal die häßliche Fahrt nach Piura durch jede Menge Wüste, Müll und Gestank. Dort erwischen wir dann gerade noch die letzten zwei Plätze nach Chimbote, wo wir den Anschlussbus nach Huaraz nehmen wollen. Auch von Piura bis Chimbote gibt’s eigentlich nur Wüste, Müll und Gestank. Dummerweise fährt unser Bus so, dass wir um 2 Uhr Nachts in Chimbote ankommen und so müssen wir dann dort auf dem ekelhaften Busbahnhof bis 6 Uhr morgens auf den Anschlussbus warten. Es ist kalt und Friedl erkältet sich leider gleich noch. Die Fahrt nach Huaraz auf 3.100 Meter geht über eine unsägliche Schlammpiste an steilen Abhängen entlang und dauert geschlagene neun Stunden.
In Huaraz pisst es wie Sau als wir ankommen und wir suchen uns ein schönes Hotel und mümmeln uns erst mal ein. Friedl bekommt Fieber und ich muss mal wieder Hühnersuppe kochen. Die nächsten zwei Tage verbringen wir hauptsächlich im Bett und Friedl kuriert sich aus. Ich mach ein paar kleine Spaziergänge durch die Stadt. Man trifft hier schon überall auf die typischen Andenbewohner mit bunten Tüchern und Hüten. Huaraz ist eine lebendige Stadt mit vielen Restaurant, Geschäften, Märkten und Bars. Leider ist hier gerade Regenzeit und so ist es immer nur bis ca. zwei Uhr schön und fängt dann an zu regnen. Am zweiten Tag erkundigen wir uns wegen einer viertägigen Andentour durch die Cordillera Blanca und kaufen jede Menge warme Woll und Fleeceklamotten auf dem Markt um gewappnet zu sein. Jetzt sitze ich gerade in einem netten Kaffee und trinke Kannenweise Tee. In vier Tagen fahren wir dann direkt nach Lima. Von dort aus melde ich mich dann wieder. Bis dahin. Servus und Baba.
Peru – Lobitos und Mancora
Donnerstag, Januar 17th, 2008Ich sitze gerade auf der Terasse von unserem Hostel in Huaraz. Trotz Sonnenschein habe ich meinen dicken Fleecepulli an, da es hier auf über 3.000 Meter doch einigermaßen frisch ist.
Vor ca. 2 Wochen sind wir wieder von Piura aufgebrochen und sind wieder ans Meer gefahren. Wieder durch diese unwirtliche Wüste. Unser Ziel war ein kleiner Ort namens Lobitos. Wir hatten von den Jungs aus Stuttgart gehört, dass man hier super surfen kann. Lobitos ist wirklich das Ende der Welt. Vereinzelt stehen riesige Gerippe von alten verlassenen Militärgebäuden herum. Dazwischen dann lauter erdbraune Hütten. Es gibt nur wenige Straßen, der Rest steht wild in der Gegend rum. Ständig heult ein scharfer Wind und man hat das Gefühl man befindet sich mitten in einem aus Westernfilm. Im Meer vor der Küste ragen Kolosse von Ölbohrplattformen aus dem Wasser. Es gibt ein paar weinige Unterkünfte in denen logischerweise ausschließlich Surfer hausen, denn außer surfen kann man hier wirklich nichts machen. Wir wohnen bei Gustavo und seiner Familie in der Albergue Cabo Lobos direkt am Meer. Die Albergue hat einen großen Aufenthaltsraum, in dem auch gegessen wird und ständig Surffilme laufen und man vor dem teilweise wirklich unangenehm straken Wind geschützt ist. Die Wellen sehen gut aus und so wollen wir gleich in Wasser. Nachdem wir den großen Zeh ins Wasser gehalten haben, merken wir, das es mit Bordshort-surfen hier nix wird. Das Wasser hat maximal 14 Grad. Wir müssen uns also erst bei Gustavo ein paar Neoprenanzüge ausleihen. Glücklicherweise passen uns die beiden Anzüge, die er hat wie angegossen.
Leider sahen die Wellen besser aus als sie dann wirklich. Lobitos ist ein legendärer Pointbreak (Left). Leider braucht er guten Südswell, damit die Wellen richtig gut werden. Da wir Nordswell haben sind die Wellen nur sehr schwer zu erwischen und brechen teilweise auf ganzer Länge. Wir surfen dennoch jeden Tag ein paar Stunden und kommen jedes mal blau aus dem Wasser. Abends kocht Gustavo, der eigentlich Koch gelernt hat für alle Gäste und es jedes Mal richtig lecker. Wie gesagt ist hier ansonsten nicht viel zu tun und nach drei Tagen reicht es uns dann mit der absoluten Abgeschiedenheit und wir machen uns auf nach Mancora, um uns dort mit den Jungs aus Stuttgart zu treffen. Wir wollen uns dann zusammen ein Auto mieten und die Surfspots an der Küste abfahren.
Mancora ist das genaue Gegenteil von Lobitos. Hierher kommen Touristen aus ganz Südamerika (hauptsächlich Brasilien, Argentinien und Chile). Zum einen gibt es hier auch einen sehr bekannten Surfspot, der leider ständig dermaßen überfüllt ist (40-50 Pax sind keine Seltenheit) und ein ganz ordentliches Nachtleben. In der ersten Nacht wussten wir das noch nicht und hatten ein Zimmer direkt neben einer Disko. Dementsprechend wenig habe ich geschlafen. Am nächsten Morgen kommen dann Benedikt alias Justus und Basti an und wir versuchen zusammen ein Auto aufzutreiben. Leider müssen wir feststellen, dass es in Mancora keine Autovermietung gibt und wir nur von Privat mieten können. Die Autos sind jedoch in miserablem Zustand und da man natürlich auch keine Versicherung hat, wenn was am Auto ist, müssen wir das Projekt leider abblasen.
Nachdem wir unser Zimmer gewechselt haben, stürzen wir uns zu den Massen in den Wellen. Nach einer halben Stunde bin ich wieder aus dem Wasser, da die Leute hier derart respektlos sind und zudem noch jede Menge blutige Anfänger in den Wellen paddeln, die einfach nur unkontrolliert alles über den Haufen fahren. Ich bin dann mit Basti und Benni zu einem Spot ein wenig den Strand runter gegangen, wo die Well zwar keine lange Rides erlaubt hat, wir aber vollkommen alleine waren und so doch unseren Spaß hatten. Wir sind dann meist morgens ganz in der früh, wenn noch nicht so viel los war in Mancora gesurft und dann abends an unserem anderen Spot. Ansonsten war Mancora eigentlich nicht so mein Ding. Zu laut und dreckig und die Athmosphäre war irgendwie aggresiv und komisch. Wir hatten trotzdem eine gute Zeit dort, was nicht zuletzt daran lag, dass wir uns mit Basti und Justus wirklich hervorragend verstanden haben und jede Menge Spass hatten.
Friedl hat dann noch einen Surflehrer kennengelernt und sich noch eine private Techink-Surf-Stunde rausgelassen. Dazu sind wir einen Tag zu viert an einen anderen Strand nach Los Organos gefahren. Robbie (der Surflehrer – von uns dann auf Robertor getauft) hat uns alle in seiner absoluten Schrottlaube mitgenommen, die wir erstmal an der Tankstelle aus Wasserflaschen aufgetankt haben! Leider war wie auch die anderen Tage kein besonders guter Swell und so waren die Wellen eigentlich fast zu klein zum Surfen. Friedl hat die Stunde dennoch getaugt und viel gebracht. Nachdem es insgesamt mit dem Surfen nicht so der Knüller war, haben wir dann das Projekt Taining ins Leben gerufen und uns ertmal ordentlich Bräunungsöl gekauft. Während unserer ausgedehnten Strandtage haben wir dann versucht unsere Surfboards zu verkaufen, was gar nciht so leicht war, da die Preise hier fürn A… sind. Nicht von schlechten Eltern dagegen waren die ganzen Bikini-Mädls (Niko, für dich haben wir extra ein paar ordentliche Fotos geschossen).
Die Abende sind wir meist über den Markt geschlendert, wo man allerlei Schmuck und Handwerkszeug kaufen kann. Friedl und ich haben uns eine supergeile, riesige Lampe aus Muscheln gekauft, die wir zu unseren Eltern nach Hause geschickt haben. Danach gings dann in eines der unzählige Restaurants. Highlight war ein Argentinisches Steakhouse. Die Steaks waren der absolute Hammer. Danach haben wir dann auf unserem Balkon mit ein paar Bierchen und Cuba Libre noch ein wenig gechillt und gequatscht.
Als dann laut den Lokals der Hammer-Swell kommen sollte, sind wir nochmal einen Tag nach Los Organos gefahren. Mit dabei war noch ein Deutscher (Benedikt) aus Frankfurt, den wir in Mancora am Strand kennengelernt hatten. Die Wellen waren schon ein wenig größer. Leider kam der Swell wieder von Norden und so waren die Wellen von der Form her nicht so hervorragend. Es soll wohl einfach nicht sein in Peru. Bei der Rückfahrt haben wir dann für die ca. 20 km Strecke ein Motorad-Taxi genommen. Mit drei Surfbrettern auf dem Dach und zu dritt hinten drin, ist das Ding die Anhöhen fast nicht hochgekommen. Zurück in Mancora, war der Surfspot wegen den höheren Wellen noch voller als sonst und wir haben mit ein paar Argentiniern den Nachmittag mit Beachvolleyball verbracht.
Am Freitag abend haben wir uns dann entschlossen das Nachtleben zu erkunden. Die kleine Party-Area von Mancora liegt direkt an der Panamericana (die Hauptverkehrsstraße Südamerikas), was ungefähr mit der A8 in Deutschland vergleichbar wäre. Die Strasse ist allerdings nur einspurig und Nachts ist bis auf ein paar LKWs und Overnightbusses nichts los. Die meisten Leute stehen somit auf der Straße und weichen dann immer wieder den Busen aus. Zu trinken gabs Pisco Sour Maracuja. Nach einigen Drinks haben Justus und Friedl dem peruanischen Fernsehen dann noch ein Interview gegeben. Mit zwei Argentiniern haben wir dann noch die In-Disco, die wir sonst nie gefunden hätten, da man von außen eigentlich nur ein verfallenes Gebäude sehen konnte, unsicher gemacht und bis in die frühen Morgenstunden getanzt.
Am nächsten Tag war dementsprechend Katerstimmung angesagt und wir haben eigentlich den ganzen Tag nur am Strand verbracht. Am Ende des Tages haben wir dann unsere beiden Bords für 150 Dollar (was ein Spottpreis) an einen Surfshop verkauft. Mehr war nicht rauszuholen. Am Abend haben wir dann mit meinem Laptop Homekino gemacht und sind früh ins Bett, um für die Reise am nächsten Tag fit zu sein.
Happy New Year!
Freitag, Januar 11th, 2008Und da bin ich wieder! Auch hier hat beim Jahreswechsel alles geklappt und wir sind gut rübergekommen. Ich hoffe ihr habt alle schön gefeiert und seid gut in 2008 angekommen.
Nachdem wir noch ein zwei Tage im Haus in Piura waren sind wir dann mit Frozty, seiner Freundin und deren Mutter in das Strandhaus, oder soll ich besser sagen in den Strandpalast gefahren. Ich könnt jetzt hier viel schreiben, schaut euch einfach die Fotos an. Das Haus liegt an einem Strand Namens Punta Sal ganz im Norden von Peru. Der Strand ist wirklich superschön, was hier nicht ungebingt selbstverstndlich ist. Vielerorts ist hier alles einfach nur zugemüllt. Leider war es dort mit Wellen die totale Fehlanzeige. Mit uns im Haus, waren auch noch der Bruder von Froztys Freundin und dessen Freundin.
Nachdem wellenmäßig nix angesagt war an dem Strand wo wir waren, haben wir uns ganz aufs chillen verlegt. Nach zwei Tagen wurde mir das dann aber zu blöd und ich wollte doch mal nach Mancora (ca. 30 min mit dem Auto) zu surfen. Als wir dort ankamen, dachte ich mich trifft der Schlag. Der Strand war so voll, dass man eigentlich nicht mehr laufen konnte und in den Wellen (sofern man das noch Wellen nennen konnte) sah es auch nicht viel besser aus. Wir sind also gleich wieder umgedreht. Also doch nur chillen. Auch nichtdas schelchteste. Leider gabs auch hier wieder unglaublich viel zu essen und so sind wir über die Feiertage so richtig träge geworden.
Am Sylvesterabend sind dann noch ein paar Freunde von Frozty vorbeigekommen und wir haben zu erst mal ein wenig vorgeglüht. Um 12 Uhr standen wir dann natürlich mit beiden Füßen im Sand. Leider ist in Peru Feuerwerk wegen der vielen Unfälle, die es gab verboten und so gab es nur ein paar wenige Raketen vom Schwarzmarkt, die nicht gerade der Knaller waren. Leider waren die Peruaner an diesem Abend zum einzigen mal so verplant, dass es nix zum Essen gab und so sind wir dann ohne Grundlage zum feiern gegangen. In einem Hotel in der Nähe gabs eine fette Beachparty mit Dancefloor auf dem Strand, Pool etc. Witzigerweise kostete die Party Eintritt, wobei man dafür einen großen Beutel Eiswürfel bekommen, die Getränke durfte man aber selber mitbringen. Den Rest könnt ihr euch ja denken. Um sieben Uhr morgens sind Friedl und ich dann am Strand dem Sonnenaufgang entgegen gewankt.
An Neujahr haben wir uns dann zwei Pferde ausgeliehen und sind damit in den Sonnenuntergang geritten. Friedl war total begeistert und ich muss sagen, die Kulisse war schon wirklich extrem gut kitschig. Am nächsten Tag sind wir dann auch schon wieder zurück nach Piura gefahren. Wir haben dann noch einen Tag dort ein wenig geschoppt und das Gefühl genossen in einem Haus zu wohnen und sind dann am nächsten Tag wieder zurück ans Meer gefahren.
Mir ist grad viel zu heiß und ich muss jetzt mal wieder ins Wasser. Alle Neuigkeiten von den Stränden in Peru gibts dann die nächsten Tage. Solange wünsche ich euch viel Spass mit dem neuesten Fotoalbum. Servus und Baba!
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| Von Belize bis Peru (Sylvester |
Feliz Navidad en Peru!
Freitag, Dezember 28th, 2007Wir sind in Quito gegen 19 Uhr angekommen und haben uns sofort auf die Suche nach einem Bus nach Piura gemacht, wo wir bei einem Freund, mit dem ich in Spanien studiert habe und seiner Familie, Weihnachten feiern wollen. Aus unserem Reiseführer wußten wir, dass es einen Direktbus gab. Nach einigem Suchen haben wir diesen dann auch gefunden. Dummerweise hatten wir uns natürlich keine Gedanken darüber gemacht, dass es einen Tag vor Weihnachten ist und so war der Bus leider schon ausgebucht. Wir hätten erst am nächsten Tag wieder mitfahren können. Mit diesem Bus wären wir allerdings erst am 24. in Piura in Peru angekommen. So haben wir über eine Stunde weitergesucht und dann endlich noch zwei Plätze nach Guayaquil ergattert. Nach einem unglaublich günstigen Abendessen ging es dann in den Bus wo wir mit unserem Kater vom vorabend endlich ein wenig ausruhen konnten.
Nach 9 Std Busfahrt sind wir dann um 6 Uhr morgens in Guayaquil angekommen und haben auch gleich den Anschlussbus nach Piura (CIFA) bekommen. Die Streck sollte dann nochmal 11 Std dauern. Ich weiß immer noch nicht genau, warum die Busfahrten hier so lang dauern, da die Strecke nur ca. 500 km ist und der Bus auf der Panamerikana (Highway) richtig Gas gibt. Nun ja. Nach einer durchzechten Nacht, einigen Flugstunden und einer weiteren Nacht im Bus sind wir dann als mit dem nächsten Bus los. Man kann sich vorstellen, das wir beide nicht gerade die beste Laune hatten. Je weiter wir Richtung Peru kommen, um so trockener wird die Landschaft. Waren Quito und Guayaquil noch einigermaßen ansehnliche Städte, wird die Gegend immer ärmer. Kleine Lehmhütten inmitten von einer total vollgemüllten, wüstenartigen Landschaft. Nach Costa Rica und Panama, wo weinger Armut und vor allem ein extrem tropisches Klima und Vegetation herrscht, ist der Unterschied zunächst krass. Wir sind ein weing ernüchtert und müssen und erstmal daran gewöhnen.

Kurz nach der peruanischen Grenze, die wir ohne Probleme bei Huaquilles überquert, stoppt uns die Polizei und durchsucht mal wieder den Bus nach Drogen. Das Ganze dauert natürlich ewig. Gegen 19 Uhr abends, nach dem wir bereits 36 Stunden auf Achse sind erreichen wir endlich Piura. Frozty, ein Freund mit dem ich in Pamplona studiert habe und der uns für Weihnachten und Sylvester eingeladen hat holt und vom Busbahnhof ab und bringt uns zu sich und seinen Eltern nach Hause.
Total dahaun und daspiebn (für alle Nichtbayern: wir waren ziemlich verschwitzt und KO) haben uns dann die Eltern und die Geschwister (Bruder Luis und Schwester Monica) in Empfang genommen und wir haben uns sofort total wohl gefühlt. Das Haus ist der absolute Hammer, sehr geschmackvoll und ziemlich groß. Wir haben ein eigenes riesigen Zimmer mit Bad und einem unglaublich gemütlichen Bett bekommen. Der Vater ist Neurologe und die Mutter veranstaltet Feste für Kinder und hat eine Theaterwerkstatt. Frozty hat mit 28 schon seine eigene Werbeagentur. Damit ist die Familie hier ziemlich gut betucht. Friederike und ich genießen es mal wieder in einem richtigen Haus mit allem Komfort zu sein. Nach fast drei Monaten Low Budget Reise tut das doch mal wieder gut. Auch ist der Umgang hier sehr ungezwungen und so fühlen wir und hier richtig heimisch. Es gibt hier sogar eine Haushälterin, was für uns manchmal doch etwas komisch ist.
Nachdem wir erstmal ausgepackt, geduscht und unsere gesamten Klamotten in die Waschmaschie geworfen haben, sind wir mit der gesamten Familie zum Essen gegangen und haben allerlei peruanische Spezialitäten zum probieren bekommen. Chicha Morada (eine Art Kinderpunch aus schwarzem Mais), Algarobina (Drink mit Pisco, Algarobina und Eiweiß), Maissalat, Enyucados (Kroketten aus Süßkartoffeln mit Käse), Ceviche (eine Art Meeresfrüchtesalat) und vieles mehr. Danach sind wir nur noch in Bett gefallen und haben erstmal über 12 Stunden am Stück geschlafen.
Am 24. sind wir dann ein wenig durch die Stadt gefahren und haben noch ein paar Sachen für Weihnachten eingekauft und uns die Stadt angeschaut. Frozty hat ein aufblasbares Schwimmbecken für die Familie zu Weihnachten erstanden und ich habe mir eine neue kurze Hose gekauft, da die eine die ich dabei habe so langsam den Geist aufgibt. Danach haben wir uns zu Hause einen gemütlichen Nachmittag gemacht, gechillt, gequatscht, ein paar Dinge für das Weihnachtfest vorbereitet und mit unseren Eltern geskypet. So gegen 9 Uhr dachten Friedl und ich, dass es jetzt doch mal mit dem Essen langsam losgehen müßte. Auf unsere Nachfrage hin haben wir dann erfahren, dass das Essen, genau wie die Geschenkübergabe erst nach 12 Uhr Mitternacht stattfindet. Also haben sich alle erstmal noch ein wenig hingelegt und sich gegen halb 12 dann fein gemacht. Um 12 Uhr gibt es dann einen Countdown á la Sylvester und dann fallen sich alle um den Hals und kurz darauf in die Küche, da man ja bis dato noch nix gegessen hatte. Es sollte das letzte mal in vier Tagen sein, dass wir Hunger hatten.
Das Weihnachtsessen war unglaublich. Es gab pikanten Truthahn, mit Apfelmus, Schweinelende in Honigsauce, Kartoffelpüree, arabischen Reis mit Rosinen und Speck, verschiedene Salate und zum Nachtisch noch Pantetone mit heißer Schokolade und Eis. Es war soviel, dass es selbst nachdem wir alle pappsatt waren immer noch so aussah, als hätten wir fast nix angerührt. Wir haben die Reste dann die nächsten drei Tage verwertet. Nachdem alle fertig waren ging es über zur Bescherung. Ich habe vergessen zu erwähnen, dass das ganze Haus unglaublich kitschig weihnachtlich dekoriert ist und wir sogar einen Weihnachtsbaum haben. Er ist zwar nur aus Plastik und die Lichterketten blinken hektisch während sie Weihnachtlieder piepsen, aber uns gefällts. Die Familie hat sogar kleine Weihnachtsgeschenke für uns und wir haben auch etwas mitgebracht und so wird es richtig nett. Ein wenig wie daheim, nur dass wir nicht von der Heizung schwitzen sondern von den knapp 30 Grad die es hat.
Nach der Bescherung ist es bereits 3 Uhr und die Eltern schlafen auf dem Sofa ein. Frozty will noch bei ein paar Freunden vorbeischauen und wir begleiten ihn. Wir trinken noch ein paar Bier und lernen schon mal ein paar von den Leuten kennen mit denen wir Sylvester verbringen werden. Gegen 5 Uhr schläft Friedl dann auf dem Sofa ein und Frosty bringt uns nach Hause. Am ersten Weihnachtsfeiertag wird dann nur gechillt.
Am zweiten Weihnachtsfeiertag hat die Mutter dann eins ihrer Kinderfest in Catacaus einem Dorf in der Nähe, was wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollen. Mit zwei weiteren Freundinnen von Frozty geht es dann in das nette Städtchen, dass für seine gute Küche und Silber- und Handwerksarbeiten berümht ist. Nach einem Spaziergang fahren wir dann zu dem Kinderfest der Mutter. Sie dekoriert dort alles recht bunt und gestaltet ein nettes Rahmenprogramm mit einer Show und Spielen. Sie selbst tritt als Nona Ratona eine Art Mini Mouse auf. Der absolute Brüller. Das ganze Fest hat gut und gerne 1.000 Dollar gekostet und Friedl und mir fällt hier der enorme Unterschied zwischen reich und arm wieder mal so richtig auf. Auch kommen einem hier und in Piura an jeder Ecke lauter total dreckige Kinder mit abgerissenen Klamotten entgegen und betteln einen an, wollen das Auto putzen, oder “bewachen” oder ähnliches. Auf der anderen Seite ist Piura eine recht moderne Stadt und es gibt jede Menge nette Häuser und viele Geschäfte. Auch ist Einkaufen hier nicht spottbillig. Vielleicht fällt es uns auch nur mehr auf, da wir sonst eigentlich selten in Städten sind und hier natürlich auch mit allem Komfort leben.
Zurück in Piura gehen schlendern wir noch ein weing durch die Stadt und machen uns einen weiteren gemütlichen abend daheim. Am nächsten Tag stehen wir recht früh auf und gehen einkaufen. Heute kochen wir für unsere Gastfamilie und es gibt: Schweinshax’n mit Knödl und gemischtem Gemüse (Blaukraut war leider nicht aufzutreiben). Ein Stückchen Heimat in Peru! Als Vorspeise gibts noch einen Salat und als Nachtisch Vanillepudding mit Schokosauce. Leider ist der Ofen ein Gasofen und hat somit nur Unterhitze und ist nicht besonders heiß, aber nach über drei Stunden, kann sich das Ergebnis mehr als sehen lassen. Die Kruste müssen wir allerdings in der Pfanne rausbraten. Allen schmeckt es gut, auch wenn die Knödl doch sehr ungläubig beäugt werden.
Jetzt liege ich wieder auf unserem Bett und bringe meinen Blog up to date. Heute abend gibt es hier im Haus noch ein Fest für alle Angestellten der Mutter. Auf der Terasse ist schon eine fette Anlage aufgebaut, obwohl glaube ich nur ca 10 Leute oder so kommen. Mal sehen. Übermorgen geht es dann mit Frozty und ein paar Freunden von ihm hier in der Nähe ins Strandhaus in Punta Sal, wo wir dann auch Sylvester feiern. 16 Leute passen da rein und ich glaube es wird voll werden. Ganz in der Nähe gibt es einen der berühmtesten Surfstände von Peru. Das klingt alles recht vielversprechend. Ich melde mich wieder im neuen Jahr und wünsche euch allen einen guten Rutsch, wo immer ihr auch gerade sein mögt. Viel Glück und Gesundheit!
Oh wie schön ist Panama… (Es weihnachtet sehr)
Mittwoch, Dezember 26th, 2007Auch wenn die Friedl die gleiche Überschrift hat, das muss hier einfach sein. Wir haben also in aller Frühe den Bus nach Panama genommen. Leider ist unsere Landkarte in unserem Führer (Ich würde in jedem Fall zum Lonely Planet raten und nicht zum Footprint) so schlecht, dass wir uns für den falschen Weg entschieden haben und der dauert ewig. Nach über drei Stunden sind wir in Palmar Norte, was eigentlich von Dominical nur eine Stunde entfernt ist. Nun ja. Außer uns waren noch ein holländisches und ein kanadisches Pärchen ähnlich schlau und so haben wir wenigstens ein paar Leidensgenossen auf der Fahrt. An der Grenze sind Friedl und ich dann auch gleich durch, die anderen kriegen aber ein paar Probleme und da von denen keiner auch nur einen Brocken Spanisch spricht, helfe ich den anderen beiden noch über die Grenze. Die Kanadier brauchen eigentlich ein Ausreiseticket um eine Tourist Card zu bekommen. Mit einer kleinen Bestechung (8 Dollar pro Nase) geht es dann auch so. Bei den Holländern wollen die dann für die einfache Einreise (Europäer brauchen keine Tourist Card) auch ein Ausreiseticket, was ich dem Grenzbeamten dann nach einem kleinen Plausch ausreden kann. Nach einer knappen Stunde haben wir dann endlich alle unsere Stempel und es geht weiter nach David.
Als wir in David ankommen ist es schon ziemlich spät und wir rechnen uns aus, dass wir in San Carlos (wo wir eigentlich hinwollen, da es von dort aus nur noch eine Stunde nach Panama City ist) erst gegen 23 Uhr ankommen. Eigentlich haben wir darauf nicht so Bock, aber nachdem uns der Busfahrer versichert dass direkt an der Bushaltestelle eine Polizeistation ist, machen wir uns doch noch auf den Weg. Dummerweise haben wir noch unsere kurzen Klamotten an und in Panama herrscht in den Bussen wieder Antarktisklima. Die Landschaft ist hier wieder ein bischen weniger tropisch als in Dominical. Als wir dann spät in der Nacht an der Landstrasse aussteigen sind wir wirklich froh, dass die Info mit der Polizeistation stimmt. Nach dem wir kurz erfolglos versuchen irgendwo ein Taxi aufzutreiben um zu einem Hostel zu fahren, dass wir uns vorab rausgesucht haben, bieten uns zwie nette Polizisten an uns dorthinzufahren. Im Auto meinen sie dann, dass das Hostel nicht so gut sei, da es relativ weit außerhalb sei. Da die beiden dann wirklich sichergehen wollen, dass wir total zufrieden sind mit unserem Hotel kutschieren sie uns von einem Hostal zum anderen, bis wir eins gefunden haben, dass uns auch preislich zusagt. Die Hotels scheinen hier wieder etwas teurer zu sein. Im Hostal Costa Azul bei Boris gefällt es uns dann wirklich hervorragend.
Am nächsten Morgen frühstücken wir auf der Veranda und erkunden dann die Surfspots in der Gegend. Die Wellen sind jedoch einfach zu groß für uns und so machen wir einen kleinen Strandspaziergang und kaufen Fisch direkt von einem Fischer, um diesem am Abend auf den Grill zu werfen. Unterwegs sacken wir dann noch zwei Weihnachtsmützen ein und machen erstmal eine Weihnachts-Strand-Fotosession. Auch Schrosch bekommt ein entsprechendes Dress verpasst.
Gegen fünf ist dann die Tide genau richtig für den Spot direkt vor unserem Hostel und die Welle ist wirklich wahnsinn. Der Pointbreak bricht nach links und die Welle bricht sicher einen Kilometer lang!! Die Sets sind ca. 3-4 Meter hoch und die Strömung ist abartig. Da die Welle in etwa hüfthohes Wasser bricht und der Boden mit Felsen übersäht ist, breche ich nach zwei Versuchen ab. Ds Risiko sich hier zu verletzten ist mir einfach zu groß und so begnüge ich mich den Profis zuzusehen wie sie auf dieser Hammer-Welle rides von 30 Sekunden und mehr hinlegen.
Am Abend dürfen wir dann Grill und Küche benutzen und machen uns unseren Fisch mit Reis und Gemüse. Boris ist von Geruch und Anblick unseres Dinners so angetan, dass er uns gleich anstellen will.
Ganz in der früh am nächsten Morgen nehmen wir dann den Bus nach Panama City. Schon kurz vor der Stadt geraten wir zum ersten mal in den Stau. Das ist hier in Panama City ganz normal und die Stadt ist nach knapp drei Monaten Zentralamerika wirklich mal wieder etwas ganz anderes. Die Skyline von Panama kann durchaus mit einigen amerikanischen Großstädten mithalten. Gleich nach unserer Ankunft, checken wir unsere emails und fahren zum Hotel, von dem uns Kevin (einer der beiden Amis, mit dem wir in Mexiko gereist sind) geschrieben hat, dass er dort wohnen würde. Als wir ankommen, erfahren wir, dass er vor zehn Minuten ausgecheckt hat und sich ein neues Hotel suchen wollte. Ziemlich blöd! Dummerweise funktioniert hier gerade auch mal wieder mein Handy nicht. Nach einigem emails schaffen wir es dann aber doch uns zu treffen. Es ist wirklich nett, wenn man manche Menschen entlang der Reise immer wiedertrifft, besonders natürlich, wenn man sich gut verstanden hat.
Nachdem wir eingecheckt und das Wichtigste der letzten eineinhalb Monate ausgetauscht haben, machen wir uns zu dritt auf den Weg die Stadt zu erkunden. Der alte, koloniale Stadtkern ist teilweise schon saniert und man kann erkennen, wie prunktvoll diese Stadt einstmals war. Nach ein paar Stunden bummeln und einem Imbiss auf der Straße kehren wir dann ins Hotel zurück und machen einen kleinen Mittagsschlaf, um fit zu sein für das Nachtleben. Die meisten Bars und Clubs sind in Panama City sind in einem bestimmten Stadtteil, was den Vorteil hat, dass man beim Barhopping zu Fuß laufen kann. Als wir ankommen hüpfen erstmal ein paar Engel über die Straße, die für eine “Don’t drink and drive”-Kampagne Werbung machen. Wir gehen zunächst ins “La Bodegita”, einer Mischung zwischen Bar und Disko. Es wird viel Salsa und Raggeton gespielt. Danach geht es dann noch in zwei drei weitere Bars und Clubs. Da wir jedoch am nächsten Morgen um 8 Uhr uns auf den Weg zum Flughafen machen müssen, ist gegen 4 Uhr Schluss. Dennoch ist der Kater am nächsten Morgen ganz ansehnlich.
Nachdem wir unser Gepäck aufgegeben haben ist es dann auch schon wieder an der Zeit uns von Kevin zu verabschieden. Er fliegt zu seinen Eltern, die im Norden von Mexiko über Weihnachten und Sylvester ein Haus gemietet haben. Für uns geht es mit dem Flieger zunächst nach Bogota und nach einer kurzen Zwischenlandung weiter nach Quito in Ecuador…
Pura Vida – Costa Rica!
Mittwoch, Dezember 26th, 2007Die letzten beiden Wochen haben wir unsere Reise wieder in vollen Zügen genossen. Wir waren eine ganze Woche in Malpais und dann noch mal drei volle Tage im Tropenparadis Dominical und haben einfach nur gesurft und gechillt.
An unserem zweiten Tag in Malpais, haben drei Jungs aus Stuttgart wedergetroffen (leider haben wir irgendwie keine Fotos gemacht), die wir in Nicaragua in Playa Madera kennen gelernt haben und haben uns noch ein paar Bierchen zusammen genemigt. Die Jungs sind wirklich sehr nett und lustig und so haben wir die nächsten Tage noch öfter zusammen was unternommen und am Ende sogar verabredet in Ecuador/Peru noch mal zusammen eine Woche zum surfen zu gehen.
Am nächsten Tag sind wir dann wieder mal einen langen Surftag eingelegt. Wir sind bereits um sieben Uhr aufgestanden, um die High-Tide morgens zu erwischen, da hier die Wellen am besten brechen und das Meer am ruhigsten ist, da noch kein Wind geht. Malpais (Playa del Carmen) ist ein solider Beachbreak mit mehreren Peaks und so verteilen sich die in nicht unerheblicher Zahl angepilgerten Surfer ganz gut über den langen Strand. Die Wellen sind teilweise sehr unregelmäßig. Solange Malpais nicht groß ist (als wir dort waren maximal Head-High) brechen die Wellen relativ langsam, was uns nicht ganz so erfahrenen Surfern zu Gute kommt, da man mehr Zeit für den Take Off hat. Wird es hier groß, gibt es allerdings auch hier einige Tubes. Wir sind also morgens für ein paar Stunden raus und haben uns dann mittags am Strand und auf unserer Terrasse gechillt. Ab halb vier bis kurz nach Sonnenuntergang waren wir dann wieder im Wasser. Es ist echt verblüffend, wie man nach und nach immer besser versteht, wie die Wellen sich verhalten. Am Abend treffen wir dann die Jungs aus Stuttgart wieder und quatschen bis spät in die Nacht bei dem ein oder anderen Cuba Libre. Da die drei sich ein Auto gemietet haben, es aber am nächsten Tag nicht nutzen werden, leihen sie es uns für einen Ausflug nach Montezuma. Vielen Dank noch mal, wenn ihr das hier lest!
Wir haben uns dann also mit dem Jeep auf den Weg nach Montezuma gemacht und halten noch kurz am Cabo Blanco National Park. Leider ist es echt so, dass man ohne die geschulten Augen eines Führers kaum Tiere ausmachen kann, obwohlsich hier Affen, Nasenbären, Leguane und viele Vögel tummeln sollen. Wenigsten bekommen wir bei unserer einstündigen Wanderung durch den küstennahen Dschungel noch einen wirklich kapitalen Iguana (Leguan) zu gesicht, der sich gerade auf einem umgefallenen Baum sonnt.
Danach geht es dann mit dem Jeep über eine abenteurliche Straße nach Monatzuma. Immer wieder führt die Straße durch kleine Flüsse und dann wieder steil bergauf und bergab. Fetzengaudi mit dem Jeep! Nach einer Stunde sind wir dann beim Wasserfall von Montezuma und stürzen uns ins kühle Nass. Der Weg zum zweiten etwas höher gelegnen Wasserfall geht steil durch den Urwald nach oben. Am oberen Becken kann mann dann ordentlich Gumpenspringen (ca 10 Meter und Friedl ist auch ganz tapfer mitgesprungen) und sich mit einem Seil ins Wasser schwingen. Das Jodeltier war auch mit vor Ort und hat unsere wagemutigen Aktionen mit einem ordentlichen Jodeler gewürdigt. Danach sind wir noch kurz in Montezuma was essen gegangen und haben den Jeep wieder vollgetankt.
Die nächsten Tage waren bis auf einen kleinen Weihnachtseinkaufbummel von surfen und chillen gekennzeichnet. Friedl und ich haben in einem der vielen Surfshops so richtig zugeschlagen und uns selbst Weihnachtsgeschenke ausgesucht. Ich habe mir ein neues Hemd und eine neue Boardshort (davon kann man nie genug haben auf so einer Reise) gekauft und Friedl hat ein Hemdchen eine kurze Hose und ein paar Flip Flops erstanden.
Nach ein paar Tagen gings dann von Monteuma aus mit dem Speedboot nach Jaco. Dabei haben wir zunächst ärgerlicherweise den Bus von Malpais nach Montezuma verpasst, oder besser gesagt, er hat uns verpasst, da er einfach zehn Minuten zu früh gefahren ist und wir nur noch seine Rücklichter gesehen haben. So mussten wir uns unfreiwiligerweise ein Taxi leisten. Auf der Überfahrt haben wir dann noch ein paar Mantarochen gesehen. Mit uns an Bord waren Evelyn und Todd aus München. Da die beiden das gleiche Ziel (Dominical) wie wir hatten, sind wir zusammen losgezogen. Zunächst mit dem Taxi zum Busbahnhof und dann mit dem Bus nach Quepos und anschließend nach Dominical. Leider war die Straße ab Quepos nicht mehr so gut und so haben wir insgesamt doch recht lange gebraucht. Während der Fahrt haben sich dann die Freunde von Todd und Evelyn, von denen sie sich für ein paar Tage getrennt hatten gemeldet, gemeldte, dass sie zufällgerweise ebenfalls in Dominical sind. Wie es der Zufall dann so wollte, kannte ich Bianca von früher. Manchmal ist es echt unglaublich! Wir haben uns zusammen ein nettes Hotel (Sundancer) in der Dorfmitte gesucht (mit Pool und Wireless Lan vom Internet Cafe nebenan).
Wenn jemand mal hierherkommt, kann ich diese Unterkunft echt empfehlen. Wir waren dann noch alle zusammen essen und als wir zurückkamen, nahm gerade ein fetter Iguana ein Bad in unserem Pool. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und bin mit Taucherbrille und Kamera bewaffnet und den Pool gesprungen. Der Iguana war inklusive Schwanz gut und geren 1,50 Meter lang, wobei sein Schwanz ca. doppelt so lang wie der Rest des Körpers war. Beim schwimmen hat er dann die Beine angelegt und ist wie eine Schlange geschwommen. Absolut cool diese Tiere.
Am nächsten Tag haben wir dann endlich Tati und Fabien mit dem kleinen Santiago getroffen (Tati habe ich während meines Studiums in Spanien kennengelernt und mit Friedl schon vor drei Jahren, als wir zum ersten mal in Costa Rica waren besucht – leider haben wir mal wieder die Kamera vergessen). Eigentlich wollten wir ja mit ihnen dem Rest der Family ein paar Tage in ihrem Strandhaus in Playa Hermosa nahe Jaco verbringen. Leider hat genau in dieser Zeit die Frima von Fabien ihren Firmenausflug gelegt und so mussten wir umdisponieren. Leider hatten die beiden wegen des Firmenausflugs auch nicht so viel Zeit, da einige gemeinsame Aktivitäten geplant waren.
Am Abend haben wir dann mit Todd (er ist halber Amerikaner und ein eingefleischter Fan der Washington Redskins) uns das Spiel Redskins gegen NY Giants angeschaut und ich habe mir mal die Regeln erklären lassen. Nach einiger Zeit versteht man wirklich was sich da so abspielt und sieht nicht mehr nur zwei Manschaften ineinander laufen. Zu Todds ganzem Glück haben die Redskins auch noch gewonnen und so war der Abend gerettet.
Am nächsten Tag haben wir uns dann in die Wellen von Dominical gestürzt. Ich bin mit Friedls Brett gesurft und die Bedingungen waren echt super. Schöne glatte Wellen mit klaren Peaks und das Ganze an einem schönenen Palmenstrand. Was kann man mehr wollen. Die Wellen waren für uns größenmäßig genau richtig (zwischen Hüft- und Kopfhoch) und ich hab ein paar richtig gute Rides erwischt. Evelyn, Todd, Bianca und Ingo sind dann weitergezogen und wir sind dann aus dem Wasser gekommen um uns zu verabschieden. Leider ist aus Todd nun doch kein Profisurfer geworden, aber was nicht ist kann ja noch werden
Nach einer wirklich guten Abendsession sind wir dann noch mal ins Hotel zu Tati und Fabien gefahren. Bei einer guten Falsche Wein saßen wir dann bis spät Nacht auf der Veranda und haben über die politischen Verhältnisse in den einzelnen Ländern Zentralamerikas, und viele andere Dinge diskutiert. Es war wirklich Schade, dass wir die beiden diesmal nur so kurz treffen konnten. Als wir dann um zwei Uhr nachts aufgebrochen sind, fuhr natürlich kein Taxi mehr und wir mussten den stockfinsteren Weg durch den Dschungel zu Fuss zurücklaufen. Da es nun so spät geworden war, haben wir beschlossen, noch einen weiteren Tag in Dominical zu bleiben und dann morgen direkt nach Panama weiterzufahren.
Heute waren die Wellen dann richtig groß (ca. 3-4 Meter), da gerade ein ordentlicher Südswell hier reinkommt. Leider sind die Wellen meist auf ganze länge gebrochen (Close Out) und so waren die Bedingungen nicht so gut für mich. Morgen solls hier erst so richtig abgehen und die Wellen 6-7 Meter erreichen. Dass ist dann eindeutig zu viel für mich und ich hoffe, dass es in Panama in San Carlos nicht ganz so fett wird. Mal sehen – morgen haben wir auf jeden Fall eine lange Fahrt vor uns.
Extreme Canopy – back home in Malpais
Dienstag, Dezember 11th, 2007Aufgrund eines eher unerfreulichen Ereignisses waren wir noch zwei Tage länger in Monteverde. Friederike hat Dengue-Fieber. Sie ist jetzt nach drei Tagen zwar schon wieder übern Berg, aber dennoch muss jeden Tag ihr Blut untersucht werden, damit man bei einer eventuellen Verschlechterung ihres Zustandes schnell reagieren kann. Da hier in Monteverde am Samstag das Labor im Krankenhaus zu hat und das private Labor nicht besetzt ist, da die Frau des Doktors ein Kind bekommt, fahren wir nach Puntarenas. Je nachdem was bei der Untersuchung morgen rauskommt bleiben wir dann dort bis Friedl sich wieder ganz erholt hat, oder fahren weiter nach Malpais. Friedl wird euch in ihrem Blog sicher noch mehr dazu berichten.
Gestern war ich noch, wie schon angekündigt beim Canopy. Dabei sind zwischen den Urwaldbäumen lange Kabel gespannt. Mit einem Klettergurt und einer Seilrolle hakt man sich an den Kabeln ein und saust dann durch den Urwald und über Täler. Beim Extremo Canopy in Monteverde ist das längste Kabel 750 Meter lang und spannt sich über eine 150 Meter tiefe Schlucht. Als Highlight gab es dann noch den so genannten Tarzan Swing. Man springt ähnlich wie beim Bungee von einer Plattform ist leere und wird dann aber recht bald von einem Seil in eine Schwingbewegung gebremst und kann dann im echten Tarzan-Stil zwischen den Urwaldriesen hindurch schwingen. Echt geil! Dem Jodeltier hat‘s auch voll getaugt.
Gott sei Dank haben sich Friedls Werte wieder erholt und so konnten wir direkt weiter nach Malpais fahren, da Puntarenas nicht wirklich eine nette Stadt ist. Wir haben dort noch kurz unser Paket mit den Weihnachtsgeschenken für die Families aufgegeben. Wir hatten schon alles schön verpackt, aber da das Paket über zwei Kilo wog musste ich wieder alles auspacken. Vorschrift ist Vorschrift. Da alles in Geschenkpapier eingewickelt war, haben sie zwar nicht gesehen was wirklich im Paket war, aber es hat Ihnen gereicht. Danach haben sie das Paket zur Entwertung in einen ganzen Bogen Briefmarken eingewickelt – aber wir können‘s im Internet nachverfolgen! Der absolute Brüller.
Auf der Fähre zur Nicoya Halbinsel haben wir dann zwei nette Israelis angesprochen, ob sie uns denn nicht nach Malpais mitnehmen können und so haben wir die Etappe schnell gemeistert. Hier hat sich schon einiges verändert. Waren vor drei Jahren fast nur Traveller da sind es jetzt hauptsächlich Touris und die zahlen natürlich mal wieder jeden Preis und so ist alles ganz schön „teuer” geworden. Wir sind nach einigem Suchen dann doch wieder in den gleichen Cabinas abgestiegen wie letzten Mal. Der Nostalgiefaktor halt. Am ersten Abend war ich noch kurz für ne Sundownsession surfen, aber die Wellen sind leider nicht so besonders, da zu viel Wind ist und das Meer ganz kabbelig ist. Wir machen hier jetzt erstmal nen Ruhigen, bis sich Friedl wieder ganz erholt hat und besuchen dann noch unsere Freunde hier in Costa.
So long
Nino
Nicaragua – back at the pacific ocean!
Dienstag, Dezember 11th, 2007Nach ein paar Tagen puren Strandlebens sind wir wieder in der Zivilisation angekommen. Wir waren die letzten Tage in der Nähe von San Juan de Sur in Nicaragua am Playa Madera zum surfen.
Aber nochmal ein paar Tage zurück. Die Fahrt von Tegucigalpa nach Managuas war noch von einigen Ereignissen gespickt. Wirklich unglaublich ist, dass immer irgendwelche Klinkenputzer in die Busse kommen und dann dort mit einer Predigt an das schlechte Gewissen der Leute irgendwelche Sachen verkaufen. Dieses mal waren es Medikamente gegen irgendwelche Magenparasiten (eigentlich ganz sinvoll – vor allem nach der Geschichte von Friedl – ich bin mir allerdings nicht sicher, ob die da nicht nur Spülwasser verkaufen) und Vitaminpräperate. Die Leute sind hier so gutgläubig, dass sich sich wirklich alles andrehen lassen. Beim nächsten Mal waren es dann Kalender mit Bibelsprüchen.
Da die Straße nach Managuas eher kurvenreich war, kamen einige Kinder nicht umhin sich das ein oder andere Mal zu übergeben und wir haben angestrengt versucht dem Kotzregen auszuweichen. Kurz vor unserer Ankunft hat es mich dann doch noch erwischt und ich hab eine ordentliche Ladung auf die Hose bekommen. Managuas war etwas anstrengend. Immer wenn man wo hin wollte warnten einen die Leute davor wie gefährlich das doch sei, was man da vorhabe. Wir waren uns dann selbe nicht mehr sicher und haben nur kurz Geld abgehoben und sind wieder mit dem Taxi zurück zum Hotel.
Am nächsten Morgen sind wir dann zum Busbahnhof und wollten von dort aus nach San Juan de Sur. Da wir aus dem Führer schon wussten, dass es einen Direktbus um 9.30 Uhr gibt, dachten wir, dass eigentlich nix mehr schiefgehen könnte. Der Busbahnhof in Managuas ist allerdings derart chaotisch, dass sich selbst die Einheimischen nicht mehr auskennen. Dauernd erzählen die irgendwelche Schlepper, dass sie dich zu dem richtigen Bus bringen und dann stellt sich wieder heraus, dass sie dich verarscht haben. Wir haben es dann doch irgendwie geschafft uns alle vom Hals zu halten und den Bus zu finden. Mit ordentlichem Geholper und erneuter Predigt ging es dann nach San Juan de Sur. Ab Rivas ist die Straße dann so schlecht, dass sie den Namen Straße nicht mehr verdient. Aber nachdem hier sonst keine andere Straße geteert ist, scheint dass noch die beste Verbindung Richtung Pazifik zu sein.
San Juan wirkt auf den ersten Blick recht nett. Leider mussten wir feststellen, dass der Tourismus hier doch sehr starke Spuren hinterlassen hat (vornehmlich Amis von der unangenehmen Sorte – alte dicke Säcke, die sich als Kolonialherren aufspielen) und der Strand hier ziemlich schmutzig ist. Nachdem Friedls Bauchprobleme wieder angefangen hatten sind wir erneut zum Arzt, der wirklich ausgesprochen nett war und sich wirklich Zeit für uns genommen hat. Er hat ihr nun ein paar leichte Antibiotika verschrieben, da sie wohl eine Entzündung im Darm hat. Ich hoffe sehr, dass es danach endlich besser wird.
Am nächsten Tag sind wir dann an einen Strand in der Nähe gefahren (Playa Madera). Die Fahrt über die ausgetrocknete Schlammpiste dorthin war nochmal holpriger als die nach San Juan. Doch der Strand entschädigte uns dann für alles. Die erste der zwei Buchten ist mit einem guten Beachbreak gesegnet, der leider meist relativ voll ist mit Surfern. Nach einem kurzen Strandspaziergang bei dem man über ein paar Felsen kraxeln muss, kommt man dann an einen wunderschönen Strand an dem nur vereinzelt ein paar Leute sind. Wir haben dort ein nettes Zimmer in einem Hostel mit Küche und sehr nettem Garten direkt am Strand bekommen. Hier gibt es außer ein paar privaten Ferienhäusern nur ein Restaurant und bei unserem Vermieter kann man Wasser und andere Getränke sowie Kekse kaufen. Da wir das bereits wussten, haben wir uns in San Juan noch mal ordentlich eingedeckt. Die nächsten Tage haben wir viel gesurft und haben uns einfach mal wieder am Strand ausgeruht. Abends haben wir dann unsere mitgebrachten Sachen am Herd, der mit Holz geschürt werden musste zubereitet.
Leider wurden uns am ersten Tag während wir beim Surfen waren unsere alten abgelatschten Flipflops geklaut (ich kann‘s immer noch nicht glauben, da die Dinger 4 Jahre alt und echt ranzig waren) und so hatten wir dann vier Tage lang gar keinen Schuhe, da wir den Großteil unseres Gepäcks in San Juan gelassen hatten und es dort keine Flipflops zu kaufen gab. Beim kraxeln über die scharfen Felsen war das nicht immer ganz angenehm.
Der Surfspot war wie schon gesagt solide, aber leider total überfüllt. Der Swell war eher klein, aber da wir ja noch nicht die Profis sind, war das nicht so schlimm. So langsam bekomme ich echt ein Gefühl für die Wellen, was beim Wellenreiten so ziemlich das wichtigste ist, weil man sonst seine ganze Kraft unnötig verbraucht. Mittlerweile erwische ich so ziemlich alle Wellen die ich anpaddle und kann diese auch ein Stück weit fahren. Aufgrund des überfüllten Spots bin ich dabei leider auch zweimal mit einem Australier (Stu) zusammengestoßen (Fotos folgen noch), der sich dann überschwänglich bei mir entschuldigt hat. Wir haben dann festgestellt, dass wir im gleichen Hostel wohnen und sond abends mit ihm und seiner dänischen Freundin (Mette) essen gegangen. Stu und Mette sind wirklich supernett und haben uns gleich eingeladen, bei ihnen in San Juan für eine Nacht zu bleiben, wenn wir weiterreisen. Außerdem haben sie uns auch nach Australien in ein Strandhaus in der Nähe von Melbourne eingeladen.
Wir haben also noch ein paar Tage mit Surfen und in der Hängematte liegen verbracht und uns abends beim Surfen die wirklich unglaublichen Sonnenuntergänge angeschaut. Bei unserer Weiterreise Richtung Costa Rica haben wir dann eine Nacht bei Stu und Mette verbracht. Die beiden hatten schon tagsüber Oktopus und Fisch bei den Fischern gekauft. Wir haben dann gemeinsam den Oktopus ordentlich vermöbelt, damit er weich wird und anschließend mit dem Fisch auf den Grill geschmissen. Trotz Prügel war der Oktopus leider etwas zäh, aber der Fisch war wirklich ganz hervorragend und wir haben bis spät in die Nacht gequatscht. Es hat sich sehr schnell eine richtige Freundschaft entwickelt und so haben wir beschlossen die beiden Anfang März in Australien zu besuchen. Die beiden sind dann am nächsten Morgen wieder zur Sprachschule gegangen und wir sind mit dem Bus an die Grenze gefahren. Dabei hatten wir noch einen wunderbaren Ausblick auf die beiden Vulkane auf der Insel im Nicaragua-See. Dass es in dem braunen Wasser des Sees wirklich Süßwasserhaie gibt find ich immer noch unglaublich.
An der Grenze gab es dann ein unglaubliches Chaos. Überall LKWs und die Autos hatten sich total verkeilt. Da unser Anschlussbus nicht durchkam hatte er dann 1 ½ Stunden Verspätung und so haben wir unseren Anschlussbus nach Monteverde in den Nebelwald nicht mehr gekriegt. Das Taxi für die 2 Stundenstrecke hat uns dann 40 Dollar gekostet. Monteverde liegt auf ca. 1.500 Metern und so ging die Fahrt über Stock und Stein (natürlich nicht geteert). Friedl ging es auf der Fahrt schon immer schlechter und so haben wir uns abends nur schnell ein Hostel gesucht und ich hab erstmal einen riesen Topf Hühner-Gemüse Suppe gekocht.
Am nächsten Tag bin ich dann ohne Friedl auf einen Tour durch den Nebelwald aufgebrochen. Es gab eine Menge bunter Tropenvögel, Tukane, Faultiere etc. zu sehen. Insgesamt war die Tour allerdings nicht so spannend. Ich werde heute oder morgen noch eine Canopy Tour machen und dann werden wir nach Malpais an den Pazifik fahren um dort zehn Tage zu surfen.
Bis dahin alles Gute.
Servus Nino
Länderhopping in Zentralamerika
Freitag, November 30th, 2007|
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| Von San Cristobal (Mexiko) bis Placencia (Belize) |
Am Abend haben wir dann erstmal ein typisch fettiges belizianisches Abendessen zu uns genommen. Wenn man hier nicht gerade Fisch ist besteht das Essen meist aus etwas fritiertem mit Pommes, Reis und Bohnen. Mit Gemüse, Salat und Früchten habens die dort nicht so. Sehr merkwürdig eigentlich, da es diese Dinge in den umliegenden Ländern im Überfluss gibt. Scheint wohl der schlechte englische Einfluss zu sein. Kulinarisch hat mich bis auf Fisch und Meeresfrüchte Belize leider auch nicht überzeugen können. Im Anschluss haben wir dann nach der Party gefahndet und auf die Nachfrage, wo diese denn sei, immer nur zu hören bekommen, diese sei in der ganzen Stadt und es gäbe keinen speziellen Ort. Irgendwie kam uns das komisch vor, da immer nur ein paar Leute hier und da rumgelaufen sind. Wir haben die Party dann letztendlich doch noch gefunden. Entweder die Leute die wir gefragt hatten, hatten keine Ahnung und wollten das nicht sagen, oder sie hatten keine Lust auf Touristen. Da wir aber alle eh viel zu müde waren, sind wir eh gleich wieder nach Hause und ins Bett.
Nach einer relativ kurzen unspektakulären Busfahrt sind wir dann in Palcencia angekommen. Wir haben ein super Zimmer in einem netten Hotel (Sea Spray Hotel) direkt am Strand bekommen, das auch noch recht erschwinglich war. Da die letzten Tage etwas anstrengend waren, haben wir uns dann erstmal an den Strand geknallt. Der Strand war ganz OK, aber nach Tulum waren wir von der Karibik einfach was anderes gewöhnt. Leider wurde das Wetter wie schon so oft seit wir in Belize waren nach kurzer Zeit schlechter und Friedl und ich haben dann erstmal den Ort erkundet. In Placencia gibt es ein nettes Restaurant/Cafe mit dem lustigen Namen Purple Space Monkey. Das Essen ist gut und relativ preiswert und man bekommt dort einen richtigen Espresso, was nicht so häufig ist in Mittelamerika. Zwar sind dort die Länder des Kaffeeanbaus, aber es fehlen die guten Espressomaschinen aus Italien. Zudem gab es im Purple Space Monkey kostenloses Wireless Lan und ich konnte nun endlich meinen neuen Laptop fertig einrichten, was ich dann im Laufe der nächsten Tage immer wenn es zu regnen angefangen hat auch gemacht habe.
An unserem ersten Abend in Placencia war zudem noch eine große Party, die wir uns natürlich nicht entgehen haben lassen. Zum Vorglühen haben wir uns erstmal ordentlich Rum besorgt und diesen dann mit dem Wasser von Kokosnüssen, die wir frisch vom Baum gepflückt haben gemischt. Auf dem Fest wurden wir dann von einer Live-Band empfangen, die Klassiker aus den 80ern so dermaßen schief gesungen haben, dass es schon wieder lustig war. Kurz darauf fingen sie dann an die einheimischen Rhythmen anzustimmen und plötzlich war die Band nicht wiederzuerkennen. Am meisten fasziniert hat mich der Paartanz, den die Einheimischen aufgeführt haben. Dabei stellt sich der Mann hinter die Frau und man kann das Ganze eigentlich nur als Vorspiel sehen, da die Bewegungen sehr eindeutig sind. Ich habe dem ganzen deswegen auch den Namen Bums-Tanz gegeben. Da durften wir natürlich nicht fehlen und haben uns gleich auf die Tanzfläche gestürzt und bis spät in die Nacht gefeiert.
Am nächsten Tag war das Wetter dann endlich mal wieder so richtig gut und wir haben einen ganz gechillten Strandtag eingelegt. Nachdem ich am Abend davor und an diesem Tag so an die 20 Kokosnüssen geschlachtet habe, hatte ich schon Blasen an den Händen. Es hat einfach so Spaß gemacht, dass ich nicht mehr aufhören konnte. Am nächsten Tag war dann Susis Geburtstag und wir haben beschlossen einen Tauch- und Schnorchelausflug auf eine kleine Insel zu machen (Laughing Bird Caye). Nachdem wir den Trip gebucht haben, haben Friedl und ich noch einen Geburtstagkuchen für die Susi bestellt. Als wir am nächsten Morgen aufwachten, war es natürlich mal wieder bewölkt. Als wir dann losgefahren sind, hat es sogar noch angefangen zu nieseln. Im Laufe der Bootsfahrt (ca. 1 Std) wurde das Wetter dann aber immer besser. Leider hatten wir noch eine unglaublich nervige Amerikanerin (ca. Mitte 50) an Board, die ununterbrochen in Megafonlautstärke einen dermaßenen überflüssigen Müll gequatscht hat, dass wir alle Ohrenkrebs bekommen haben. Unsere Vermutung war, dass sie es sogar beim Tauchen schaffen würde so laut zu reden, dass wir keinen einzigen Fisch zu Gesicht bekommen, da diese alle Reißaus nehmen würden. Laughing Bird Caye ist wirklich nur ein kleiner Flecken Sand mitten im Meer mit ein paar Palmen drauf. Die Schnorchler sind dort ausgestiegen und wir sind ein paar Meter raus zum Riff gefahren und dort zum ersten Tauchgang ins Wasser gegangen. Das Wasser war allerdings so trüb, dass man maximal 2 Meter weit sehen konnte. Die Korallen Welt war zwar hier äußerst intakt – dafür gab es allerdings äußerst wenig Meeresbewohner zu sehen. Ob es an den Sichtverhältnissen oder an unserer nervigen Tauchbegleitung, die sich doch tatsächlich eine Neoprenmütze mit Haifischflosse oben drauf angezogen hat, lag überlasse ich euch :) Mittags haben wir dann Friedl wiedergetroffen, die uns ganz aufgeregt vom Tauchen erzählt. Da die Sichtverhältnisse hier an der Oberfläche wohl besser waren, hat sie so einiges zu sehen bekommen. Nach einem kleinen Lunch kam sogar noch die Sonne raus. Danach ging es dann zum zweiten Tauchgang, der ähnlich verkorkst war. Es kann halt einfach nicht immer klappen. Als Friedl wieder an Bord kommt berichtet sie aufgeregt, dass sie einen Hai gesehen hat und wir sind alle ganz neidisch. Zurück am Festland haben wir Susi dann mit unserem Kuchen überrascht und uns dazu einen guten Cappuccino im Purple Space Monkey gegönnt.
Am Abend hat uns Susi dann zu einem Fisch und Meeresfrüchtegelage eingeladen. Es gab Hummer und Scampi, creolischen Fisch und Conch (das sind die großen Muschelschnecken, die es hier überall gibt – das Fleisch sieht ein weinig wie Calamari aus und schmeckt auch so ähnlich). Es war allerdings so viel, dass wir es nicht geschafft haben aufzuessen und danach alle im totalen Verdauungskoma lagen. Als wir dann an unserem Hotel ankamen saß eine dicke, fette Tarantel an unserer Außenwand. Leider hat mich Friedl wegen ihrer Spinnenangst genötigt das arme Tier zu töten.
Der nächste Tag stand dann wieder ganz im Zeichen des Abhängens am Strand. Ab und zu mal ins Wasser hüpfen oder eine Kokosnuss köpfen und dann wieder eine Runde Lesen. Im Laufe des Tages haben wir dann noch mal die Glovers Reef Idee aufgefasst und uns schlau gemacht, ob man nicht im Rahmen eines Tauchtrips dorthin kommen könnte. Da Friedl und ich aber dann hätten nach Honduras fliegen müssen, oder sehr viel Zeit verloren hätten, haben wir uns dagegen entschieden. Da Maty und Susi aber noch gerne dort hin wollten, werden sich am nächsten Tag unsere Wege wieder trennen. Da es bis Glovers Reef fast drei Stunden Fahrt mit dem Boot sind ging es am nächsten Tag schon um 7 Uhr morgens los. Da Friedl ja nicht taucht, ist sie diesmal daheim geblieben. Auch an diesem Tag war uns das Wetter wieder hold. Das Wasser war kristallklar und schimmerte im schönsten karibischen Türkis, als wir bei Glovers Reef ankamen. Diesmal stimmt wirklich alles und so haben wir auch nur nette Leute an Bord. Ein Pärchen aus der Schweiz und zwei Amerikaner (aus New York und Washington). Die Sicht unter Wasser ist hervorragend und beim ersten Tauchgang gehen wir auf über 100 Fuß (ca. 33 Meter) Tiefe an einem steilen Abhang hinunter. Wir sehen viele bunte Fische und Korallen, Schildkröten, Hummer, Barrakudas und sogar eine Seeschlage. Beim zweiten Tauchgang geht es dann auch noch durch einige Höhlen.
Vollkommen glücklich von diesem wirklich wunderbaren Tag sitzen wir dann wieder an Board und es wäre auch wirklich zu schön gewesen um war zu sein. Auf einmal behauptet unser Bootsfahrer es hätten den Deal, dass er Maty und Susi auf der Insel im Glovers Reef, auf der das Hotel ist, rausläßt, nie gegeben. Er könne die sechs Seemeilen bis dorthin nicht mehr fahren, da er nicht mehr genug Benzin hätte. Was für ein Bullshit! Diese Belizanos versuchen einen echt immer zu verarschen. Wir haben dann auf der Insel an der wir gerade waren noch für 50 Dollar !! Benzin eingekauft und ich habe Maty und Susi versprochen die Tauchbasis niederzubrennen, wenn wir das Geld nicht wieder bekommen. Als dann alles geklärt war musste ich mich wieder von Maty und Susi verabschieden. Ich hoffe sie hatten eine schöne Zeit auf Glovers Reef. @Maty: Wenn du das liest, schreib doch mal einen Kommentar. Wegen der Geschichte davor war ich echt auf 180. Sowas kann einem wirklich alles versauen. Zum Glück hatten die zwei Amis noch ordentlich Rum-Punch aufgestellt und nach zwei drei Bechern sah alles gleich wieder viel besser aus. Der unerfreuliche Vorfall hat sich dann auch schnell in Wohlgefallen aufgelöst, da ich das Geld in der Tauchbasis anstandslos zurückbekommen habe. Am Abend haben wir dann noch ein Australisches Pärchen wiedergetroffen, die wir in Palenque kennengelernt haben und sind mit denen und dem schweizer Pärchen vom Tauchboot essen gegangen. So fand der Tag noch einen netten Abschluss. Am nächsten Morgen geht’s dann um 9.30 mit dem Boot nach Honduras.
Auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen würde ich Belize als Urlaubsland nicht unbedingt empfehlen. Es gibt so viel schönere und günstigere Länder, mit freundlicheren Leuten in Mittelamerika. Eines davon ist in jedem Fall Honduras. Auch wenn wir nur 4 Tage in Honduras waren, hat uns dieses Land sehr gut gefallen. Und das obwohl wir noch nicht mal die vermeintlich schönsten Flecken dort besucht haben. Die ganze Karibikküste mit den vorgelagerten Bay Islands soll wunderschön sein und sehr günstige und einzigartige Tauchreviere bieten. Leider wollen wir ja am 22. Dezember unseren Flieger nach Ecuador nehmen und so müssen wir schauen, dass wir weiterkommen. Aber es ist ja auch gut, wenn man immer noch etwas zum entdecken hat. In der Nacht bevor wir mit dem Boot übersetzen wollen, fängt es so richtig an zu stürmen und zu schütten.
Am Morgen ist es immer noch nicht besser und unser Boot läuft erst mit 3 Stunden Verspätung aus, als es wieder ein wenig aufgeklart hat. Das Boot hat in etwas 50 Fuß (17 Meter) und es sind an die 30 Leute an Bord. Nachdem es in der Nacht recht stürmisch war, war der Seegang natürlich entsprechend. Nachdem wir das Riff verlassen hatten wurde der Seegang dann immer heftiger und die ersten Leute fingen ordentlich an zu Kotzen. Ich mit meinem Saumagen war mal wieder völlig OK, aber sogar Friedl, die ja Seeerprobt ist, musste sich konzentrieren, damit ihr nicht schlecht wird. Die Überfahrt hat wegen des Seegangs natürlich auch statt drei Stunden fast sechs Stunden gedauert und war für die meisten Passagiere ein echter Horrortrip, da das Boot einige Male schon bedenklich schlingerte. Statt Mittags sind wir also erst am Abend angekommen. Sobald das Boot am Steg festgemacht hatte sind wieder zig Geldwechsler auf das Boot gestürmt und wir mussten schauen, dass wir unsere Sachen in dem Tumult zusammenpacken und gleichzeitig noch die penetranten Leute abwimmeln. Nach einer kleinen Odysee mit dem Taxi, kamen wir dann wieder am Bootssteg an, da im Immigrationsbüro der Strom ausgefallen war und die Beamtin sich dann ein Restaurant am Bootssteg als Behelfsbüro ausgesucht hat.
Zusammen mit einem englischen Pärchen haben wir uns dann ein Hotel gesucht. Im Hotel musste ich dann mit Schrecken feststellen, dass ich im Chaos beim Austeigen vom Schiff meine gute Regenjacke auf dem Schiff habe liegen lassen. Wir sind dann sofort ins Taxi gesprungen und zurück zum Schiff gefahren. Das Boot war natürlich nicht mehr da und nach einigem Rumfragen haben wir das Schiff an einer Anlegestelle etwas weiter hinten gesehen. Auf dem Weg dorthin hat sich der Taxifahrer dann verfahren und wir haben von einem anderen Passanten die Auskunft bekommen, dass die Bootsführer irgendwo wahrscheinlich irgendwo in der Nähe in einem Hotel sind. Am Hotel angekommen war dort natürlich kein Bootsführer, aber einige sehr hilfsbereite Leute vom Hotel sind dann losgezogen, um sich zu erkundigen wo die Leute vom Boot wohnen. Kurze Zeit später kamen sie mit der Info zurück und wir sind mit Ihnen zusammen dann dort hin. Als wie Tür geöffnet wurde stand doch tatsächlich der Bootfahrer vor mir und händigte mir gleich meine Jacke aus. So viel Glück muss man erstmal haben!! Das hätte nicht mal in Deutschland geklappt. Glücklich sind wir dann zurück und haben uns mit den Engländern auf die Suche nach einem Restaurant gemacht. Die Preise in Honduras sind sogar noch unter denen von Mexiko und wir wurden extrem zuvorkommen bedient. Honduras hat uns gleich vom ersten Abend an gut gefallen. Viele nette und hilfsbereite Menschen sollten uns auch noch in den nächsten Tagen begegnen.
Nach einem leckeren Früchte-Frühstück (endlich nach dem ganzen fettigen Zeug in Belize) ging es dann von Puerto Cortez aus ins Landesinnere nach San Pedro de Sula und von dort aus weiter an den Lago Yojoa auf ca. 700 Metern. Da in unserem Führer kein Ort angegeben war, der sich am See befand, gestaltete es sich etwas schwierig, dem Busfahrer zu erklären wo wir hinwollten. Der See liegt umgeben von Bergen mit dichtem Nebelwald, mit Minen, Höhlen, Wasserfällen und Termalquellen. Leider hatten wir nicht mehr genug Zeit uns diese Dinge anzuschauen und so haben wir von unserem Hotel aus nur noch einen kleinen Ausflug in einen Ort auf der anderen Seite des Sees gemacht. Nachdem wir dort ein wenig geschlendert sind und was gegessen haben sind wir mit dem Bus wieder zurück. Dazu mussten wir einmal umsteigen. Der erste Bus, der vorbeikam war leider schon völlig überfüllt und danach kam dann für über eine Stunde kein Bus mehr. Es wurde schon dunkel und wir waren etwas beunruhig. Allerdings hatten wir die nette Gesellschaft von zwei älteren Herren, die uns danach ausgefragt haben wie Deutschland so ist und uns somit die Wartezeit verkürzt haben. Zurück im Hotel waren wir dann völlig KO und sind gleich ins Bett, da wir am nächsten Tag zeitig nach Tegucigalpa der Hauptstadt von Honduras weiter wollte. Nach einer etwas unruhigen Nacht auf einer viel zu weichen Matratze und einigen Moskitos und anderem Viechzeug, haben wir dann gegen 8.30 Uhr einen Bus an der Straße angehalten, der uns mitgenommen hat.
Tegucigalpa ist wirklich eine außerordentlich chaotische Stadt, die nochmal etwas stärker vermüllt ist, als alles was wir bisher gesehen haben. Die Stadt hat nicht mal mehr einen irgendwie gearteten touristischen Anstrich, da sich nur äußerst wenige Traveller hierher verirren. Den Nachmittag haben wir uns dann einfach durch die Stadt treiben lassen und ein bisl geshoppt. Auch hier waren die Menschen wieder sehr freundlich und interessiert. Das einzige Manko an Honduras scheinen die wirklich viel zu weichen Betten zu sein. Wir werden hier auf jeden Fall wieder herkommen, da uns dass Land wirklich sehr gut gefallen hat. Während ich hier schriebe sitzen wir bereits im Bus auf dem Weg nach Nicaragua. Dort werden wir eine Nacht in Managuas der Hauptstadt bleiben und dann nach San Juan del Sur fahren, wo wir endlich wieder surfen können. Von dem was wir über den Ort gehört haben, nehmen wir an, dass es in etwa so ist wie Puerto Escondido vor einigen Jahren, als der Tourismus dort langsam Einzug erhalten hat. Das ist genau das was wir suchen. Ein wenig Infrastruktur aber keine Touristenhorden.
Stay tuned! Wir melden uns nun wieder regelmäßiger, versporchen.
Baba
Von Ruinen und Haien
Montag, November 26th, 2007Entschuldigt die lange Pause, die ich beim Schreiben eingelegt habe, aber in den letzten Tagen (oder auch schon Wochen) war ich zu sehr mit einigen anderen Dingen beschäftigt. Wie konnte das nur passierenWingdings. Nun hab ich meinen eigenen Laptop (Dank Maty und Susi) und ich kann endlich schreiben, wann ich Lust und Zeit habe. Momentan sitze ich gerade auf einem Boot, dass uns von Belize nach Honduras bringt. Mit zwei Stunden Verspätung (hier ist heute ein kleiner Tropensturm durchgezogen, was für einigen Wind und Regen gesorgt hat) sind wir nun endlich auf dem Weg.
Da ich gerade kein Internet habe, weiß ich gar nicht mehr so genau, was ich als letzten geschrieben hatte, ich denke aber es war in San Cristobal de Las Casas. Wir haben dort noch einen schönen Tag in der Stadt verbracht. San Cristobal ist wirklich das mexikanische Vorzeigestädtchen. Die kleinen Gassen mit den hohen Bordsteinen, lauter bunte kleine Häuschen und viele mexikanische Ureinwohner in bunten Gewändern. Abends waren wir dann ein paar Tacos al Pastor (das sind Tacos, die mit Fleisch gefüllt sind, dass exakt wie Döner an einem Spieß zubereitet wird) essen und sind nach einem kleinen Tequila Warm-Up auf unserem Hotelzimmer, mit Kevin und Kyle noch um die Häuser gezogen. Dabei wurde dann noch kräftig das Tanzbein geschwungen und der sonst eher schüchterne Kevin ist richtig in Fahrt gekommen.
Am nächsten Tag müssten wir uns dann von unseren Weggefährten, die wir doch mittlerweile ziemlich ins Herz geschlossen hatten verabschieden.
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Mit dem Bus ging es dann von San Cristobal aus nach Palenque. Die Busfahrt ging durch hohe Berge mit Pinienwäldern. Wir sind dann nicht in Palenque direkt abgestiegen, sondern in einem kleinen Örtchen mitten im Dschungel auf dem Weg zu den berühmten Maya Ruinen (El Panchan). Hier gibt es lediglich ein paar Cabanas und zwei Restaurants, die wirklich direkt im Dschungel stehen. Unser Hüttchen war bis zur Hüfte aus Holz. Der Rest war nur mit Mückennetzen bespannt, so dass man den Eindruck hatte in einer Vogelvoliere zu schlafen. Der Dschungel mit seinen Geräuschen war somit zum greifen nah und so wurden wir von Brüllaffen geweckt.
Am nächsten Morgen sind wir dann recht früh aufgestanden, um vor den großen Touristenströmen an den Ruinen zu sein. Wir merken nun doch sehr deutlich, dass wir uns langsam auf den touristischeren Routen bewegen. Haben wir an der Pazifikküste eigentlich nur Langzeitreisende getroffen, werden es hier doch zunehmend Touristen. Palenque waren im nachhinein betrachtet die beeindrucktesten Ruinen, auch wenn ich mir das ganze irgendwie größer vorgestellt hatte. Auch auf unseren Fotos wirken die Pyramiden und Bauten wesentlich größer als sie das in Wirklichkeit sind. Palenque bietet von den Ruinen, die wir gesehen haben (Palenque, Tulum und Tikal) den besten Einblick wie eine Mayastadt einmal ausgesehen hat und wie die Menschen dort einmal gelebt haben. Die Pyramiden sind zwar in Tikal wesentlich höher und beeindruckender, aber Palenque ist schon fast vollständig freigelegt und restauriert. Wir haben uns richtig Zeit gelassen und sind dort dann vier Stunden auf diesen über 1500 Jahre Steinen rumgekraxelt. Die Aussichten auf von Bauten sind dann immer wieder atemberaubend. Im Museum kann man zudem noch den Steinsarg des einstigen Herrschers (ca. 3×5 Meter und aus einem einzigen Steinblock gehauen) und ein riesiges Modell einer kompletten Rekonstruktion der Stadt bestaunen.
Am Nachmittag gings dann nach Misol Ha und Aqua Azul (mehre Wasserfälle in der Umgebung) Leider war es etwas bewölkt und so lud das Wasser nicht gerade zum Baden ein, da es hier oben in den Bergen eh nicht so warm ist. Im Bus haben wir dann noch ein australisches, ein französisches und ein israelisches Pärchen kennengelernt, die wir alle später auf unserer Reise wiedergetroffen haben. Am nächsten Tag haben wir uns dann einfach einen Tag durch Palenque treiben lassen, haben mal wieder mit unseren Eltern über Skype telefoniert, haben mexikanische Musik geshoppt und leckere Tacos gegessen. Für den längeren Weg nach Tulum haben wir uns den Overnight Bus rausgesucht, da die Fahrt 11 Stunden dauert und zudem noch nicht ganz billig ist, haben wir so eine Übernachtung gespart. Bis auf kleinere Unterbrechungen haben wir beide auch wirklich die ganze Nacht durchgepennt und sind dann früh am nächsten Morgen in Tulum am karibischen Meer angekommen. Da wir natürlich am Strand übernachten wollten, haben wir uns gleich auf die Suche nach einem Taxi Colectivo gemacht, um festzustellen, dass diese leider nicht an den Strand fahren. Wir mussten ales auf die doch wesentlich teureren Taxis ausweichen.
Der Strand von Tulum ist wirklich unglaublich. Der Sand ist schneeweiß und das Meer hat das intensivste Türkis, dass ich je gesehen habe. Leider hatten die günstigen Hostels, die wir uns im Führer rausgesucht hatten geschlossen und die günstigste Übernachtungsmöglichkeit sollte in einer wirklich sehr einfachen Hütte mit Sandboden dann tatsächlich 30 Dollar kosten (das ist das dreifache von dem was wir in Puerto Escondido für eine schöne Cabana mit eigenem Bad etc. gezahlt hatten) – wir haben uns also wieder ein Taxi zurück in den Ort geschnappt und sind dort in einem Backpacker Hostel abgestiegen (immer noch 25 Dollar für eine Cabana), dass wirklich sehr schön war und eine eigene Küche und kostenlosen Internet-Service hatte.
Am Nachmittag sind wir dann zu dem Maya Ruinen von Tulum gefahren. Die Ruinen sind relativ unspektakulär im Vergleich zu Palenque, aber dafür direkt auf den Steilklippen über dem türkisblauen, karibischen Meer. An einer Stelle ist auch ein kleiner Strand, was wir natürlich gleich ausgenützt und uns in die Fluten gestürzt haben. Ganz untypisch für hier hatte es dann doch ein paar Wellen und wir konnten noch ein wenig bodysurfen. Abends haben wir dann im Hostel noch gekocht. Bei Friedl haben hier leider die Probleme mit dem Magen angefangen schlimmer zu werden. Weil es nicht besser werden wollte sind wir dann in Tulum zum Arzt gegangen. Wir hatten die Wahl zwischen dem Doktor für die Locals für 2,5 Dollar und dem Touristenarzt für 100 Dollar. Dreimal dürft ihr raten für welchen wir uns entschieden haben. Bei Arzt gabs dann ein paar ordentliche Medikamente. Erstmal wurde die Sache dann sehr schlimm und danach haben die Medikamente dann Wirkung gezeigt.
Aber ich greife gerade etwas vorweg. Am Tag darauf haben wir erstmal einen kompletten Strandtag an diesem wirklich perfekten Karibikstrand von Tulum eingelegt und waren nur in der Sonne gelegen und haben im Meer geplanscht. Das Wasser ist wirklich unglaublich schön dort. Aber Tulum hatte noch mehr für uns zu bieten und so sind wir am nächsten Tag zum Höhlenschnorcheln in die Weltberühmte Cenote Dos Ojos gegangen. Es handelt sich hierbei um eine Tropfsteinhöhle, die zum größten Teil unter Wasser liegt. Das Wasser ist unglaublich klar und an den Stellen wo Licht einfällt schimmern die Höhlen in einem intensiven Türkis. Das eintauchen in die Höhlen ist wie das abtauchen in eine andere Welt. Die Tropfsteinformationen wirken unter Wasser noch mystischer. Überall sind kleine Fische, die einem ganz dreist fast bis in
die Taucherbrille schwimmen. Es war wirklich ein Erlebnis, dass ich nur weiterempfehlen kann. Auch wenn wir als Schnorchler leider nicht durch den Verbindungstunnel zwischen den zwei Höhlen (Dos Ojos – Zwei Augen) tauchen durften. Dafür ging es dann zwischen Stalagmiten und Stalagtiten hindurch durch enge Gänge in das Innere der Cueva de Murcielagos (Höhle der Fledermäuse). Ich habe versucht die Athmosphäre auf den Fotos so gut wie möglich einzufangen, aber das ist leider sehr schwierig. Nach zwei Stunden schnorcheln, war uns dann doch ein wenig kühl und so sind wir nochmal zum Strand gefahren, um uns dort in der Sonne aufzuheizen.
Am nächsten Tag wollten wir dann ganz in der früh nach Belize aufbrechen. Leider wurde Friedls Magen an diesem Abend sehr schlimm und so sind wir am nächsten Tag erst relativ spät losgekommen. Über die Grenzstadt Chetumal (4 Std. Busfahrt) ging es dann nach Belize City (nochmal 3 Std. Busfahrt). Unsere erste Grenzüberquerung ging vollkommen problemlos vonstatten. Dennoch merkt man sehr deutlich, dass man in einem anderen Land ist. Der englische Einfluss ist unübersehbar und so müssen wir auch sprachlich von Spanisch auf Englisch umschalten. In Belize City kommen wir zur absoluten Rush Hour an und erreichen die Bootsanlegestelle sehr spät. Da wir noch Geld abheben müssen, müssen wir den Bootsfahrer nochmal bitten kurz zu warten. Als wir dann endlich an Bord springen ist der Kapitän sehr ungehalten über unsere wirklich nicht große Verspätung und wir machen das erste Mal Bekanntschaft mit der Arroganz und Unfreundlichkeit der Belizianos (leider sollte uns dass noch einige Male passieren). Das waren wir von Mexiko ganz anders gewöhnt. Die Überfahrt nach Caye Caulker (vor Belize liegt das zweitgrößte Barrier Reef der Welt und zwischen der Küste und den Riff gibt es unzählige kleine Inseln, sogenannten Cayes) dauerte ca. 45 min und so kommen wir auf dem kleinen Eiland an, als es bereits dunkel ist. Ein günstiges Hotel (Tropics Hotel) hatten wir bereits in Tulum von ein paar Australiern empfohlen bekommen.
Auf Caye Caulker gibt es keine Autos und die Straßen sind lediglich Sandpisten auf denen die Leute mit Golfcarts rumdüsen. Die Holzhäuser sind hier im bunten karibischen Stil und das ganze könnte echt sehr schön sein, wenn es dort nur einen Strand mit Schwimmmöglichkeit geben würde. Vom künstlich angelegten Strand (ursprünglich bestehen die meisten Cayes nur aus Mangroven) kann man leider nicht ins Wasser, da dieses für die ersten 50 Meter nur 20-50 cm tief und stark mit Seegras bewachsen ist. An der einzigen Stellen an der man einigermaßen schwimmen kann gibt es dann lediglich eine Betonmauer und es fahren die ganze Zeit Boote vorbei. Mit ein paar schönen Strandtagen wird es hier also nichts. Leider ist dies nahezu auf allen Cayes der Fall. Das einzige wozu Caye Caulker (und auch die anderen Cayes) wirklich gut ist, ist um Tauch- und Schnorchelausflüge zu machen. Und so habe ich für den zweiten Tag gleich mal einen Ausflug zum Tauchen in das Hol Chan Marine Reserve gebucht. Am Tag darauf wollen Friedl und ich dann zusammen zum Blue Hole – sie zum Schnorcheln ich zum Tauchen. Nachdem wir dann ein wenig die Insel erkundet haben, haben wir uns abends erst mal ein ordentliches Hummergelage gegönnt. An einem kleinen Straßengrill (Fran’s Grill) gibt es ein wunderbares Lobster-Special (3 Hummerschwänze mit Beilagen und zwei Cocktails). Zum anschließenden Amüsement geht es dann in die einzige „Disko“ wo Karaokeabend ist. Da ich am nächsten Tag in der früh zum Tauchen will muss ich den wirklich lustigen Abend leider vorzeitig abrechen.
Am nächsten Morgen geht es um 8 Uhr los. Nach ca. 30 min Bootsfahrt sind wir am ersten Tauchpunkt angekommen. Unter Wasser erwarten uns bereits große Grouper und begleiten uns beim Abtauchen auf ca. 25 Meter. Da Friedl ja leider nicht viel vom Tauchen hält bin ich hier alleine mit einem deutschen Pärchen und einem Amerikaner unterwegs. Die Sicht unter Wasser ist sehr gut. Am Ende des ersten Canyons erwarten uns dann zwei riesige gepunktete Adlerrochen, die lautlos durchs Wasser fliegen. Das ganze Marine Reserve wimmelt nur so von diesen Rochen. Wir bekommen außerdem noch jede Menge Schildkröten, Hummer und tropische Fische zu Gesicht. Der einzige Hai, der unseren Weg kreuzt hält ordentlich Abstand und so bekomme ich leider kein schönes Bild. Als wir auf dem Boot Mittagspause machen kommt dann noch ein Ammenhai ganz nahe an uns heran, ist jedoch bereits wieder auf dem Rückzug als ich mich mit Schnorchelzeug und Kamera bewaffnet ins Wasser hechte und so bekomme ich ihn nur noch ganz im Hintergrund aufs Bild. Auch der zweite Tauchgang ist ganz hervorragend. Leider wird das Wetter gegen Nachmittag regnerisch und stürmisch und wir schaffen es gerade noch vor dem großen Guss zur Tauchbasis.
Leider kommen wegen das schlechten Wetters im Laufe des Nachmittags nicht mehr genug Leute für unseren Ausflug zum Blue Hole zusammen und so müssen wir den Ausflug auf den nächsten Tag verschieben. Am nächsten Morgen ist wieder wunderschönes Wetter und wir verbringen den Vormittag auf der Mauer und gehen Schwimmen. Gegen Mittag zieht es wieder zu und wird stürmisch und regnerisch. Meine Tauchbasis bekommt leider wieder nicht genug Leute für den Trip zum Blue Hole zusammen und sie empfehlen mir mit einer Tauchbasis vom benachbarten Ambergis Caye mitzufahren. Da sich das Wetter den ganzen Nachmittag und abend nicht mehr beruhigt und es wie aus Eimern schifft, hadere ich lange mir, bis ich den Ausflug dann doch buche. Am nächsten Morgen um 6.30 Uhr stehe ich mit drei anderen Tauchern auf der Pier und warte auf das Tauchboot. Das Wetter ist nicht unbedingt gut, aber zumindest regnet es nicht. Wir warten eine halbe Stunde und es kommt kein Boot vorbei. Auch nach einer Stunde ist von einem Boot noch nicht zu sehen. Nach zwei Stunden Warten haben wir die Nase voll und gehen zu der Agentur wo wir den Trip gebucht hatten. Wir erfahren, dass das Boot mit dem wir eigentlich hätten fahren sollen, am Tag davor bei dem Unwetter im Riff hängengeblieben ist und dabei schwer beschädigt wurde. Die ganzen Leute wurden von der Küstenwache gerettet.
Nachdem ich also nach drei Anläufen es nicht zum Blue Hole geschafft hatte, hab ich mir schweren Herzen gesagt, dass es wohl nicht sein soll und so haben wir das nächste Schiff zum Festland zurückgenommen. Allerdings nicht ohne ein weiteres Mal mit der Unfreundlichkeit der Belizianos konfrontiert zu werden. Da wir ja bereits geplant hatten eine weiter Nacht auf Caye Caulker zu bleiben haben wir das Zimmer zum ersten Mal auf unserer Reise im Voraus bezahlt. Auf meine Bitte hin uns doch das Geld zurückzugeben, bekam ich lediglich die Auskunft, dass es die Hotelpolitik wäre keine Rückzahlungen zu gewähren. Jedes Appellieren verlief völlig in der Luft, da die Dame lediglich immer wieder den gleichen Satz wiederholte und nicht dazu bereit war auf eine vernünftige zwischenmenschliche Basis zu kommen. Wir haben aber dann dennoch unser Geld wiederbekommen, da wir zwei Tschechen gefunden haben, die unser Zimmer übernommen haben.
Von Belize City aus ging‘s dann Richtung Guatemala. Auch beim Ausreisen aus Belize merkt man wieder, dass dieses Land im Vergleich zu seinen Nachbarstaaten einfach teuer ist. 18 $ Ausreisegebühr! Weder bei der Ausreise aus Mexiko noch aus Guatemala mussten wir etwas zahlen. Alle Supermärkte in Belize sind von der Chinesenmafia besetzt und echt teuer. Uns war schleierhaft, wie sich die Einheimischen das Leben dort leisten können.
Beim Überschreiten (ja wir mussten zu Fuß laufen) der Grenze denkt man ist auf einem anderen Kontinent gelandet. Während auf Seiten Belize selbst im Dschungel alle Häuser einen englischen Rasen davor haben, breitet sich auf der guatemaltesischen Seite wieder das gewohnt chaotische Bild wie in Mexiko und wir fühlten uns sofort heimisch. Die ersten 20-30 km dieser Hauptverkehrsader sind aus irgend einem unerfindlichen Grund nicht geteert und so verwandelte sich die Straße mit dem Regen in eine ordentliche Schlammpiste. Bei jeder Steigung dachten wir bereits, dass wir nun zum Schieben aussteigen müssen. Wir haben es aber dennoch, wenn auch mit einiger Verspätung bis Flores, eine kleine Stadt auf einer Insel in einem See in der Nähe von Tikal, geschafft.
Am nächsten Tag haben wir uns hier mit Maty und Susi verabredet. Am Abend sind wir noch mit ein paar Holländern (unsere einzigen Mitfahrer im Bus) zum Essen gegangen.
Am nächsten Tag haben wir dann nach einigen Schwierigkeiten, da in Guatemala die Handys nicht funktionierten, Maty und Susi getroffen. Den gesamten Nachmittag und Abend haben wir uns dann die Ereignisse aus der Heimat bzw. unserer Reise erzählt und dabei das guatemaltesische Bier und Essen genossen. Es war sehr schon mal wieder ein paar vertraute Menschen um einen zu haben und so wurde der Abend etwas länger. Am nächsten Tag sind wir dann von Flores aus nach Tikal gefahren. Im Bus ist uns dann leider wieder der Schlepper begegnet, der uns bei unserer Ankunft unbedingt eine Tour nach Tikal verkaufen wollte. Da wir die Busfahrt nun nicht bei ihm gekauft haben, war er nicht gut auf uns zu sprechen und wollte dann für einen Stopp an einem Geldautomaten 2 Dollar haben – auf solche Halsabschneidereien lassen wir uns natürlich nicht ein und da Maty und Susi noch Dollar haben, zahlen wir einfach mit diesen. Da wir erfahren haben, dass wenn man das Ticket für Tikal um 15 Uhr kauft, man gleich das Ticket für den nächsten Tag bekommt und so an zwei Tagen dort sein kann, suchen wir uns erstmal ein Hotel. Die Hotels sind hier eher luxuriös und ein wenig teurer, obwohl es nicht mal den ganzen Tag Strom und warmes Wasser gibt. Nach einer kleinen Stärkung machen wir uns dann auf zu den Ruinen. Im Gegensatz zu Palenque liegt Tikal über ein weites Areal verstreut und da die Anlage nur zu 15 % freigelegt ist, läuft man immer wieder längere Strecken durch den Dschungel. Immer wieder tun sich Lichtungen auf, auf denen hohe Pyramiden in den Himmel ragen und der umgebende Dschungel ist voll mit Affen, Papageien und anderen Vögeln. Zum Sonnenuntergange besteigen wir die mit 72 Metern höchste Pyramide über eine steile Holztreppe (Da das Klima hier viel feuchter als in Palenque ist kann man die Pyramiden nicht über die originalen Steinstufen besteigen, da diese zu glatt sind und hier viele Unfälle passiert sind) oben angekommen bietet sich ein atemberaubender Ausblick auf die anderen Spitzen der Pyramiden, die aus dem dichten Dschungel ragen. Leider wird die Pyramide auf der wir sind gerade restauriert und so können wir nur zu einer Seite (der dem Sonnenuntergang abgewendeten) runter schauen. Die Sonne taucht den Dschungel und die Ruinen in ein goldenes Licht und wir bleiben lange sitzen bis es schon fast dunkel ist. Auf dem Heimweg stolpern wir dann über eine halbe Stunde durch den stockfinsteren Dschungel bis zu unserem Hotel. Für den nächsten Tag haben wir uns vorgenommen den Sonnenaufgang von den Ruinen von Tikal aus zu bestaunen. Um 5 Uhr geht’s dann wieder durch den Dschungel. Gut, dass wir den Weg schon kannten. Da wir als erste oben waren konnten wir uns die besten Plätze sichern und hatten so einen unverstellten Blick auf den Dschungel und Tikal. Als sich der Himmel dann langsam orangerot zu färben begann erwachten auch die ganzen Tiere im Dschungel und wir erlebten ein Konzert aus Brüllaffen und Vogelgeschrei. Der Nebel stieg langsam aus dem Wald auf und man kam sich vor wie in einem Film. Aber ein Bild sagt mehr als Tausend Worte. Ihr findet die Bilder wieder in der neuesten Bildergalerie – ein Video hab ich euch hier eingefügt. Wer die hier in der Nähe vorbeikommt sollte Tikal auf jeden Fall besuchen – es lohnt sich. Nach weiteren drei Stunden Ruinen hatten wir dann ordentlich Kohldampf und haben uns den Bauch vollgeschlagen.
Danach ging‘s dann wieder mit dem Bus nach Flores – oder sollte ich besser sagen wir schlichen mit dem Bus nach Flores. Der Bus schaffte keine 40 km/h und zu allem Überfluss hatten wir dann auch noch einen Platten. Kurzentschlossen haben wir dann das nächste Auto gestoppt und sind aufgesprungen. Leider haben wir einen Viehtransporter erwischt und die ganze Ladefläche auf der wir mitfahren sollten war voll mir irgendwelche Scheiße. Der Fahrer drückte ordentlich auf die Tube und so waren wir schnell wieder in Flores. Auf dem Markt haben Maty und ich uns dann noch zwei kleine Macheten zum Kokosnuss öffnen besorgt und dann noch eine Fahrt mit dem Bus an die Grenze nach Flores organisiert. Um 7.30 Uhr am nächsten Morgen wollte man uns am Hotel abholen und dann um 8 Uhr vom Busbahnhof starten. Das mit dem Abholen hat noch gut geklappt. Als wir dann aber um 8.30 immer noch auf dem Busbahnhof standen wurden wir ein wenig unruhig. Auf Nachfrage sagte man uns man würde noch auf vier andere Leute warten die jeden Moment kommen müssten. Eine halbe Stunde später war immer noch keiner da und nach weiterem Nachfragen fuhr der Fahrer dann los, um angeblich noch andere Leute von einem Hotel abzuholen. Das Hotel war am Arsch und natürlich war dort niemand. Der Fahrer wollte dann irgendwie noch in der Gegend rumkurven und dann wurde uns der Spuk zu blöd – Nachdem Susi den Fahrer dann ordentlich beschimpft hat, wurden wir zum Busbahnhof zurückgefahren – dort packte ich mir den Schlawiner, der das ganze organisiert hatte und sagte ihm mal ordentlich die Meinung. Daraufhin wurden wir dann ganz schnell in einen anderen Bus gesetzt, in dem auch die ganzen Einheimischen saßen, der dann auch gleich abfuhr. Unterwegs wurde der Bus dann immer voller und wir haben noch drei Steigen Tomaten und fünf Zentersäcke Mais eingeladen. Die Straße war Gott sei Dank wieder getrocknet und so kamen wir schnell voran. An der Grenze kamen wir kaum aus dem Bus, weil lauter Geldwechsler uns bedrängt haben. Das ist hier echt nervig, weil sie alle an dir rumzupfen und man sich überhaupt nicht mehr konzentrieren kann, was man eigentlich machen will. Von Melchor haben wir dann ein Taxi nach Benque (schon auf der Seite von Belize) und von dort aus den Chicken Bus (heißt so, weil die Einheimischen hier immer wieder mal Hühner mit dabei haben) nach Belmopan (Hauptstadt von Belize) genommen. Die Chicken Buses haben zudem leider die Angewohnheit an jedem Mülleimer zu halten und die Leute in Mittelamerika halten es auch nicht für nötig an der Bushaltestelle zu warten, oder sich wenigstens in Grüppchen zu sammeln. So kann es einem wirklich passieren, dass man auf einer Strecke von 100 Meter an die 10 Mal anhält. Von Belmopan aus wollten wir dann nach Dangriga, da dort der Garifuna Settlement Day gefeiert wurde. Garifuna sind die schwarzen Bewohner Mittelamerikas. Wir erwarteten ein karibisches Fest mit viel Musik und bunt gekleideten Menschen. Die Buse ließen das auch schon erwarten und waren bis auf den letzten Platz (nicht nur Sitzplätze sondern auch Stehplätze) belegt. So mussten wir einen Bus ziehen lassen, da wir mit unserem Gepäck nicht mehr reingepasst hätten. Der nächste war auch nicht weniger voll, aber wir haben uns dann einfach reingequetscht. Ich war hinter der vorderen Tür eingeklemmt und hatte eine Stange im Rücken. Nicht besonders bequem, aber wir waren im Bus. Maty und Friedl saßen auf dem Motorblock und bekamen den Arsch gegrillt. Völlig überladen quälte sich der Bus so jede Anhöhe hoch, um dann in einem Affenzahn auf der anderen Seite wieder runterzuschießen und in die Kurven zu schlingern.
In Dangriga stand dann noch eine etwas schwierige Entscheidung an, da wir eventuell auf ein kleines Atoll (Glovers Reef) vor der Küste wollten. Leider fuhr zu diesem Atoll nur einmal in der Woche ein Boot, welches für Gäste kostenlos ist. Ein Charterboot hätte 350 Dollar einfach gekostet. Da unser Anschlussboot nach Honduras (fährt auch nur einmal die Woche) leider schon am Tag vor der Rückkehr des anderen Bootes fuhr wäre die ganze Sache etwas teuer für uns geworden. Zudem waren wir von Caye Caulker etwas enttäuscht und waren uns nicht sicher, ob wir wirklich eine Woche auf dieser Insel bleiben wollten. Wir haben uns dann entschieden am nächsten Tag erstmal nach Placencia weiter im Süden zu fahren, von dem unser Reiseführer schöne Strände und ein gemütliches karibisches Flair versprach.
Nachdem der Laden hier gleich dicht macht, muss ich leider Schluss machen. Wir sind gerade in Tegucigalpa in Honduras und brechen morgen nach Nicaragua auf. Ich hoffe, dass ich auf der langen Busfahrt zum schreiben komme und bald wieder up-to-date bin mit meinem Blog. Machts gut und bis bald. Sers.
The Surf was Epic!
Freitag, November 2nd, 2007
Nach fuenf Tagen absolutem Tropentraum abseits der Zivilisation haben wir nun wieder Internet und ich will euch die Erlebnisse der letzten Tage nicht vorendhalten.
Wir haben inzwischen auch schon die ersten Verluste erlitten, nachdem die Waescherei in Puerto Escondido drei meiner T-Shirt jemand anderem mitgegeben hat. Da unter diesen T-Shirts auch ein neues aus Puerto Escondido war, war das etwas aergerlich.
In Puerto Escondido haben wir in den letzten Tagen zwei nette Amis aus San Diego (Kevin und Kyle) kennengelernt und mit ihnen noch uns ein paar Naechte dort um die Ohren geschlagen. Die beiden sind mit ihrem Ford Bronco II Jeep von San Diego runtergefahren und schon ueber einen Monat unterwegs. Da die beiden wir wir auf der Suche nach guten Surfwellen sind, haben sie uns angeboten uns mit nach Barra de la Cruz zu nehmen, da die Verkehrsanbindung in dieses wirklich sehr abgelegene Doerfchen nicht besonders ist.
Am letzten Samstag haben wir dann das Auto bis unters Dach vollgepackt und sage und schreibe 8 Surfbretter aufs Dach geschnallt (Friedl hat inzwischen auch ihr eigenes Board, das sie fuer nur 20 euro von einem Israeli gekauft hat) und haben uns zu zweit auf einen Ruecksitz gequetscht. Die Fahrt nach Barra de la Cruz dauerte ca. 2 Stunden. Als wir dort ankamen, waren wir erstmal ein wenig ueberrascht, nachdem wir aus dem doch schon sehr entwickelten Puerto Esondido an diesem fast einsamen Strand kamen. Der Starnd liegt in einem Naturschutzgebiet und man muss vom Ort (es gibt am Strand keine Unterkuenfte, da hier aufgrund des Natruschutzgebietes nciht gebaut werden darf) einen ca. halbstuendigen Fussmarsch hinlegen um dort hinzukommen. Zudem kostet der Zugang pro Tag und Person 2 Dollar. Es war wirklich sehr praktisch, dass wir mit den Jungs hierwaren, da wir so immer mit dem Auto zum Strand fahren konnten. Bei Temperaturen von 35-40 Grad und einem Surfbrett unterm Arm doch nicht zu verachten.
Der kleine Ort besteht lediglich aus ein paar Huetten. Es gibt weder Internet noch einen Supermarkt, sondern nur ein paar kleine Kioske. Da vor zwei Jahren die Weltmeisterschafts Tour im Wellenreiten einen Stop hier gemacht hat, ist das Dorf unter Surfern einige beruemhtheit erhalten. Es gibt nur zwei Restaurants, von welchem eines eine Pizzaria ist (Pizzaria el Dragon), wo es wirklich eine fantastische Pizza gibt. Wir waren dann auch gleich dreimal in den fuenf Tagen dort, da die Pizza zudem unschlagbar guenstig war ( 3 Dollar). Carlos der Besitzer hat uns dann gleich auf einen paar Mezcal eingeladen und uns erzaehlt, dass er auch Cabanas vermietet. Sollten jemand hier vorbeikommen, wuerden wir diese empfehlen, da sie sich wirklich sehr gut anhoerten (richtige Matrazen, eigene Kueche und Bad und das genze fuer nur 4 Dollar pro Person). Das bringt mich auch gleich auf unsere Unterkuenfte. Diese waren wirklich sehr einfach. Wir hatten eine kleine mit Palmenblaetern gedeckte Holzhuette mit zwei Feldbetten und kostete 8 Dollar pro Person (allerdings inklusive Strandmaut).
Nun kommen wir endlich zum absoluten Highlight von Barra de la Cruz. Der Strand ist wirklich wie aus einem Bilderbuch. Kilometerlanger weisser Sand mit Strandwinden und vielen Palmen. Die Pelikane und Fischadler kreisen ueber der Bucht. Es gibt ein kleines Restaurant mit Palmendach, wo wir unsere Haengematten aufhaengen konnten und natuerlich das wichtigste… jede Menge Wellen. Barra de la Cruz ist wirklich die perfekte Welle – besonders fuer regulars wie uns. Sie bricht recht von einem Point weg und war waehrend unserer Anwesenheit zwischen einem und zwei einhalb Metern hoch.
Wir sind also jeden Tag relativ frueh aufgestanden, haben dann eine 1-3 stuendige morning session gesurft und uns dann, wenn es so richtig heiss wurde und die Ebbe eingesetzt hat, in unsere Haengematten im Schatten gelegt und gelesen und Musik gehoert. Ich habe inzwischen den “Schatten des Windes” (war wirklich ein super Buch!) und habe in Puerto noch ein Buch in einer Bibliotek (Casa Babylon) eingetauscht. Nach einer kleinen Brotzeit ging es dann so gegen vier bis fuenf Uhr weiter zum Surfen. Der Break war fuer uns Anfaenger wirklich super. Nicht zu gross und einfach zum rauspaddeln. Nach zwei Wochen Puerto habe ich inzwischen schon die wichtigen Muskeln zum Paddeln aufgebaut und konnte in Barra zum ersten mal so richtig Wellenreiten. Nach ein zwei Tagen waren dann auch schon wirklich rides von 20-30 Metern auf einer Welle drin. Epic! Ich hab auch zum ersten mal mein Unterwassergehaeuse ausprobiert und ein paar tolle Surffotos und -videos gemacht, die ich in der Galerie eingefuegt habe.
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| Mexiko (Puerto Escondido – San Cristobal de Las Casas |
Da ein Nachtleben hier nicht vorhanden war haben wir einen Abend zusammen mit Kevin und Kyle und Karl aus Montana Threeman gespielt, was der absolute Spass war.
In den letzten Tagen ist der Swell immer weiter eingeschlafen und so war es fuer uns nicht so schwer Abschied zu nehmen. Da am 2. November hier der “Tag der Toten” gefeiert wird, haben wir uns entschlossen in eine etwas groessere, sehr traditionelle Stadt zu fahren. Kevin und Kyle wollten auch dorthin und so haben wir uns wieder zu ihnen ins Auto gequetscht. Die Fahrt dauerte ca. 6-7 Stunden. Die beiden sind uns nach ca. zwei Wochen schon etwas an Herz gewachsen, da wir ziemlich viel Spass miteinander hatten. Morgen werden wir uns dann in Richtung Karibik aufmachen und die beiden werden zum Surfen wieder zurueck an den Pazifik fahren.
San Cristobal de las Casas ist wirklich ein sehr schoenes Staedtchen mit vielen kleinen Gassen und schoenen alten Haeusern. Nach der Hitze der letzten Tage ist es uns hier gerade etwas kalt, aber morgen werden wir ja schon wieder in waermere Gefilde weiterreisen. Heute Abend werden wir uns hier das Spektakel anschauen. Es ist wohl ein wenig so wie Halloween. Feuerwerk, viele verkleidete Leute und Musik.
Wir werden uns jetzt mal wieder ins Getuemmel stuertzen und uns bald wieder bei euch melden. Da die Internetanbindung in diesem Internetcafe nicht so ber burner ist, gibt es die neuen Episoden des Jodeltiers erst in ein paar Tagen. Also bleibt drann!
Ein Herz für Tiere…
Mittwoch, Oktober 24th, 2007…das muss man hier echt haben. Denn es gibt wirklich viele von ihnen. Mache sind ja wirklich schön oder nützlich und süss, aber andere sind auch ein wenig nervig oder sogar gefährlich.
Nach einigen Nachfragen kläre ich das mal auf: Da wir eigentlich jeder einen Blog haben, es aber kaum Sinn macht, die selben Erlebnisse doppelt zu formulieren, damit wertvolle Reisezeit zu vergeuden und Ihr wohl auch keine Lust habt, alles doppelt zu lesen, schreiben wir abwechselnd den Blog (wobei ich ein wenig im Vorsprung bin) und publiziern ihn bei uns beiden. Teilweise wird es dazwischen auch persönliche Einträge geben, aber die Facts werden nur einmal beschrieben. Es ist daher ganz normal, dass der selbe Text in beiden Blogs steht.
Ab heute gibt es auch ein Fotoalbum, wir wollen ja keinem die zahlreichen Eindrücke verwehren und im Text lassen sich leider nicht so viele Fotos unterbringen. Also schaut rein und geniesst! Der Link ist unter dem Text eingefügt.
Wir sind nun seit einer Woche in Puerto Escondido und fühlen uns schon langsam richtig heimisch hier. Da gerade kaum Touristen hier sind, kennen wir die meisten Leute entlang des Strandes schon, haben feste Gewohnheiten entwickelt und uns in unserem Hütterl heimisch eingerichtet. Es wird also Zeit, weiterzuziehen. Morgen wollen wir Richtung Süden weiter und ein paar andere Spots erkunden. Vielleicht nehmen uns zwei Amerikaner mit Auto ein Stück weit mit, sonst gibt es eine weitere Bus-Episode auf unserer Tour.
Gestern haben wir eine Tour gemacht, auf der wir Hochseefischen waren, Delphine und Schildkröten gesehen und selbst Fische gefangen haben. Wir sind schon morgens um sechs aufgestanden, es war noch stockdunkel draussen und haben uns mit zwei Fischern getroffen, die uns mit auf ihr Boot genommen haben. Als die Sonne aufgegangen ist, waren wir schon auf dem Meer und sind an Stränden und Buchten vorbeigetuckert. Wir haben riesige Schildkröten gesehen, die in der Sonne auf dem Wasser trieben und sich kaum erschreckt haben, wenn wir nahe an sie heran gefahren sind. Wenn wir dann zu nahe kamen, sind sie irgendwie ungelenk abgetaucht und waren verschwunden. Ich glaube, dass wir leider eine von ihnen mit dem Boot überfahren haben, denn sie ist nicht mehr abgetaucht, nachdem wir vorbei waren… Als wir schon so weit draussen waren, dass wir das Land nur noch als Schatten gesehen haben, ist plötzlich einer der Fischer aufgestanden und hat in eine Richtung gedeutet. Und dort war ein ganzer Schwarm Delphine! Mit Babies und richtig grossen Exemplaren. Sie sind in den riesigen Wellen gesurft und haben gespielt. Zwei von ihnen kamen zum Boot und sind eine ganze Weile neben dem Bug hergeschwommen, sind hochgesprungen und haben mit der Bugwelle gespielt. Sie waren so nah, dass wir sie fast anfassen konnten. Und immer wieder haben wir in der Ferne einige von ihnen springen gesehen oder nur ihre Rückenflosse irgendwo zwischen den Wellen. Das war wirklich beeindruckend, diese wilden und schönen Tiere so nah zu sehen. Die Fischer erzählten, dass sie eine Woche vorher sogar Orka-Wale gesehen haben, die in einer riesigen Herde an der Küste entlang vorbeigezogen sind. Die hätte ich auch gerne gesehen, aber da waren wir wohl zu spät dran.
Und dann haben wir die Angeln rausgeholt, riesige Dinger mit Schnüren so dick wie kleine Seile. Wir haben verschiedene Köder an ihnen befestigt und sie in eine Vorrichtung am Boot befestigt. Als die Angel ausgeworfen war, haben wir sie hinter dem Boot hergezogen und einfach abgewartet, während wir immer weiter raus gefahren sind. Und auf einmal hat sich eine der drei Angeln durchgebogen. Nino hat das Ding in die Hand bekommen und sollte den Fisch reinholen. Und das war gar nicht so einfach, denn die Fische sind gross und sie wehren sich! Als der Fisch im Boot war, hat der Fischer ihn vom Haken genommen, und mit einem ordentlichen Schlag auf den Kopf zur Ruhe gebracht. Das gesamte Boot war überzogen mit Blutspritzern, wir inklusive… Aber es blieb uns gar keine Zeit, uns sauber zu machen, denn der nächste Fisch hatte schon angebissen. Ich habe die Angel in die Hand bekommen und ihn reingezogen. Wieder gabs ein Blutbad und einen Schlag auf den Kopf, dann war Ruhe. Und so haben wir etwa acht grössere und kleinere schwarze Thunfische gefangen, die hier sehr häufig sind. Die Grösseren waren bestimmt 80cm lang!
Nach vier Stunden sind wir wieder ans Land gekommen und nach Hause gefahren. Die Fische durften wir behalten und wir haben uns einen von den Grossen und einen Kleineren ausgesucht. Am Nachmittag gab es dann Thunfisch-Steaks vom Grill mit Reis. Als Nino den Fisch ausgenommen hat, hat er noch so stark gezuckt, das wir ihn kaum ruhig auf einen Teller legen konnten. Ich hoffe, er war auch wirklich tot… Das Fleisch ist im rohen Zustand ganz dunkelrot, ich habe so ein dunkles Fleisch noch gar nie gesehen bei einem Fisch. Und es wird beim Braten oder Grillen grau-braun und sieht dann eher aus wie Fleisch. Aber es schmeckt nach Fisch und zwar hervorragend! Wir haben noch einen aus dem Hostel eingeladen, mit uns zu essen, da der Fisch wirklich soo riesig war und haben ihn trotzdem nicht ganz geschafft. Jetzt liegt noch ein grosses Steak im Kühlschrank und darauf freue ich mich schon nachher…
Und dann hatte ich diese Woche noch ein weiteres Tier-Erlebnis der besonderen Art: Vor drei Tagen sassen wir abends draussen und haben ein Bierchen gezischt. Ich wollte etwas aus dem Zimmer holen und gehe im Dunklen rein und hole es. Als ich auf dem Weg zurück zur geöffneten Türe bin, sehe ich aus dem Augenwinkel etwas an der Wand neben meinem Bein. Im ersten Moment dachte ich , es sei einer der vielen Geckos, die überall an den Wänden sitzen. Doch auf den zweiten Blick erschien mir der Schatten irgendwie zu dunkel und gross. Als ich das Licht angemacht habe, habe ich es gesehen: ein riesiger dunkelbrauner Skorpion sass direkt neben unserem Bett! Mir ist wirklich das Blut in den Adern gefroren! Ich war im ersten Moment so erschrocken, dass ich gar nicht reagiert habe und erst nach einigen Sekunden laut losgeschrien habe. Alle verfügbaren männlichen Hostel-Bewohner kamen, um sich das Exemplar anzuschauen und mir zu versichern, dass es wirklich ein grosser ist. Ein paar von ihnen haben das Vieh dann mit einer aufgeschnittenen Plastik-Flasche eingefangen, wobei er sich ziemlich gewehrt hat und mit seinem Stachel die Flasche attackiert hat. Als er endlich in dem Gefäss sass, haben ihn nochmal alle bewundert, bis er dann unter der Machete des Besitzers sterben musste. Seitdem gehe ich im Dunkeln nicht mehr im Zimmer rum, sondern mache gleich Licht und trage auch immer Schuhe.
Die Frau des Besitzers hat mir erzählt, dass diese Tiere relativ häufig sind in Mexiko, aber nicht tödlich, zumindest nicht für Erwachsene. Der Stich ist einem Wespen-Stich ähnlich und tut wohl sehr weh. Man bekommt einen Tag Kopfschmerzen und ein taubes Gefühl im Mund, aber man stirbt nicht daran. Mexikaner, die hier leben, sehen etwa fünf von ihnen pro Jahr. Aber für mich war es das erste Mal und daher wirklich erschreckend.
Die häufigsten Tiere sind und bleiben aber die Mücken! Egal ob tagsüber, abends oder nachts, sie sind immer da und überall. Wir schlafen unter einem Mückennetz, sind immer eingesprüht mit Autan etc. und haben trotzdem an jeder nur erdenklichen Stelle Stiche. Ich teste immer noch, welchen Geruch diese Biester nun wirklich nicht mögen, damit sie mich verschonen, aber noch habe ich das Wundermittel nicht gefunden.
Etwa genauso präsent sind die Hunde, die überall auf der Strasse, am Strand und in den Gärten liegen, laufen, chillen und sch… Viele von ihnen sehen wirklich abgelotzt aus, haben kahle Stellen, humpeln oder haben nur ein Ohr. Normalerweise sind sie genauso entspannt wie die Leute hier, lassen sich von nichts und niemandem aus der Ruhe bringen und bellen nicht. Man muss nur aufpassen, dass man nicht auf sie drauftritt, wenn man in der Dunkelheit draussen rumläuft. Doch diese Woche war einer von ihnen wohl ein wenig angespannt. Als wir abends am Stand laufen waren, hat mit auf einmal einer von ihnen verfolgt, mich angebellt, geknurrt und nach meinen Wadeln geschnappt. Ich habe ihn angeschrieen und versucht, böse zu schauen und mit den Arme gewedelt, aber das hat ihn erstmal nicht interessiert. Eine mexikanische Familie, die das ganze Spektakel verfolgt hat, hat auch ganz erschrocken geschaut und Angst bekommen. Das scheint wirklich nicht oft zu passieren. Schlussendlich hat er es sich aber dann doch anders überlegt und mich in Ruhe gelassen. Ich glaube ich bin selten so gerannt wie da… Aber ich habe auch schon einen Hunde-Freund. Er kommt immer, wenn wir am Strand sind, egal ob abends oder tagsüber, legt sich dicht an uns, teilweise unter unsere Hängematten, oder leht sich bei uns an. Er hat ein steifes Bein und kann nicht richtig laufen, aber er liebt uns. Wir nennen ihn Gonzo und er wird uns ziemlich fehlen, wenn wir weiterziehen, das treue Tier
!
Ansonsten verbringe ich die Tage damit, ein leider schlechtes Buch zu lesen, in der Hängematte zu liegen oder am Strand. Manchmal fahren wir mit einem Sammeltaxi, einer Art Pickup mit Bierbänken auf der Ladefläche für 20 cent in den Ort und gehen auf dem Markt frisches Obst und Gemüse einkaufen. Dort gibt es alles: Kleidung, Elektrik, Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Krabbeltierchen und exotisch riechende Säfte. Wir kochen relativ viel selber im Hostel auf einer Küche im Freien. Nicht nur weils billiger ist, sondern weil das Einkaufen auf dem Markt so viel Spass macht. Auch die Restaurants sind nicht so enorm teuer, für ein Hauptgericht zahlt man zwischen zwei und vier Euro. An Strassenständen ist es sogar noch billiger. Fisch und Meeresfrüchte gibts schon für acht bis zehn Euro. Insgesamt kommen wir hier ziemlich günstig über die Runden. Für unser Hostel mit einger Hütte mit Bad zahlen wir in der Nacht keine zehn Euro – für zwei. Letztens haben wir ein Huhn auf dem Markt gekauft (ich glaube, es hat fast noch gelebt…) und uns daraus einen Eintopf gekocht, den wir mit Tortillas gegessen haben, und dafür gerade mal drei Euro gezahlt. Es lässt sich also auch mit kleinem Budget relativ konfortabel und gut leben hier.
Gestern abend waren wir auf der einzigen Party der Stadt, wo wirklich jeder (!) dann auch hingeht. Das war lustig, da wir schon langsam einige Leute hier kennen und dort getroffen haben. Glücklicherweise war die Party direkt neben unserem Hostel und wir hatten einen kurzen Heimweg. Dort war alles Open Air. Eine Bar stand im Garten eines alten Hauses mit Innenhof, in dem der DJ und eine weitere Bar waren. Der Boden war sandig und dreckig, alle sind mit FlipFlops rumgelaufen und die Cocktails waren billig und zwei für einen. Irgendwann war es so voll, dass sie das Gartentor zugemacht haben und niemand mehr reinkam. Wir hatten auf jeden Fall Spass, auch wenn die Musik teilweise eher – naja – dem Regionalgeschmack entsprach… Doch zwischen den ganzen entspannten und legeren Leuten, die eher unschick gekleidet und weder geschminkt noch irgendwie hergerrichtet waren, hat man immer mal wieder einen wasserstoffblonden Kopf gesehen, an denen Mädels hingen, die dort Highheels und meistens ziemlich schlimme und knappe Kleidchen trugen. Es hat sich durch unsere Ami-Nachbarn herausgestellt, dass diese Mädels aus Norwegen kommen und hier irgendwas studieren. Wir waren jedenfalls ein bisschen irritiert über so viel Tussi an einem so unpassenden Ort dafür.
Bei mir hat sich das “Fertigmachen” für eine Party schon jetzt stark reduziert. Gestern habe ich ausnahmsweise mal die Haare gekämmt, was bei mir hier eigentlich eh keinen Sinn macht, dann das Salz in der Luft lässt die irgendwie selbstständig werden. Zudem habe ich weder Kleidchen noch Schühchen dabei in meinem 35-Liter Home und so war meine einzige Vorbereiteung, mir einen anderen Bikini drunterzuziehen und die Zähne zu putzen. Könnte ich mir so in München nicht vorstellen, finde es hier total normal und überhaupt nicht schlimm. Je mehr Tage vergehen, desto weniger Luxus brauche ich. Und die Ansprüche an Sauberkeit und Ordnung schwinden eher stündlich denn täglich. Und: es ist super. Ich habe nur fünf T-Shirts und Tops und die lasse ich jetzt mal in einer Wäscherei waschen. Das muss reichen für die kommenden zwei Wochen. Denn der Ort, an den wir nun wollen, ist noch weniger touristisch als alles, was wir bisher gesehen haben. Barra de la Cruz ist ein Strand etwas weiter südlich von hier, an dem zwei Spots liegen. Einer ist bei grossem Swall für die Experten, der andere eher für Anfänger beschrieben. Da die Welle am Playa Zicatela, wo wir gerade sind, bisher kaum für Nicht-Experten fahrbar war und wir zum surfen immer ein wenig weiter an einen ziemlich belebten Spot fahren mussten, sind wir nun auf der Suchen nach einer Anfänger-Welle, an der wir ein wenig üben können.
Ich freue mich jetzt schon wieder darauf, dass es weiter geht. Es war super schön und enspannend, endlich an einem Ort angekommen zu sein, sich ein wenig erholen zu können und endlich nach den ganzen stressigen Vorbereitungen mal zur Ruhe zu kommen, aber jetzt ist es auch schön weiterzuziehen und wieder einen neuen Ort zu erkunden, andere Leute kennen zu lernen und einfach weiter auf der Reise zu sein.

Ach, und der Jodelbär ist natürlich auch mit dabei, er ist immer ganz aufgeregt, wenns weitergeht und jodelt sich ordentlich einen ab. Schaut einfach unter Blogs und dann Jodeltier on tour!
Ich habe vorhin die Info bekommen, dass es in München geschneit hat und muss an dieser Stelle sagen, dass ich mich ja immer über den ersten Schnee des Jahres freue, aber diesmal nur für Euch. Ich vermisse die weissen Klümpchen hier ÜBERHAUPT NICHT!
Obwohl das Wetter hier die letzten Tage auch nicht soo besonders war. Es fängt immer mal wieder an zu regnen, obwohl die Regenzeit längst vorbei sein sollte. Heute gab es ein richtiges Gewitter und es bläst ganz schön. Es hat dann nur noch 25 Grad und ich bin mit Pulli unterwegs heute. Auch die Wellen sind leider aufgrund des Windes unruhig und schlecht in ihrer Form. Das Wasser ist für uns immer noch sehr warm, es hat etwa 24 Grad. Doch die Fischer, mit denen wir draussen waren, schimpfen über das kalte Wasser, denn es hat hier normalerweise mindestens 28 Grad! Durch den vielen Regen und den Wind hat sich das Meer umgewälzt und das kältere Wasser aus tieferen Schichten ist nach oben gekommen. Am Strand liegen überall tote Kugelfische herum, die in dem kalten Wasser erfroren sind und dann angespült werden – kein Witz! Die Einheimischen sagen, dass das Wetter dieses Jahr verrückt spielt. Eigentlich darf es in dieser Region nach dem 4. Oktober nicht mehr regnen, doch auch hier macht sich die Klimaerwärmung langsam bemerkbar. Dadurch regnet es nicht nur mehr, sondern auch manchen Fischarten sterben aus oder können weniger gefangen werden.
Ich glaube, es ist genug gesagt für heute. Ich sitze die gesamte Zeit über in einem Internet-Cafe im Ort, in dem sich etwa zehn Rechner befinden und neben mir spielt einer ein Kampf-Spiel – in voller Lautstärke. Bisher sind mindestens vierhundert Fabelwesen oder so gestorben… Und es ächzt und stöhnt die ganze Zeit. Ich glaube, das reicht mir jetzt. Aus dem teilweise sonnigen Mexiko verbleibe ich mit vielen Grüssen und bussi bussi und bis bald!
Hier gehts zu noch mehr Fotos:
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| Mexiko (von Mexiko City bis Puerto Esondido) |
La vida es un sueño
Mittwoch, Oktober 24th, 2007So nun schaff ich es endlich auch mal ein wenig zu schreiben, nachdem ich bei den letzten Internetsessions noch ein wenig mit der Technik gekaempft habe. Dafuer gibt es nun schon zwei interessante Episoden vom Jodeltier und in diesem Blogeintrag nun auch mal eine Bildergalerie mit ein wenig mehr Fotos.
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| Mexiko (von Mexiko City bis Puerto Esondido) |
Nachdem die Friedl immer solche Romane schreibt, bleibt mir kaum noch etwas Neues zu berichten, daher werden wir nun die laengeren Texte abwechselnd oder auch zusammen schreiben und immer in beiden Blogs reinstellen. Dazwischen gibts dann immer noch kleine persoehnliche Eintraege wie diesen hier.
Wir sind nun schon seit einer Woche in Puerto Escondido und haben uns nun schon richtig an unser neues Leben gewoeht. Am Anfang hatte mann immer noch das Gefuehl irgend etwas tun zu muessen und muss sich erst an den doch erheblich langsameren Rythmus geweoehnen.
In den letzten Tagen waren wir viel surfen, haben viel gelesen und viele nette Leute kennengelernt. Das Hostel (Mondala) in dem wohnen ist einfach und sehr guenstig (pro Peron ca 3,50 Euro pro Nacht), aber fuer unsere Ansprueche genau richtig. Zudem sind die Leute die hier noch wohnen keine Touris sondern alles Traveller, die uns teilweise sehr gute Tipps geben koennen fur unsere weitre Reise. Ausserdem sind diese Leute meist ein wenig gechillter als die Pauschaltoris aus Amerika. Der Besitzer ist ein 28 jaehriger Mexikaner, der wirklich ausgesprochen nett und lustig ist. Wir haben eine kleine Huette mit eigenem Bad und Haustiere. Neulich Nacht hatten wir einen nicht gerade kleinen Scorpion im Zimmer, der dann leider das Zeitliche segnen musste.
Das wir hier eine kleine gemeinschaftliche Open Air Kueche haben, kommt unserem Budget sehr zu gute. Da man auf dem Markt wirklich sehr guenstig einkaufen kann haben wir uns hier fuerstliche Gerichte kochen koennen. Die Kroenung war natuerlich der selbst gefangene Tunfisch, den wir uns gestern auf den Grill gelegt haben.
Einen detaillierten Bericht der letzten Tage koennt ihr in unserem gemeinschaftlichen Blogeintrag lesen.
Mit dem Bus durch Mexiko…
Mittwoch, Oktober 17th, 2007… ist eine besonders aufregende Erfahrung. Aber dazu spaeter mehr.
Nach zwei Tagen Mexiko City haben wir beschlosssen, nach Taxco weiterzufahren, eine bekannte Silber-Stadt etwa zwei Stunden sued-westlich der Stadt. Nachdem wir mit einem desorientierten Taxifahrer und einem Surfbrett, das etwa 40cm aus dem Beifahrerfenster herausschaute, zum Busbahnhof gekommen sind, hatten wir total Glueck, denn der naechste Bus in die Richtung ging sofort.
Tacxo ist bekannt fuer seine Silbervorkommen und dementsprechend viele Shops und Verkaufsstaende gab es auch. Der Ort sieht insgesamt so aus, als ob dort normalerweise sehr viele Touristen sind, aber als wir da waren, haben wir ausser uns nur noch zwei andere weisse Touris gesehen und sonst nur Mexikaner.
Mit den Rucksaecken am Busbahnhof angekommen, haben wir uns nach einem guenstigen Hostel durchgefragt und erfahren, dass wir nur immer geradeaus den Berg nach oben gehen sollten. Bepackt mit dem Surfbrett haben wir den Tipp dann auch befolgt und uns auf einmal mitten in einem Gemuesemarkt befunden! Die Gaenge waren so eng, dass die Verkaeufer zum Teil ihre Sachen ein wenig auf die Seite schieben mussten, als wir beide da ankamen. Und natuerlich waren wir die Attraktion des Tages! Ich glaube, am Abend kannte uns jeder in dem Ort… Der Markt war ein unendliches Labyrinth von Gasse, Treppen und Plastikplanen, unter denen einfach alles verkauft wurde.
Von Plastikspielzeug ueber Kleidung, bis zu lebenden Huehnern oder riesigen Schweinehaelften. Dazwischen verstecken sich exotische Obstsorten, die wir natuerlich alle probieren mussten, sehr zum Vergnuegen der Verkaeuferin, und Staende, an denen man fuer ein paar Pesos hervorragende Tortillas mit scharfer Sosse aus der Hand essen kann.
Besonders interessant fand ich die Staende mit Obst, an denen es auch kleine Plastiktueten gab, in denen etwas eingepackt war, das auf den ersten Blick wie Nuesse aussah Bei naeherere Betrachtung haben sich diese “Nuesse” aber als kleine Kaefer, auch Wanzen genannt, herausgestellt. Auf unsere Frage, was man denn mit denen mache, haben wir die Antwort bekommen, dass man die mit Chilli isst…! Genauso wie die fritierten Grashuepfer, die daneben lagen… Und die Wanzen werden mit Kraeutern und Chilli zusammen zu der guten gruenen Salsa verarbeitet, die ich persoenlich besonders zum Fruehstueck sehr gerne esse… Lecker! Hoffentlich stimmts nicht – der hat so gelacht, als er uns das erzaehlt hat.
In Taxco waren wir nur eine Nacht, dann haben wir den Bus nach Acapulco genommen. Von Acapulco hatte ich immer so ein Postkarten-Bild im Kopf: Schoener weisser Strand, grosse Hotels, riesige Klippen und azurblaues Wasser. Ich kann hier nur sagen: Acapulco ist NICHT meine Stadt. Angefangen hat es damit, dass wir irgendwo in der Altstadt am Busbahnhof ankamen, es hatte etwa 35 Grad im Schatten und der Taxifahrer wollte ein Vermoegen fuer eine Fahrt zum Zocalon, dem Zentrum der Altstadt, wo wir absteigen wollten. Also sind wir gelaufen – und das etwa 40 Minuten. Niemand konnte uns so ganz genau sagen, wo wir denn nun hinmuessen. Dann haben wir uns zwei kleine Hotels angeschaut, die ganz ok waren und nicht zu teuer, als uns ein “Touristenguide” angesprochen hat und uns ein nettes kleines Hostel in Strandnaehe versprochen hat, das zwar ein klein wenig teurer war, aber sonst ganz ok klang. Also sind wir – gutglaeubig – da hin und es war natuerlich ein Fehler: Das Hotel war noch teurer als versprochen, in mindestens zweiter Reihe und so klimatisiert, dass ich gefroren habe. Also haben wir uns kurzerhand wieder auf dem Strip von Acapulco, mitten zwischen den ganzen riesigen Hotels auf die Strasse gestellt und sind mit dem naechsten Bus wieder zurueck gefahren.
Das dauerte allerdings ziemlich lange, denn der Verkehr auf der einzigen Strasse entlang des Meeres ist enorm! Die Abgase verdunkeln die glitzernden Fassaden der grossen Hotels und der unzaehligen Fast-food-Ketten, die eines neben dem anderen sich an der Strasse aufreihen. Und es ist weit. Ich hatte eine andere Vorstellung von der Groesse Acapulcos. Es ist riesig! Der Strip ist einige Kilometer lang und dicht besiedelt und bevoelkert. Und das obwohl man uns immer gesagt hat, dass gerade nichts los sei. Wir merken das auch bei den Preisen fuer Hostels und Taxis, da kann man ordentlich handeln, weil die sonst gar keine Gaeste haben. Gut fuer uns. Aber zurueck zu Acapulco und unseren ersten Eindruecken davon: Als wir endlich wieder zurueck in der Altstadt waren, haben wir uns in ein kleines Hostel eingemietet, vor dem eine Schaar von etwa fuenfzehn Kindern gespielt hat und die Mama uns das Zimmer gezeigt hat. Wir waren also nach zwei Stunden wieder genau dort, wo wir gestartet waren… Den Abend haben wir dennoch an der Party-Meile von Acapulco (das einzig gute an dieser Stadt) verbracht und uns ein wenig treiben lassen. Am naechsten Tag haben wir ausgeschlafen und wollten eigentlich mal an den Strand gehen. Ein Fehler, wenn man nicht Bewohner eines der riesigen Hotels ist. Der Strand ist nicht nur total mir Schirmen und Liegen vollgestellt, sondern auch dreckig und versifft. Ueberall liegen Plastikflaschen rum, die gesamten Abwaesser der Hotels fliessen am Strand ins Meer und es riecht wie in einer Klaeranlage. (Auf den Fotos sieht das irgendwie jetzt ganz gut aus…)
Nach einem zweistuendigen Marsch auf der Suche nach unbezahltem Schatten sind wir schnell einmal reingesprungen in die Bruehe und haben uns auf den Weg zurueck gemacht. Nachmittags sind wir dann an einen kleinen Strand, weit weg von den Hoteltuermen gefahren, an dem die Einheimischen ihren Sonntagsauflug gemacht haben. Und abends hat mich Acapulca dann endlich ein wenig versoehnt, als wir uns die Klippenspringer angesehen haben. Mit einem kuehlen Bierchen standen wir auf einer Aussichtsplattform und haben zugesehen, wie die Jungs sich 45 Meter von einem Felsen in eine schmale und gefaehrliche Felsspalte ins Meer stuerzen. Als wir am kommenden Morgen um sechs Uhr frueh auf dem Weg zum Bus waren, war ich eigentlich nur froh, aus dieser Stadt weg zu kommen. Die entspricht einfach ueberhaupt nicht meiner Vorstellung von dem Paradies, das ich hier suche.
Die Busfahrt von Acapulco nach Puerto Escondido dauert normalerweise sieben Stunden. Wir sind um halb acht losgefahren, damit wir noch tagsueber ankommen und uns in Ruhe eine Cabana am Meer suchen koennen. Angekommen sind wir um elf – abends. Von Acapulco nach Puerto Escondido gibt es nur eine einzige Strasse und die waere in Deutschland als Landstrasse gekennzeichnet. Die beiden Spuren haben die Breite einer einzigen Spur bei uns und immer mal wieder ist ein Stueck nicht geteert. Trotzdem fahren die Busse und auch alle anderen Autos mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 90 kmh entlang. Das ist zuerst aufregend, aber man gewoehnt sich an das Gefuehl.
Nur ein paar Kilometer hinter Acapulco war auf einmal die Strasse gesperrt und uniformierte Maenner mit Maschinengewehren haben den Bus aufgehalten und durchsucht. Das mexikanische Militaer versucht auf diese Weise, den Handel mit Drogen und Waffen an der Westkueste von Mexiko einzudaemmen. Da die Polizei korrupt und in den Handel involviert ist, muss das Militaer diese aussichtslose Arbeit erledigen. Der Mann, der uns “bewacht” hat, war ziemlich interessiert, wollte unsere Paesse sehen, damit er unsere Namen vorlesen konnte und hat uns ein wenig ueber die Polizei und Drogen in Deutschland ausgefragt. Als einige Gepaeckstuecke kontrolliert waren und der Bus einmal durchgecheckt war, durften wir weiterfahren. Aber der Auftritt war schon ein wenig beaengstigend. Mit den gezueckten Waffen und der raue Ton. Zudem hat der Mililtaer uns empfohlen, die Strecke auf keinen Fall nachts zu fahren. Auch unser Busfahrer hat davon gesprochen, dass er nicht spaeter als zwoelf fahren will, da es zu gefaehrlich sei. Aber wir waren ja tagsueber unterwegs und somit sollte nichts passieren.
Leider hatten wir das Pech, dass in einem kleinen Oertchen auf der Strecke die einzige Strasse dort wegen eines Streikes der Lehrer gesperrt war und wir sieben Stunden im Stau standen… Erst fast vier Stunden mitten auf der Strasse , dann an einem Busbahnhof etwa einen Kilometer weiter. Als es dann schon dunkel wurde, sind wir endlich weitergefahren. Leider hat es dann dermassen zu Schuetten angefangen, dass man nichts mehr sehen konnte. Aber der Busfahrer hatte wohl den Ehrgeiz, auf der schmalen Strasse jetzt keine Minute mehr zu verlieren und ist gerast wie ein Irrer. Ich habe angefangen, wie die Mexikaner es bei jeder Gelegenheit tun, das Kreuzzeichen zu machen und zu beten… Schlussendlich sind wir heil angekommen, und haben, obwohl mitten in der Nacht noch ein Hotelzimmer in der Altstadt gefunden. Totmuede sind wir ins Bett gefallen. Nix mit Strand und Chillen bis dahin…
Am naechsten Morgen sind wir sehr frueh aufgestanden und haben uns zu Fuss auf die Suche nach einer schoenen Huette gemacht, in der wir nun eine Woche bleiben werden. Nach einigem Hin und Her haben wir uns letztendlich eine kleine Huette am Strand ausgesucht, die eine Terrasse mit Haengematte, einen kleinene Innenhof mit Palmen und eine Kochgelegenheit im Freien besitzt. Es ist einfach, aber mir gefaellts. Insgesamt stehen in dem Hof fuenf solche Huetten, in denen noch andere Backpacker wohnen. Und der Strand ist nur zehn Meter entfernt. Die Wellen waren gestern riesig, zu maechtig fuer uns und wohl auch viele andere, denn es waren nur ganz vereinzelt Surfer im Wasser. Baden durfte man ueberhaupt nicht, da die Stroemung viel zu stark war. Nachmittags haben wir uns Fahrraeder ausgeliehen und sind die Gegend ein wenig abgefahren – ein schweisstreibendes Unterfangen bei ca. 35 Grad! Der Strand ist mehrere Kilometer lang und weiss – und ohne Muell und Abwaesser. Wunderschoen! Vereinzelt stehen mit Palmenblaettern gedeckte Huetten am Strand, zwischen Palmen haengen Haengematten und es ist kaum etwas los. Zum Teil ist der Strand menschenleer und riesengross. So hatte ich mir das vorgestellt! Paradise!
Der Ort selbst ist ein wenig weiter entfernt und hier am Strand von Zicatela stehen nur einige kleine Gebaeude, in denen es ein paar Restaurants, Shops und Cafes gibt. Die Strasse ist nur etwa 300 Meter lang geteert, danach verwandelt sie sich in eine Staubpiste, die entweder Staubwolken hinterlaesst oder wie heute morgen Matsch-Felder erzeugt wenn es regnet. Die Hostels und Cabanas sind zum grossen Teil leer, es ist keine Saison hier und auch in den Cafes und Restaurants ist die Stimmung entspannt und ruhig.
Als wir abends zum Sonnenuntergang, den man von hier aus sehr gut beobachten kann, an den Strand gegangen sind, konnten wir dem Spektakel folgen, wie die kleinenen Baby-Schildkroeten nach dem Schluepfen ueber den Strand gekrochen und in der Brandung verschwunden sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die das alle ueberleben, denn die Wellen sind echt riesig und stark, aber ich hoffe es natuerlich.
In den Haengematten vor unserem Huetterl liegend haben wir den Tag dann ausklingen lassen und das erste Mal so richtig entspannt.
Die kommende Woche werden wir noch hier bleiben, surfen gehen und die entspannte Stimmung auf uns wirken lassen. Nach diesen aufregenden Erlebnissen der letzten, unserer ersten Woche, muss ich jetzt erstmal alles verarbeiten und mich ein wenig akklimatisieren. Ich freue mich jetzt auf den ersten Surftag und verbleibe mit einem gechillten bussi bussi und goodbye!
Arrrrrriva Mexiko!
Freitag, Oktober 12th, 2007
Nachdem wir völlig angekommen sind, haben wir uns gleich ins Getümmel gestürzt. Schon beim Frühstück hat das Hostel uns eine erste kostenlose Stadtführung angeboten und wir haben das historische Stadtzentrum erkundet. Die verfallenen Pyramiden, die Cathedrale, absinkende Bauten und belebte Strassen.
Unser Guide hat uns dann in eine typisch mexikanisches “Restaurant” mitgenommen. Ein Hauseingang, in dem drei Mammas an plastikbezogenen Tischen blaue Tortillas zu Quesedillas verarbeitet haben. Dazu gabs eingelegten Kaktus, der wie grüne Paprika schmeckt. Wir sassen auf einer einzigen Bank entlang des Eingangs und haben unsere Bestellung, zum Beispiel Huhn und Käse oder Kürbisblüten auf einem roten Plastikteller bekommen. Es war hervorragend – que rico! Und hat pro Portion nur neun Pesos gekostet, gerade mal 55 Cent!
Nachmittags haben wir uns die Stadt aus der Vogelperspektive angeschaut. Der Torre Latino hat 44 Stockwerke und lässt einen Blick über die ganze Stadt zu. Da wir gutes Wetter und wenig Smog hatten, konnten wir sogar die Berge sehen, die Mexiko einrahmen.

Morgen werden wir weiter Richtung Taxco ziehen und von dort aus gehts dann ans Meer. Doch davor sehen wir erstmal, was der Abend noch bringt…

So long an thanx for all the fish…
Scheiden tut weh…
Freitag, Oktober 12th, 2007Die letzten Tage waren ziemlich stressig. Und dann waren da noch die vielen Abschiede von Freunden und Familie.
Diese Verabschiedungen waren wohl der unschönste Teil dieses Projektes Weltreise, da man in diesem Moment nur das Gefuehl hat etwas zu verlieren, ohne dass das Neue schon begonnen hat. Daher also ziemlich traurig das Ganze. War zwar zu erwarten, trifft einen dann aber trotzdem unvorbereitet.
Doch dann erwarteten uns erstmal 24 im Flugzeug und Flughafen Heathrow. In London hat es allen Erwartungen zum Trotz nicht geregnet!! Bei unserer Ankunft in Mexiko City waren wir also erstmal ziemlich erschöpft und müde. Gegen acht Uhr abends (Ortszeit) haben wir mexikanischen Boden unter den Füssen gehabt. Beim Landeanflug bekommt man einen Eindruck davon, wie gross diese Stadt eigentlich ist. Über 25 Mio. Menschen leben hier in einer einzigen Stadt!!! Und die ist zwischen Bergen auf 2200m Höhe eingeklemmt, von oben einfach Wahnsinn! Da die Luft ziemlich dünn ist, ist der Landeanflug eine Attraktion der besonderen Art: Kurz bevor man den Boden berührt, gibt der Pilot nochmal Vollgas und man hat das Gefühl durchzustarten.

Mit dem Taxi standen wir dann – erwartungsgemäss – erstmal im Stau. Weil der Taxifaherer trotz Erkundigungen bei seinen Kollegen nicht ganz genau wusste, wo das Hostel ist, in das wir wollten, hat er uns der Einfachheit halber irgendwo in der Nähe rausgelassen. Mit vollem Gepäck gings dann zu Fuss durch eine Geisteraustreibung in der Nähe der Cathedrale Richtung Hostel. Das Hostel ist günstig, extrem zentral und echt zu empfehlen. Auch wir haben hier einen guten Tipp schon in Deutschland bekommen. Gracias!

Nach dem Check-in, haben wir uns erstmal ein wohl verdientes Corona auf der Dachterrasse gegönnt und denn Start des Projektes Weltreise damit besiegelt. Zu dem Zeitpunkt war es in Deutschland schon fünf Uhr morgens und wir über 24 Std. auf Achse. Die Nacht war dementsprechende komatös – im 6-Bett-Zimmer!
Bussi Bussi und bleibt dran!
Der letzte Monat in München
Montag, Oktober 1st, 2007
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Als ich diesen Text ursprünglich geschieben habe waren es noch 40 Tage bis wir auf unsere Weltreise aufbrechen. Aufgrund einiger technischer Komplikationen kann ich diesen erst jetzt mit einiger Verspätung posten
Nun ist es nur noch ein guter Monat bis es los geht und wir sind gerade dabei unsere Zimmer abzubauen, um unsere Sachen bei unseren Eltern einzulagern. Wir werden den letzten Monat nur noch die wichtigsten Sachen hier in unserer Wohnung lassen, damit wir kurz vor der Abreise nicht mehr den Megastress mit dem Umzug haben.
Es ist schon ein komisches Gefühl seine ganzen Sachen zu einzupacken und zu wissen, dass man diese nun erstmal für ein Jahr verstaut. Auch muss man sich nun zum ersten mal wirklich Gedanken darüber machen, was man auf die Reise nun wirklich mitnimmt. Ein Rucksack mit 50 Litern für ein Jahr. Nicht gerade viel, aber das haben wir ja so gewollt. Leichtes Gepäck, um schneller und unbeschwerter zu Reisen. So jetzt muss ich mal der F. mal helfen ihr Bett und die Schränke abzubauen.














